Anton Wild hat in seinem Geschäft auch eine Spezialabteilung für Anglerbedarf. Fische, die man damit fangen könnte, gibt es genug in der Umgebung, sagt er. Das Problem sind eher die Genehmigungen. Foto: Klaus Stopper

Sind da überhaupt essbare Fische drin? Das fragt sich der Laie beim Spaziergang an der Starzel. Jede Menge, antwortet Anton Wild. Und er weiß auch, warum es immer mehr werden.

Die Lachsforellen, die der Fischereiverein traditionell immer vor Ostern anbietet, stammen allerdings nicht aus eigenem Fang. Das seien über 2000 Exemplare, die beziehe man direkt von einem Züchter aus Gammertingen, erklärt Anton Wild, der Vorsitzende des Vereins. Aber für sich selbst ein paar Forellen aus der Starzel zu fischen, das würde er sich problemlos zutrauen, wie er unserer Redaktion sagt.

 

Nur, warum sieht man etwa beim Starzelpark keine großen Fische in der Starzel? Und ist das Flüsslein nicht viel zu flach? „Man muss halt wissen, wo die Gumpen sind, in denen sie sich wohlfühlen, und ein paar andere Stellen“. Erfahrung dafür hat er genug. „Ich fische seit meiner Kindheit“, sagt er. Früher habe man noch jedes Jahr neue Fische in die Starzel einsetzen müssen, „jetzt vermehren die sich von selber“.

Ende der Textilindustrie war gut für Wasserqualität

Und es werden immer mehr Fische, die in diesem Gewässer leben. Neben der Forelle haben sich auch wieder Barben, Schmerle und andere essbare Arten hier angesiedelt. „Das war früher sehr viel weniger, als hier noch die Textilfabriken ihre Abwässer in die Starzel geleitet haben“, so Wild. Mittlerweile sei die Wasserqualität längst wieder so gut, dass vom Neckar her die Fische einwandern. Vor allem seit in Haigerloch und Rangendingen auch noch Wehre passierbar gemacht wurden, ist das spürbar. In Hechingen ist der Wasserfall an der Friedrichstraße noch ein großes Hindernis. „Da sind es aber die Wasservögel, die den Laich an ihren Füßen flussaufwärts transportieren“, so Wild weiter.

Es gibt in Hechingen regelmäßig Anfragen von Gastfischern

Aber gibt es in Hechingen überhaupt Angler? Am Ufer des Starzelparks sieht man jedenfalls nie jemand. „Fischer haben gern ihre Ruhe, und in der Stadt würde einen ja dauern wer ansprechen“, erklärt Anton Wild. Allein der Hechinger Anglerverein habe 23 Mitglieder, dazu kämen regelmäßig Anfragen von Gastfischern, ob sie nicht auch mal in der Starzel ihr Glück probieren könnten. Für den Eisweiher, der mittlerweile allerdings trockengelegt ist, wurden früher bis zu 150 Tageskarten im Jahr ausgegeben. Das sei nun leider völlig zum erliegen gekommen. Der Begeisterung für die Angelei aber tut das keinen Abbruch. In dem Kurs, den er kürzlich geleitet hat, machten am Ende 29 Teilnehmer ihren Angelschein.

Auflagen bremsen die Fangmöglichkeiten der Angler

„Das Problem sind aber die gesetzlichen Auflagen“, so Wild. Denn das Regierungspräsidium genehmigt aus Naturschutzgründen nur noch eine begrenzte Zahl von Anglern an der Starzel. Die Auflagen betreffen auch Uhrzeiten und andere Details. Es kann also längst nicht jeder hier angeln, der spontan gerade mal Lust dazu hat. Immerhin hat der Fischereiverein auch stehende Gewässer gepachtet, einen beim Hausener Hof, den anderen in Trillfingen.

Kormoran-Schwärme fressen Fischteiche leer

Da kann man theoretisch als Mitglied immer fischen. Außer der Teich ist leer. Das kann passieren, wenn mal wieder eine Horde Kormorane vorbeigeschaut hat. Riesige Schwärme seien das, und jeder einzelne Vogel fresse eineinhalb bis zwei Kilo Fisch. Da seien die Fischreiher im Vergleich harmlos, meint Wild, obwohl auch die immer mehr würden. „Die waren mal Einzelgänger und sehr scheu“, erzählt er. Das war in den alten Zeiten, als die Tiere noch geschossen wurden, weil ihre Federn die Damenmode schmückte.

Geänderter Modegeschmack ist gut für die Fischreiher

Der Modegeschmack hat sich bekanntlich geändert, davon profitieren die Fischreiher. Als Kind sei es eine Seltenheit gewesen, mal einen zu sehen, heute sei das Alltag, wenn man draußen unterwegs sei. Sichtbarer sind sie auch deshalb, weil mittlerweile längst auch Mäuse auf ihrem Speiseplan stehen. Und die fängt man eben am besten auf einer Wiese. „Dass da Leute vorbeilaufen, teilweise sogar mit Hunden, das juckt die gar nicht mehr.“ Die hätten sich wohl daran gewöhnt.