Zwei Buchhandlungen hat die Hechinger Oberstadt. Sie bilden hier ein Stück kulturelle Seele der Stadt. Das Geschäft von Teresa Welte wird nun 40 Jahre alt. Und es ist mehr als ein Ort, an dem Buchstaben gehandelt werden.
Dorothea Welte, die Mutter von Teresa Welte, hatte das Geschäft am 4. Mai 1985 in der Synagogenstraße eröffnet. Später übernahm es ihre Tochter Teresa. Wer möchte, kann dieses Jubiläum am Samstag, 3. Mai, in der Buchhandlung am Marktplatz feiern. Es gibt hier auf jeden Fall Sekt für die Gäste.
Lesungen, Buchvorstellungen, Ausstellungen
Zu bereden gibt es hier viel, auch schöne Erlebnisse. Denn seit Jahrzehnten finden auch Lesungen, Buchvorstellungen und Ausstellungen statt. Die Namen bilden lokale Kulturgeschichte nach. Christoph Stählin, Karl Napf, Fasnet-Professor Werner Mezger. Dazwischen eine Kunstausstellung mit Siegfried Sachansky, Klaus Herzer und Dorothee von Harsdorf. Das Buch „Hechingen und Burg Hohenzollern“ schrieben Dorothea und Teresa Welte dann gleich selber. Veröffentlich wurde es im Silberburg-Verlag.
Viele weitere Schreibbegeisterte aus Hechingen und der Region präsentiert hier ihre Bücher, manche davon veröffentlichten ihre Werke als stolze Amateure im Eigenverlag, andere waren angesehene Autoren der deutschen Schriftsteller-Szene.
Mehr als ein Verkaufsladen
Viele weitere Veranstaltungen zeigen, dass ein Buchgeschäft eben mehr ist als ein Verkaufsladen. Um die erst zu Mitternacht erlaubte Öffnung eines Pakets mit einem neuen Harry-Potter-Band genügend zu würdigen, organisierte einst Holger Meischner mit Teresa Welte eine Lesenacht in der damals noch halbverfallenen Villa Eugenia. Das Lindehöfler Star-Duo aus Bernhard Hurm und Uwe Zellmer traten zur Feier des 20-jährige Betriebsjubiläums auf.
Eine Bereicherung für die Stadt war im Jahr 2013 die Ergänzung der mittlerweile an den Marktplatz umgezogenen Buchhandlung um das Café Blixen. In Zeiten der zunehmenden Leerstände am Marktplatz wurde hier ein schöner Ort zum Verweilen geschaffen. Nicht selten reden die Gäste hier bei Tee oder Kaffee über Bücher. Eine schöne Tradition über Jahre war vor Weihnachten die Vorstellung neuer und für gut befundener Bücher durch Dirk Steinfort und Holger Meischner.
„Wer rettet Amerika?“
Auch die Musik kam nicht zur kurz. Unvergessen für alle, die dabei waren, dürfte das Konzert der Sängering Thabilé gewesen sein, das Teresa Welte in der Villa Eugenia veranstaltete. Einfach, weil sie diese Künstlerin so außergewöhnlich toll fand. Und dass die Claudia Buckenmaier, hochdekorierte Journalistin der ARD, hier ihr Buch „Wer rettet Amerika?“ vorstellte, lag auch daran, dass sie und Teresa Welte Schulfreundinnen waren.