Werner Zink (rechts) und Thomas Mayer bilden die Spitze der Briefmarkenfreunde Hechingen. Aktuell bereiten sie mit Herzblut ihren traditionellen Großtauschtag am bevorstehenden Sonntag, 12. April, vor. Foto: Sabine Hegele

Wer sammelt heute noch Briefmarken? Diejenigen, die das tun, lässt dieses Hobby nicht mehr los. Einblicke in die Welt der Philatelie gibt es bald beim Großtauschtag in Hechingen.

Der Großtauschtag ist eine Traditionsveranstaltung der Hechinger Briefmarkenfreunde – seit Jahrzehnten richten sie ihn aus. So auch heuer wieder: am Sonntag, 12. April, von 9 bis 15 Uhr in der Hechinger Stadthalle „Museum“. Im großen Saal und im Foyer werden rund ein Dutzend Themensammlungen zu sehen sein. Von Hechinger Philatelisten, aber auch von Ausstellern aus Reutlingen. Dazu gesellen sich Händler aus dem gesamten süddeutschen Raum. Außerdem dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf Münzen und Ansichtskarten freuen. Parallel dazu wird – wie jedes Jahr – im Foyer bewirtet.

 

Sammler sind meist älteren Datums

An dieser Stelle sei provokant gefragt: Briefmarken? Wer sammelt heute noch Briefmarken – und besteht überhaupt noch Interesse an einem solchen Großtauschtag? Letzteres können der Vereinsvorsitzende Werner Zink und sein Stellvertreter Thomas Mayer eindeutig bejahen. Zugleich räumen sie ein: Das Publikum ist vorwiegend älteren Datums.​

Umso mehr braucht es ihrer Meinung nach Veranstaltungen wie den anstehenden Großtauschtag (den es in vergleichbarer Form nur noch in Nürtingen und Trochtelfingen gibt). „Wir verstehen ihn ein Stück weit als Lebenszeichen“, sagt Werner Zink. „Es gibt uns noch“, soll damit signalisiert werden. Dabei haben die rund 50 Mitglieder, mit ganz wenigen Ausnahmen alles Ü70er und Ü80er, ungebrochen ganz viel Spaß an ihrem Hobby.​

Ergänzend muss man wissen: Außerhalb des Vereinsgefüges gibt es viele weitere Sammler von Briefmarken, Ansichtskarten und Münzen – „nur scheuen die den Weg in die Vereinsstruktur“. Aber: Beim bevorstehenden Großtauschtag werden sie von den Briefmarkenfreunden wieder unter den Gästen in der Stadthalle erwartet.​

Ein vielseitiges Hobby​

Was Werner Zink und Thomas Mayer so sehr an ihrem Hobby fasziniert? Die Vielseitigkeit. „Jede Marke kommt zu einem bestimmten Anlass heraus“ – das sei lehrreich, finden Zink und Mayer. Dabei verweisen die beiden ergänzend auf Ländersammlungen oder thematische Sammlungen – und versichern glaubhaft: „Wenn man sich da richtig reinkniet, vergehen Stunden, Tage, Wochen wie im Flug.“​ Nicht von ungefähr seien so viele Philatelisten und Numismatiker zwar nicht mehr ganz jung an Jahren, aber höchst frisch im Geist: „Würden die sich nicht täglich mit ihren Sammlungen beschäftigen, wären sie vielleicht gar nicht so alt geworden.“​

Das ändert nichts daran, dass sich kaum noch Jüngere für Briefmarken & Co. interessieren. „Seit die sozialen Medien so omnipräsent sind, ist da kein Rankommen mehr“, machen sich Zink und Mayer nichts vor. Ihre Leidenschaft indes ist ungebrochen.​

Hechingen ganz individuell​

Und sie wollen ihrem Publikum was bieten! Aus diesem Grund setzt der Großtauschtag auch wieder einen thematischen Schwerpunkt: „20 Jahre Briefmarkenfreunde individuell Hechingen“. Was sich dahinter verbirgt? Im Jahr 2006 hat der Hechinger Verein erstmals eine Briefmarke mit der Burg Hohenzollern als Motiv aufgelegt. Im Jahr darauf fiel die Wahl auf die Villa Eugenia, zusätzlich auf die Fürstin Eugenie und den Fürsten Konstantin. Zum 60-jährigen Vereinsbestehen 2024 wurde die Burg Hohenzollern ein weiteres Mal zum Motiv auserkoren, darüber hinaus wurde mit einem Hohenzollerntaler geworben.​

In Summe hatten die „eigenen“ Briefmarken eine Auflage von 10.000 bis 15.000 Stück. Ein paar wenige davon stehen noch zum Verkauf – zum Beispiel am kommenden Sonntag beim Großtauschtag. Übrigens: Mit dem Erlös aus deren Verkäufen haben die Briefmarkenfreunde in der Vergangenheit schon diverse Hechinger Projekte finanziell unterstützt. Wenn das nicht einen Besuch im „Museum“ lohnt!

Briefmarken für Bethel

Wie natürlich auch die Motivsammlungen – zum Beispiel die von Thomas Mayer zu Nellie Melba. Wer das ist beziehungsweise war? Eine australische Opernsängerin, wobei deren Künstlername „Melba“ eine Anspielung auf ihre Geburtsstadt Melbourne ist. Sie starb 1931 in Sydney.

Eine weitere Besonderheit bei diesem Großtauschtag: Die Gastgeber sammeln erstmals Briefmarken für Bethel – und generieren damit Arbeit für Menschen mit Behinderung.​

Für nähere Informationen zum Großtauschtag am kommenden Sonntag, 12. April, steht der Hechinger Vereinsvorsitzende Werner Zink unter der Telefonnummer 07471/621999 zur Verfügung.