Direkt zu Beginn des Barfußpfades hat man eine tolle Aussicht. Foto: Frey

900 Meter voller verschiedenster Bodenbeläge Heiße Temperaturen, pralle Sonne. Die besten Voraussetzungen für einen Besuch des Hechinger Barfußpfades. Der Test muss zeigen, ob sich ein Besuch der modernen Anlage lohnt. So oder so: Den Füßen tut es allemal gut, für kurze Zeit nicht in Schuhe gezwängt zu werden.

Hechingen - Der Hechinger Barfußpfad ist nicht schwer zu finden. Unterhalb des ehemaligen Hechinger Kreiskrankenhauses geht es gut ausgeschildert entlang des Feilbaches zum Startpunkt.

Dort gibt es die Möglichkeit seine Schuhe zu deponieren – deutlich angenehmer, als sie die ganze Zeit mit sich herumtragen zu müssen. Außerdem kann man sich hier am Ende der Tour die Fuße waschen und sich vor allem bei heißeren Temperaturen etwas abkühlen. Und wer völlig ermattet ist: Auch zwei Liegebänke stehen bereit.

Der Startpunkt überzeugt direkt mit einer tollen Aussicht mit der ikonischen Burg Hohenzollern als Sahnehäubchen. Ein großes Schild weist außerdem auf den Vitalzirkel hin, der sich über den ganzen Barfußpfad erstreckt und simultan gemacht werden kann. Insgesamt acht Stationen bieten Übungen rund um Gelenke und Muskulatur. Sie sind im Abstand von etwa 100 Meter über den gesamten Barfußpfad verteilt.

An einer Stelle gibt es sogar extra Hängestangen, an denen Übungen für die Wirbelsäule gemacht werden können. Wer möchte, kann die Vitalzirkel-Schilder aber auch ignorieren und sich voll und ganz auf den Barfußpfad konzentrieren.

Schaukelweg und Fellbach direkt am Pfad

Dieser bietet mit vielen verschiedenen Untergründen eine reizvolle Abwechslung für unsere Füße. Zu Beginn sind es vor allem verschiedene Sorten von Kies, die die Durchblutung anregen und denen eine gesundheitsfördernde Wirkung für unsere Füße nachgesagt wird. Im nächsten Bereich findet sich feiner Sand. Dieser löst entspannende Assoziationen von Urlaub am Meer aus. Wo hat man sonst im Alltag Sand zwischen den Zehen?

Anschließend sorgt ein kleiner Abstecher in den angrenzenden Feilbach für eine erfrischende Abkühlung – vor allem bei wärmeren Temperaturen ist das eine feine Sache. An mehreren Stellen sind am Barfußpfad außerdem Stationen des Hechinger Schaukelwegs angrenzend. Wer möchte, kann dort das Kind in sich neu entdecken und los schaukeln. Schaut ja niemand zu.

Im folgenden Abschnitt ist Geschicklichkeit gefordert. So warten ein beweglicher Baumstamm, auf dem balanciert werden muss, sowie ein hängendes dickes Tauseil, das so aussieht, als wäre es von einem Kreuzfahrtschiff geborgt worden.

Nach den Geschicklichkeitsübungen folgt ein längerer Weg über weißen, spitzen Kies. Manch einem könnte der lange Kiespfad auf Dauer zu unangenehm für die nackten Füße sein. Kein Problem: Links und rechts verläuft Rasen, auf den problemlos ausgewichen werden kann.

Naturböden-Bereich ist das Highlight

Anschließend folgt das Highlight des Barfußpfades: Der Naturböden-Bereich. In diesem Rundgang kommen die Füße mit verschiedenen Naturmaterialien wie Holzstämme, Äste, Tannenzapfen und feiner Sand in Berührung. Aber auch exotische Materialien wie Lavastein, Korken oder feine blaue Glasscherben sind dort zu finden.

Keine Sorge: Letztere sind so stumpf, dass sie für die Füße keine Gefahr darstellen. Im Sonnenlicht glänzend sind sie allerdings auf jeden Fall eine Sehenswürdigkeit – und natürlich auch für die Füße ein ungewöhnliches Gefühl. Nach dem Rundgang führt ein (leider) nicht ausgeschilderter Weg über eine Rasenfläche zurück zum Ausgangspunkt zurück.

Insgesamt ein schönes Erlebnis, obendrein kostenlos, gut erreichbar und für Familien und Kinder sicherlich eine willkommene Abwechslung vom Alltag – vor allem in Pandemiezeiten. An besonders heißen Tagen sollte aber an ausreichend Sonnenschutz gedacht werden, da der überwiegende Teil des Barfußpfades im Sonnenlicht liegt.

Einen weiteren Barfußpfad gibt es in Meßstetten-Tieringen. Dieser hat den Fokus stärker auf die Natur, da ein Großteil des Pfades durch einen Wald führt und es neben längeren Wasserstrecken auch eine knietiefe Schlammgrube gibt.