Joachim Wien ist Vorsitzender des Fördervereins Villa Eugenia. Das historische Gebäude ist insbesondere als Location für Hochzeitsfeiern beliebt. Foto: Benjamin Roth

Die Villa Eugenia ist bei Hochzeitsgästen beliebt wie nie. Seit ein Video auf der Videoplattform TikTok viral ging, gibt es gar Anfragen aus der Schweiz. Nun steht vor der Haustür die Großbaustelle Zollernstraße an. Und auch an der Villa selbst muss renoviert werden.

Baufahrzeuge sind in der Zollernstraße seit geraumer Zeit unterwegs. Am kommenden Montag soll die große Sanierung mit einem ersten Baggerbiss offiziell eingeläutet werden. Für die Anlieger – darunter die Villa Eugenia – wird die Baustelle erstmal zum Alltag.

 

Dabei läuft der Betrieb in der historischen Villa alleine mit Hochzeiten derzeit blendend. „Wir sind den ganzen Sommer über ausgebucht“, berichtet Joachim Wien, erster Vorsitzender des Fördervereins. Das Einzugsgebiet der Gäste reiche mittlerweile bis in die Schweiz.

Zu verdanken ist der Andrang der Plattform TikTok, auf welcher ein Video der Villa viral ging, sprich große Bekanntheit im Internet erlangte. Neben den Hochzeiten finden dort auch regelmäßig Konzerte, organisiert vom Förder- und Kulturverein, statt.

Bauzäune mit Bannern sollen Baustelle verdecken

Nun steht aber die Großbaustelle vor der Tür. Wien blickt gelassen auf die bevorstehende Zeit: „Die Baustelle wird vorbeigehen. Die Corona-Krise war schlimmer.“ Veranstaltungen fänden in der Regel außerhalb der Bauarbeitszeiten statt, dazu bestünde ein Abstand der Villa Eugenia von 60 bis 70 Metern hin zur Zollernstraße. Und Hochzeitspaare müssen beim Fototermin auch nicht direkt auf die Sanierungsarbeiten blicken. Geplant ist, an Stelle der gerodeten Hainbuchhecke Bauzäune mit Bannern aufzubauen – die Sparkasse habe bereits einen Zuschuss zu den Kosten gewährt.

Und: Läuft alles nach Plan, ist die Villa Eugenia bis Ende Juni aus dem Gröbsten raus. Dann soll der – verkürzte – erste Bauabschnitt, der vom Obertorplatz bis zum Eingangstor zur Villa reicht, bereits abgeschlossen sein.

Fenstersims und Fensterrahmen der Villa Eugenia sind sanierungsbedürftig Foto: Roth

Bis dahin müssen sich Besucher auf eine veränderte Anfahrt einstellen. Denn: Während des sogenannten Bauabschnitts 1.1 ist das Parkdeck der Stadthalle gesperrt und die Villa Eugenia nur über die Zufahrt südlich des Weißen Häusles auf Höhe der Frankstraße zu erreichen. Die Parkplätze entlang der Zollernstraße fallen auch weg, sodass auf Parkraum am Gymnasium oder am Firstparkplatz ausgewichen werden muss. Anschließend beginnt ab Ende Juni nahtlos der Bauabschnitt 1.2 bis zur Einmündung Ludwig-Egler-Straße/Silberburgstraße in gleicher Art und Weise, welcher bis Ende 2025 fertiggestellt sein soll.

Fensterrahmen bekommen einen neuen Anstrich

Neben der Neugestaltung der Zollernstraße stehen der Villa Eugenia selbst Renovierungsarbeiten bevor. Die Fensterrahmen, besonders die Wetterseite, brauchen einen neuen Anstrich, erklärt Wien. Dazu ist ein Fenstersims mit einem Riss versehen. „Wichtig ist, dass kein Gerüst während Hochzeiten vor der Terrasse steht“, sagt der Fördervereinsvorsitzende.

Derzeit bietet sich von der Zollernstraße ein freier Blick auf die Villa Eugenia. Foto: Roth

Dieses Problem müsse mit einer klugen Aufteilung der Renovierungsabschnitte aber zu lösen sein. In der abgelaufenen Woche hat der Vorstand des Fördervereins die Sanierung in zwei Bauabschnitten, verteilt auf 2025 und 2026, beschlossen. Der günstigste Anbieter sei zur finalen Klärung angeschrieben und die Reparatur des Fenstersims an einen Steinmetz vergeben worden, informiert Wien weiter. Die Kosten schätzt er auf rund 40 000 Euro netto. Für das Jahr 2026 habe die Stadt, die Eigentümerin des Gebäudes ist, einen Zuschuss von 10 000 Euro zugesagt. Der Förderverein als Besitzer hat aber juristisch betrachtet die Pflicht, nach dem Gebäude – Baujahr 1834 – zu schauen.

2026 steht bereits die nächste große Veranstaltung vor der Tür: Dann feiert der Förderverein sein 25-jähriges Bestehen. Eine Festbroschüre sei in Planung, das konkrete Programm werde im nächsten Dreivierteljahr erarbeitet. Bis dahin ist die Sanierung der Zollernstraße auf Höhe der Villa Eugenia wohl auch abgeschlossen.

Unruhe im Förderverein Villa Eugenia

„Zwischenmenschliche Differenzen“
 Unruhig war es jüngst vereinsintern beim Förderverein Villa Eugenia. Vorstandsmitglied Roland Buckenmaier trat von seinem Amt zurück. Seine Rücktritt begründet er in „zwischenmenschlichen Differenzen“ mit dem 1. Vorsitzenden Joachim Wien, wie er unserer Redaktion sagt. Er sehe unter der aktuellen Vereinsführung keine Perspektive für ein weiteres  ehrenamtliches Engagement. Die von ihm initiierten Projekte, darunter die anstehenden Unterhaltungsarbeiten an der Villa und die Bauzaunbanner als Sichtschutz, seien so weit  gediehen, dass sie nur noch umgesetzt werden müssten. Wien hingegen betont, dass es „keine wesentlichen Punkte gegeben habe“, die Buckenmaier zu diesem drastischen Schritt veranlassen sollten.

Vorstandswahlen
Mit Spannung ist daher zu erwarten, wie bei der Mitgliederversammlung am Dienstag, 25. März, ab 19 Uhr in der Villa Eugenia die Vorstandswahlen ausgehen. Joachim Wien kündigt unserer Redaktion an, sein Amt perspektivisch gerne in jüngere Hände legen zu wollen. Er wirbt zudem um Mitstreiter, die Zeit für das Ehrenamt aufbringen könnten. Roland Buckenmaier will auf eine „Kampfkandidatur“ gegen Wien verzichten, wie er unserer Redaktion sagt.