Zwei Mal wöchentlich können sich alle Beschäftigten der Schloßberg-Grundschule auf Corona testen lassen.Fotos: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: An der Schloßberg-Grundschule wird Personal zwei Mal pro Woche vor Ort ein Coronatest geboten

Einst wurde hier geturnt, jetzt darf hier zwei Mal pro Woche gespuckt werden. Ob Hausmeister, Lehrerin oder Sekretärin – für die Coronatests an der Hechinger Schloßberg-Grundschule ist ein mobiles Team der Sonnenapotheke im Einsatz.

Hechingen. Vergangene Woche musste alles mal wieder hoppladihopp gehen. Am Mittwoch informierte das Stuttgarter Kultusministerium die Grundschulen, dass ab diese Woche für das gesamte Schulpersonal für wöchentlich zwei Coronatests die Kosten übernommen werden. "Aber wie das passieren soll, war uns selbst überlassen", berichtet Alexandra Gruler-Baeck, Rektorin der Hechinger Grundschule am Schloßberg. Nicht ganz einfach, in drei Tagen so etwas zu organisieren.

So war sie froh, als sich Peter Powald von der Sonnenapotheke bei ihr meldete. Sein Angebot: Zwei Mal pro Woche kommt er mit seiner Kollegin Iona Papadiouc vor Schulbeginn in die Schule und bietet im Gymnastikraum der Turnhalle Tests an. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Tests hätten auch in Praxen oder Apotheken stattfinden können, aber die jetzt gefundene Lösung sei besser, erklärt Alexandra Gruler-Baeck. "Das senkt die Hemmschwelle." Dazu kommt, dass für diesen Test nur noch in ein kleines Tütchen gespuckt werden muss. Sich ein langes Stäbchen in die Nase rammen lassen, davor waren bislang viele zurückgeschreckt.

Kinder erhalten 20 Stunden Unterricht pro Woche

Die Rektorin freut sich über die Testmöglichkeit, denn seit dieser Woche sind ihre etwa 20 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule wieder voll im Einsatz. Zwar kommt abwechselnd immer nur eine Hälfte der Schüler, das sind so etwa 250 Kinder. Aber diese Klassen werden dann nochmals in zwei Gruppen halbiert unterrichtet, sodass die volle Pädagogen-Belegschaft im Einsatz sein muss, um das abzudecken. Die Notbetreuung mit etwa 40 Kindern kommt dazu.

20 Stunden Unterricht pro Woche erhält so jedes Kind dieser Grundschule. Doppelt so viel wie die Mindestvorgabe des Landes. "Wir können das leisten, weil wir eine größere Grundschule sind und entsprechende Möglichkeiten haben", so die Rektorin.

Bei aller Vorsicht durch Hygienemaßnahmen an der Schule: Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Lehrer, aber auch für alle anderen, die an der Schule arbeiten, ist bei diesen vielen Kontakten zu kleinen Kindern natürlich nicht von der Hand zu weisen.

Die nun angebotenen Tests sieht Alexandra Gruler-Baeck als einen Baustein unter mehreren Maßnahmen, mit denen an ihrer Schule das Ansteckungsrisiko minimiert wird. Wenn sich viele Lehrer regelmäßig testen lassen, wird schneller bemerkt, wenn sich Infektionsherde bilden. Die Gefahr für die anderen sinkt.

Dass das Land zumindest bis Ostern die zwei wöchentlichen Tests bezahlt, sieht die Rektorin auch als Anerkennung für die Arbeit der Lehrer. Es vermindert zumindest ein wenig die Unsicherheit und Sorgen all jener Beschäftigten, die hier für das Wohl der Kinder ein Krankheitsrisiko eingehen.

Apotheker vermischen Proben mit Reagenzien

Der Test selbst ist für die Teilnehmer einfach. Nase hochzuziehen und das Ergebnis dieser Bemühungen in ein bereitgestelltes Tütchen spucken, das dankenswerter Weise übrigens nicht durchsichtig ist. Erledigt.

Den Rest übernehmen die Apotheker. Sie vermischen den Tütcheninhalt mit Reagenzien, tröpfeln das auf ein Plastikstäbchen, und nach etwa einem Viertelstündchen liegt das Ergebnis vor. Sollte der Test eine Infektion melden, muss noch ein genauerer Test vorgenommen werden. Ist das Ergebnis negativ, kann davon ausgegangen werden, dass der Getestete zumindest an diesem Tag nicht ansteckend ist.

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