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Hechingen Zeuge bei Prozess wegen versuchten Mordes: "Da war sofort klar, das ist Benzin"

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Der Angeklagte ist in Handschellen und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt worden. Foto: Reich

Hechingen - Wegen versuchten Mordes muss sich ein 61-jähriger Mann seit Montag vor dem Hechinger Landgericht verantworten. Dem Hechinger wird vorgeworfen, Anfang Februar versucht zu haben, einen Gastwirt mit Benzin zu verbrennen. Der hatte den Betrunkenen zuvor aus seiner Kneipe geworfen.

Es war der 2. Februar dieses Jahres, ein Sonntag, als der volltrunkene 61-Jährige laut Anklage zusammen mit einem Kumpanen ein Gasthaus in der Hechinger Schloßackerstraße betrat. Aufgrund der unübersehbaren Alkoholisierung des Mannes weigerte sich der Kneipenwirt, diesem ein Bier zu bringen. Schimpfend zogen die zwei Zecher daraufhin ab.

Mann kehrt nach Rauswurf zurück

Der 61-Jährige erschien jedoch kurz darauf wieder in der Gastwirtschaft und verlangte erneut ein Bier – auch diesmal ohne Erfolg. Um ihm klarzumachen, dass er dort an diesem Tag definitiv nichts mehr zu trinken bekomme, soll ihm der Wirt – so sagte dieser zumindest vor dem Hechinger Landgericht aus – sogar einen Zettel in die Hand gedrückt haben, auf dem gestanden habe: "Kein Bier".

Das fand der durstige Mann offensichtlich gar nicht gut, denn eine Viertelstunde später schneite er erneut in die Pinte. Zeugenaussagen zufolge – am Montag waren alle sechs Gäste, die sich zu dem Zeitpunkt in der Wirtschaft aufhielten, vor das Schöffengericht geladen – hatte er dabei eine Kunststoff-Bierflasche in der Hand. Kaum war er im Gastraum, begann er zielgerecht Flüssigkeit aus der Flasche auf Fußboden und Mobiliar zu spritzen. "Er sprühte und hat dabei gelacht", beschrieb einer der Augenzeugen die Situation. Dann steuerte der 61-Jährige direkt auf den Wirt zu und spritzte diesen mit der Flüssigkeit aus der Flasche voll.

Ein anderer Gast, der ebenfalls ein paar Spritzer auf seinen Pulli bekam, erinnert sich an den Geruch: "Da war sofort klar: Das ist Benzin."

Angeklagter hatte über 3,5 Promille 

Geistesgegenwärtig habe der Gastronom den Aggressor, der auch ein Feuerzeug in der Hand gehalten haben soll, gepackt und versucht, ihn nach draußen zu bugsieren. Da der Betrunkene – eine spätere Blutprobe ergab stolze 3,5 Promille – sich jedoch vehement wehrte, bedurfte es der Unterstützung zweier Gäste, um ihn letztendlich an die frische Luft zu setzen.

Mehrfach versuchte der Mann, das Wirtshaus wieder zu betreten, wurde jedoch zurückgewiesen. Als die mittlerweile alarmierte Polizei eintraf, hatte er sich aus dem Staub gemacht. Kurz darauf konnte er ergriffen werden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Nun soll die Verhandlung vor dem Hechinger Landgericht weitere Details ans Licht bringen. Dafür wird der Prozess am Dienstag, 4. August, ab 9 Uhr fortgesetzt. Dann berichten beteiligte Polizisten über ihre Ermittlungen. Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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