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Hechingen War Trio Teil einer rumänischen Bande?

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Drei junge Männer müssen sich vor dem Hechinger Amtsgericht verantworten. Foto: Kauffmann

Hechingen - Eingeschlagene Fenster, eingetretene Türen, verwüstete Verkaufsräume und entwendete Waren im Wert von insgesamt fast 200.000 Euro: Drei jungen Männern hat die Staatsanwaltschaft Hechingen am Dienstag zur Last gelegt, Mitglieder einer rumänischen Diebesbande zu sein.

Der Beginn der Verhandlung am Amtsgericht Hechingen verzögert sich. Die drei Angeklagten sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Erst nach über einer halben Stunde nähert sich das Geräusch der klirrenden Fußfesseln und die jungen Rumänen betreten, bewacht von fünf Beamten, den Sitzungssaal.

Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl in fünf Fällen vorgeworfen. Die Männer im Alter von 23 bis 26 Jahren sollen im Jahr 2017, in teils unterschiedlicher Besetzung, in vier Geschäfte eingebrochen sein.

Die Geschädigten sind ein Optiker aus Albstadt, ein Optiker aus Bisingen und eine Mode-Boutique aus Friedrichshafen. Zudem sollen sie gleich zweimal bei einem Juwelier in Burladingen eingebrochen sein, da sie beim ersten Versuch durch das Bellen eines Hundes vertrieben worden seien.

"Er hat mich korrumpiert"

Die Gruppe verschaffte sich Zugang zu den Geschäften, indem sie mit Steinen die Scheiben einschlugen oder die Türen aufbrachen. Das Diebesgut verstauten sie in einem Sack und flohen anschließend in einem wartenden Ford Focus. Die gestohlene Hehlerware soll anschließend in Rumänien weiterverkauft worden sein. Kopf der Gruppe und Initiator der Einbrüche sei der Cousin eines der Angeklagten gewesen. Dessen Verhandlung wird separat geführt.

Sein Cousin habe ihn zu den Einbrüchen überredet, so besagter Angeklagter. Hintermänner hätten dem Cousin befohlen, die drei Angeklagten zu rekrutieren und ihnen Geld und teuren Modeschmuck in Aussicht zu stellen. "Er hat mich korrumpiert", übersetzt die Dolmetscherin seine Aussage. Die Eltern hätten ihn noch gewarnt, dass er nicht stehlen solle, da er in Deutschland deswegen Ärger bekommen würde.

Auch der 26-jährige Angeklagte gibt an, von jenem Anführer durch die Präsentation teurer Modeartikel verführt worden zu sein. Seine Rolle bei den Einbrüchen habe sich aber auf die des Fahrers beschränkt. Auf die Frage der Richterin, wofür er Modekleidung brauche, da er doch in der Schafzucht arbeite, antwortet der 26-Jährige: "Um wegzugehen. In Clubs."

Alle drei Angeklagten kennen sich seit Kindertagen aus ihrem rumänischen Heimatdorf. Die beiden älteren Männer sind nicht vorbestraft, haben das berufsorientierte Gymnasium absolviert und arbeiten zuhause in den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Familien.

Forderung: Geschädigte sollen aussagen

Der jüngste Angeklagte, der zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt war, ist in Rumänien wegen Vergewaltigung und in Spanien wegen versuchten Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein vorbestraft. Seit seinem 15. Lebensjahr habe er täglich zwischen zwei und zehn Flaschen Bier getrunken. Er habe nicht an allen fünf Einbrüchen teilgenommen, da er an manchen Abenden zu betrunken gewesen sei, um von Nutzen zu sein. Zur Familie habe er in der Untersuchungshaft keinen Kontakt, lediglich seine Freundin würde ihm Briefe schreiben. Sie wolle er in diesem Jahr noch heiraten.

Es herrschte von Seiten der Staatsanwaltschaft Unklarheit darüber, ob bei einem der Einbrüche tatsächlich etwas gestohlen wurde. Sollte nichts gestohlen worden sein, sei die Tat lediglich als versuchter Einbruch zu bewerten. Die Staatsanwaltschaft äußerte Zweifel, ob tatsächlich so viel Waren entwendet worden seien, wie von den Geschädigten angegeben. Daher vertagte das Gericht die Verhandlung.

Für nächsten Dienstag sind die geschädigten Ladenbetreiber als Zeugen geladen. Diese Entscheidung nahmen die drei Angeklagten, die während der Verhandlung größtenteils betroffen und still ins Leere starrten, teilnahmslos hin. Dann legte man ihnen wieder die Handschellen an und es ging zurück in die Justizvollzugsanstalt Stuttgart.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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