Die Windkraft-Anlage in Hechingen will auch am Großholz bei Weilheim einen Standort ausweisen. Foto: Ossinger

Hechingen hält am zusätzlichen Standort am Großholz bei Weilheim fest.

Hechingen - Die Stadt Hechingen hält entgegen der Kritik aus Rangendingen am zusätzlichen Windkraft-Standort am Großholz bei Weilheim fest.
Diese Empfehlung verabschiedete der Bauausschuss des Gemeinderats gestern Abend, bei einer Enthaltung einstimmig. Die Marschroute muss der Gemeinderat noch endgültig beschließen. Er tagt am Donnerstag kommender Woche.

Grundsätzlich will die Verwaltung dem Thema Windkraft aber Vorfahrt geben. Deshalb ist die Stadt bereit, ebenfalls einen Standort auf ihrer Gemarkung in den Flächennutzungsplan einzubringen. Insgesamt sind in der Verwaltungsgemeinschaft Hechingen-Rangendingen-Jungingen dann drei Standorte vorgesehen, zwei davon auf Gemarkung Rangendingen. Der Standort bei der Hütte im Großholz mit zwei Anlagen soll zusätzlich aufgenommen werden.

Der Weilheimer Ortschaftsrat erklärte sich damit bereits einverstanden. Dagegen hatte sich allerdings Rangendingen ausgesprochen. Dort herrscht Sorge vor, die Gemeinde werde "vollends von Windkraft-Anlagen eingekreist". Denn nicht nur Hechingen und Rangendingen sind aktiv. Wie berichtet, geht von Grosselfingen die Initiative für einen großen Windkraft-Park auf der "Hohen Acht" aus, dem Bergzug im "Dreiländereck" zwischen Grosselfingen, Rangendingen und Haigerloch.

Mancher Stadtrat tat sich schwer, gegen den Willen von Rangendingen zu planen. Für Christoph Wild ist das Verhältnis zur Nachbargemeinde deutlich enger geworden, seit Rangendingen der Stadt Hechingen beim Thema Hochwasserschutz die Treue hält. Deshalb tue er sich schwer, Rangendingen "etwas vor die Nase zu setzen", das die Gemeinde nicht wolle.

Der Planer, Klaus Grossmann aus Balingen, beschwichtigte. Mit einem zweiten Standort ins Rennen zu gehen, sei auch im Interesse von Rangendingen. Damit verdopple sich die Chance, am Ende einen Standort umsetzen zu können. Dann wäre auch Rangendingen gedient. Scheitern die Bemühungen der Kommunen, einen Konzentrations-Standort für Windkraftanlagen auszuweisen, könnten private Investoren ganz einfach ihre eigenen Wunsch-Standorte umsetzen, ohne dass Kommunalpolitik und Behörden noch viel Einfluss nehmen könnten.

Investoren wollen zuerst noch Standort prüfen

Welcher Standort am Ende umgesetzt werde, entscheide ohnehin der Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft. Rangen- dingen könne folglich weiter Einfluss geltend machen. "Wir vergeben uns also noch gar nichts", so Bürgermeisterin Dorothea Bachmann.

Hechingen weist darauf hin, dass die Rotoren 1200 Meter von Rangendingen und Weilheim entfernt stünden. Damit würden "Belastungen weitgehend minimiert". Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Abstand von 700 Metern zur Wohnbebauung, um den nächtlichen Grenzwert für Lärm von höchstens 40 Dezibel einhalten zu können.

Ob und wann der Windkraft-Park gebaut wird, steht noch nicht fest. Zuerst muss geprüft werden, wie sich die Rotoren auf die Natur auswirken würden. Leben dort Tiere wie der Rote Milan, die durch Windkraft-Anlagen gestört werden, fällt der Standort weg. Alleine aus diesem Grund will die Stadt zwei Eisen im Feuer haben. Diese Umweltprüfung dauert etwa ein Jahr.

Ehe Investoren Geld in einen Windpark stecken, prüfen auch sie den Standort. Mit Messanlagen wird in der Regel ein Jahr lang untersucht, ob überhaupt genügend Wind weht, damit sich der Aufwand lohnt. Als geeignet gelten Flächen, wo es in 100 Metern Höhe durchschnittlich mit rund 5,3 Metern pro Sekunde bläst.