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Hechingen Viel Geld für begrenzte Nutzerzahl

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Sieht idyllisch aus, muss aber für viel Geld erneuert werden: Die Brücke, die über die Starzel zum Stauffenburger Hof führt. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Idyllisches Plätzchen in Hechingen, dieser Weg zum Stauffenburger Hof. Aber auch ganz schön teuer für den städtischen Haushalt, der ohnehin unter Coronalasten ächzt. Fast 700 000 Euro wird der Austausch der Brücke dort kosten, obwohl nur wenige dieses Bauwerk nutzen.

Hechingen. Viele Stadträte würden dieses Geld lieber für andere Dinge investieren. Kindergärten, Schulen, Straßensanierung – mit 700 000 Euro lässt sich schon eine ganze Menge anfangen. Das wurde am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung sehr deutlich. Am Ende aber war die Mehrheit der Ansicht: Hier muss man zustimmen.

Aber wieso zahlen die Hechinger Steuerzahler nun für eine Brücke, die scheinbar nur zu einem privaten Bauernhof führt?

Wer von Stein auf der Landesstraße in Richtung Rangendingen fährt, entdeckt kurz vor der Gemeindegrenze links ein Schild in Richtung Stauffenberger Hof. Erst geht es über die Bahnlinie, dann über einen langen, schönen Weg mit wunderbarem Blick über Wiesen, und dann kommt die Starzel, über die das hübsche, aber bröselige Brücklein führt. Gelegentlich radeln Ausflüglern darüber, die es wohl kaum wahrnehmen, wird der Blick doch bereits durch den stattlichen Hof angezogen. Dahinter geht ein Sträßlein, eigentlich eher ein Weg, hoch zum Lindich.

Für Radler würde ein deutlich billigerer Brückenneubau reichen, hier aber soll etwas gebaut werden, dass tonnenschwere Fahrzeuge aushält. Und genau hier hakte in der Gemeinderatssitzung CDU-Rätin Regina Heneka ein. Sie habe Probleme damit, für eine "singuläre Baumaßnahme", an der die Allgemeinheit kein Interesse hat, angesichts der aktuellen Haushaltslage 700 0000 Euro auszugeben".

Erinnerung an den großen Hofbrand

Auch ihr Fraktionskollege Lorenz Welte sah das so, ergänzte dann aber noch, dass diesen Weg offenbar auch immer wieder Autofahrer nutzen, die von Rangendingen aus schnell in Richtung Lindich und Weilheim wollen.

Stefan Löffler (Freie Wähler) dagegen erinnerte an einen Brand auf dem Hof vor vielen Jahren. Ohne tragfähige Brücke hätte die Feuerwehr nicht löschen können und viel Vieh wäre umgekommen, eventuell sogar Menschen.

Almut Petersen (Bunte Liste) machte schließlich einen Alternativvorschlags. Man habe ja eine Straßenanbindung zum Lindich hoch. Sicher ein Umweg, aber das müsse halt reichen für all jene, die mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen das Hofgut anfahren wollten. Ob man diese Möglichkeit nicht erst mal prüfen könnte.

Gegenrede kam dann von Stettens Ortsvorsteher Otto Pflumm und seinem Schlatter Kollegen Jürgen Schuler, die erklärten, ihrer Ansicht nach seien solche Wegeverbindungen für den Forst sehr wichtig. Und Ingrid Riester (CDU), ehemaliger Ortsvorsteherin in Weilheim, wies darauf hin, dass auch viele Weilheimer Landwirte diese Strecke durch den Wald nutzen, weil sie unten im Tal hinter dem Stauffenburger Hof ein Grundstück zu bewirtschaften hätten.

Die Idee von Almut Petersen, sich die Sache noch mal genau anzuschauen und erst dann zu entscheiden, setzten Bürgermeister Philipp Hahn und Stadtbaumeisterin Helga Monauni gravierende Argumente entgegen. Erstens stehen bereits 179 000 Euro Fördermittel für den Brückenbau in Aussicht. Die Frist dafür laufe bald ab und künftig werde das Land wohl sparsamer sein.

Und Monauni wies darauf hin, dass für den Bau bereits der Auftrag ausgeschrieben worden sei. Das Unternehmen, das den Zuschlag erhalten habe, könnte die Stadt auf entgangenen Gewinn verklagen, wenn man nun plötzlich eine Kehrtwende mache. Und wenn man dann noch mal ausschreiben müsse, koste das erneut wieder einen fünfstelligen Betrag.

Das war am Ende dann wohl überzeugend. In der Abstimmung am Ende wurde bei fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich der Brückenneubau entschieden.

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