Die Galerie Weißes Häusle im Fürstengarten ist das Domizil des Hechinger Kunstvereins. Foto: Klingler Foto: Schwarzwälder-Bote

Hechinger Künstler legen Jubiläumskatalog vor / Ministerpräsident: Ein Markenzeichen der Stadt

Hechingen. 60 Jahre alt wird der Kunstverein Hechingen. 1951 gegründet, feiert er am kommenden Wochenende Jubiläum.42 Künstler und mehr als 200 Fördermitglieder gehören dem Kunstverein im Jubiläumsjahr an. Pünktlich zur Feier liegt der Jubiläumskatalog "1951 – 2011: 60 Jahre Kunstverein Hechingen" frisch gebunden in leuchtendem Rot vor. Darin wird die Geschichte des Vereins skizziert. Drucke von Arbeiten der Künstler mit biographischen Auszügen kommen hinzu.

 

Mit 60 Jahren ist der Kunstverein einer der ältesten Kunstvereine in Baden-Württemberg. Seine überregionale Strahlkraft zeigt auch die große Zahl der Fördermitglieder. Ohne ihre Unterstützung wären die etwa 20 Ausstellungen, Konzerte und Kunstfahrten jährlich nicht möglich, betont der Vorsitzende Hans-Jürgen Kleiner: "Wagen die einen den Mut zum Scheitern, bringen die anderen die Bereitschaft mit, sich auf Unbekanntes einzulassen".

Dass der Verein Beachtung bis in die Landeshauptstadt findet, beweist das Grußwort von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Jubiläum. "Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit" – dieses Credo sei dem Kunstverein Hechingen seit sechs Jahrzehnten Motivation und Verpflichtung zugleich, schreibt der Regierungschef. Dem Verein sei es ein Herzensanliegen, die Kunst zu den Menschen und talentierte Künstler in die Region zu bringen. Der Verein zähle zu den ältesten und besonders erfolgreichen Baden-Württembergs. Er sei eng mit dem Stadtgeschehen verbunden. Seit seiner Gründung habe er mit Hilfe eines professionellen Konzepts und dank des Engagements seiner Mitglieder ein wichtiges Ziel erreicht: Ausstellungen namhafter Künstler nach Hechingen zu bringen und Kunst und Kultur in der Region fest zu verankern. Der Kunstverein sei ein Markenzeichen Hechingens, lobt der Ministerpräsident.

Komplimente kommen auch von Landrat GüntherMartin Pauli: Der Kunstverein habe sich als tragende Säule der Kunst weit über die Grenzen des Zollernalbkreises hinaus etabliert. In den 60 Jahren seines Bestehens sei der Verein als Kunstförderer und Ausstellungsveranstalter zu einer festen Größe im Zollernalbkreis geworden.

Bürgermeister Jürgen Weber sagt, Kontraste seien es, die das Wirken des Hechinger Kunstvereins immer wieder aufs neue charakterisierten: große Kunst im kleinen Weißen Häusle, Farbe und Form – "nicht selten provokant" – im architektonisch stilsicheren Rathaus, neue Musik in der Alten Synagoge. Der Kunstverein, lobt Weber, setze Akzente in der Zollernstadt.

u Der Kunstverein Hechingen feiert am Samstag, 10. September, von 18 Uhr an sein 60-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. So wird letzte Hand an das Domizil des Kunstvereins, die Galerie Weißes Häusle, angelegt. Die tonnenschweren Graniteinzelteile des "Sitzkreises", einer Arbeit des Bildhauers Rolf Bodenseh, sind bereits auf Fuge gesetzt. Nach einem Sektempfang und der Begrüßung gibt es am Jubiläumsabend ein Buffet, zubereitet vom Ehepaar Zarrella. Mit der Ausstellungseröffnung "GIFT" werden Jubiläumsgaben der aktiven Mitglieder präsentiert, die zu Gunsten des Vereines käuflich zu erwerben sind. Die Vorstellung der Arbeit "Sitzkreis", einer Dauerleihgabe, erfolgt anschließend im Dialog mit Rolf Bodenseh. Um 21 Uhr tritt die Formation "Volxtanz" aus Stuttgart auf. Zwei Mitglieder der zehnköpfigen Gruppe, Matthew Bookert (Tuba) und Florian Seeger (Trombone), haben bei Vernissagen des Kunstvereins im Weißen Häusle schon Kostproben ihres Könnens hinterlassen. "Volxtanz" präsentiert sich wild und bunt. Balkanbeats kollidieren lustvoll mit Polka oder klezmeresken Ska. Während die Bläser das letzte aus Blech und Holz quetschen, sollen dicke Beats und heiße Riffs auf die Tanzfläche locken. Anders um Mitternacht, wenn Dominique Rebourgeon auf der extra im Weißen Häusle installierten Orgel die Festgemeinde mit Improvisationen in nächtliche, musikalische Sphären des Fürstengartens entführt.