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Hechingen Uraltes Naturdenkmal ist dem Ende nahe

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Der dicke Stamm der alten Eiche in der Nähe der Steiner Schutzhütte ist zum Großteil morsch. Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Gerd Schollian

Hechingen-Stein. Als Denkmal ist sie fast vergessen: Die uralte Eiche, die der Wanderer in der Nähe der Steiner Schutzhütte auf dem Weg zum Schloss Lindich, versteckt hinter dicht wachsendem Jungholz, entdecken kann. Sie ist nach Schätzungen der Fachleute inzwischen fast 1300 Jahre alt.

Nun scheint sie langsam aber sicher dem Ende nahe zu sein, denn ein großer Ast ist abgebrochen, der einige Meter umfassende Stamm zum Teil morsch, die Rinde fällt ab. Nur ganz oben im Geäst scheint sie noch am Leben zu sein, und treibt im neuen Jahr nochmals Blätter aus. Eine kleine Durchforstung würde der Eiche mehr Licht und Raum geben.

Wer den Standort und das Umfeld dieses Baumes trotz des dichten Gestrüpps genauer in Betracht nimmt, kann feststellen, dass der Platz bewusst von den Alamannen gewählt wurde. Er befindet sich auf einer Ebene, die nach Norden steil in das Starzeltal abfällt und einen Blick bis in das ferne Neckartal und nach Süden auf die Höhen der Alb gewährt. Vergleicht man die Frühgeschichte Hechingens und Steins gegen Ende des 8. und 9. Jahrhunderts nach Christi, so liegt nahe, anzunehmen, dass der Bau der ersten christlichen Kirche, der Martinskirche, in direktem Zusammenhang mit dem Thingplatz, der auch der Götterverehrung diente, gestanden haben kann. Die Kirche stand an der Wegkreuzung der Straße zum Lindich und der Abbiegung zum Schützenhaus.

Später zog es die Alamannen in das Tal, wo sich heute Stein befindet. Andere dürften sich im Bereich Niederhechingen zu einer vielleicht dort schon ansässigen Sippe gesellt haben. Alle jedoch verehrten noch heidnische Götter und versammelten sich zu ihrem "Thing" – heute würde man die Sitzung der Gemeindeoberen so bezeichnen – vor der Eiche. Als das Christentum kam, wurde der Platz allmählich bedeutungslos. Mit der Eiche sehen wir heute noch die Reste einer einst bedeutenden Kultur.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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