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Hechingen Symbole des Dankes für überstandenes Leid

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Großes Foto: Votivtafeln Antoniuskapelle: In der Antoniuskapelle der St.-Luzen-Kirche zeugen Votivtafeln von der großen Dankbarkeit, die dem heiligen Antonius von Padua zuteil wurde. Kleine Fotos: Auch dem Dank an den heiligen Judas Thaddäus und die Gottesmutter wird Ausdruck verliehen. Foto: Maute Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn eine Krankheit oder ein Unheil überstanden ist, findet Dankbarkeit bisweilen nicht nur im Stillen ihren Ausdruck. Religiöse Kleindenkmale in Kirchen oder am Wegesrand verdeutlichen: die Bitte um Beistand wurde erhört.

Hechingen. Es gibt Zeiten, in denen schwierige Phasen das Leben prägen – sei es im Falle einer Krankheit oder in einer ausweglos erscheinenden Situation. Nicht selten geht damit die Bitte um göttlichen Beistand oder die Hilfe Schutzheiliger einher.

Symbole des Dankes für ein gnadenhaft empfundenes Geschehen, etwa nach einer Genesung, sind zum Beispiel die Votivtafeln in der Hechinger St.-Luzen-Kirche. Zu finden sind sie unter anderem in der Seitenkapelle, in der nicht nur das Herz des Grafen Eitelfriedrich von Hohenzollern beigesetzt wurde, sondern in der sich auch der Altar des heiligen Antonius von Padua befindet. "St. Antonius hat geholfen" oder "Dank dem Heiligen Antonius" ist auf ihnen zu lesen. Viele Kirchen oder Kapellen, in denen Gott, Maria oder bestimmte Heilige um Beistand und Hilfe angefleht wurden, sind mit solchen Tafeln bestückt. In der westlichen, vor allem der katholischen Kirche ist das Votivbild als eigenständiger Typus seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bekannt.

Eine Tafel im Eingangsbereich der Kirche ist der Gottesmutter gewidmet

Sein Ursprung liegt vermutlich in Italien. Den wohl beliebtesten Volksheiligen jenes Landes, Antonius von Padua (Ordenspriester des Franziskanerordens), bezeichnete Papst Leo XIII. einst als "Heiligen für die ganze Welt." Angerufen wird er nicht nur bei verlorenen Gegenständen, sondern unter anderem auch bei Krankheit. Als Nothelfer bei besonders schweren Anliegen gilt der heilige Judas Thaddäus, einer der biografisch weniger bekannten Jünger Jesu, dem in der St.-Luzen-Kirche "inniger Dank für Hilfe in aussichtslosen Nöten" gezollt wird.

Eine Tafel im Eingangsbereich der Kirche ist zudem der Gottesmutter gewidmet, die "wunderbar geholfen" hat. Vermerkt ist darauf neben der Jahreszahl 1955 der Ort Jungingen. In letzterem zeugen Votivtafeln in der Anna-Kapelle von der Dankbarkeit, die nach überstandener Viehseuche den Tierpatronen Wendelin und Fridolin zuteil wurde. "Zu Lob und Ehr der seligsten Mutter und sonderbaren Beschützerin Anna, wie auch der Heiligen Wendelin und Fridolin hat wegen ihrer viel vermögenden Hilf zu Erhaltung des Viehes diese Tafel anhero gehängt die gesamte hiesige Gemeinde den 1. Juni im Jahre des Heils anno 1745", lautet eine Inschrift.

Dass in jener Zeit, in der die Viehseuche grassierte, auch "Bittprozessionen nach Heilig Kreuz, zum Kalvarienberg, nach Maria Zell und auf Kirchberg zu den Heiligen St. Wendelin und Fridolin als zu den besonderen Patronen in derartigen Unglücksfällen" unternommen wurden, berichtet die "Hohenzollerische Heimat" unter Berufung auf die Hechinger Pfarrbücher.

Symbole der Dankbarkeit für ein überstandenes Unheil oder eine überwundene Erkrankung finden sich indes nicht nur in Gotteshäusern, sondern auch am Wegesrand.

Wie aus der Liste der Kleindenkmale im Zollernalbkreis hervorgeht, steht ein solches unter anderem in Bisingen (Gemarkung Wessingen). Das braun lasierte Holzkreuz mit hellem Korpus und gleichfarbiger Inri-Fahne wurde 1972 von Anton Hausch anlässlich der Genesung von schwerer Krankheit gestiftet.

Auch in Haigerloch gibt es Kleindenkmale, die von tiefer Dankbarkeit zeugen

In Burladingen ist es eine Muschelkalkskulptur des sitzenden bekrönten Christus (1927), die der Bildhauer Franz Lorch aus München im Auftrag von Lehrer Vitus Scheu schuf. Die Inschrift bringt den "Dank für Heilung / Nach einer schweren Krankheit" zum Ausdruck.

Ebenfalls zu diesem Zweck stiftete Hans Steinhart in Burladingen-Stetten ein Eichenholzkreuz mit hölzerner Inri-Tafel. Erstellt wurde es zusammen mit einem nebenstehenden Inschriftstein im Jahre 2005.

Auch in Haigerloch gibt es Kleindenkmale, die aus Dankbarkeit für eine überstandene Erkrankung entstanden. In Hart errichtete Erich Biesinger 1962 einen Marienbildstock und in Bittelbronn stiftete Erich Volm nach der Genesung seines Sohnes 1943 ein Steinkruzifix aus hellem Feinbeton.

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