An der Hechinger Stadthalle müssen zur Verbesserung des Brandschutzes einige Umbauten stattfinden. Günstig ist, dass die Glasfront zum Stadtgarten hin als Notausgang eingestuft werden kann. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Bauausschuss: Brandschutzmaßnahmen an der Stadthalle Museum sollen demnächst verbessert werden

In den Brandschutz der Hechinger Stadthalle werden 425 000 Euro investiert. Dem Beschluss dafür hat der Bauausschuss am Mittwoch zugestimmt. Die letztendliche Entscheidung trifft allerdings der Gemeinderat.

Hechingen. Die Offenheit der Stadthalle mit ihrem Foyer, das in die Halle übergeht aber auch einen Zugang zum Konstantinsaal hat, ist eine gestalterische Stärke der Stadthalle. Beim Brandschutz ist diese Offenheit aber eine Schwäche. Und nicht die einzige, wie eine Brandschau im Oktober vor zwei Jahren zeigte. Ob Bühne, Küche, Wohnung im Obergeschoss oder Sanitärräume im Keller – es fanden sich mehrere Kritikpunkte. Deutlich jenseits der 700 000 Euro lag die anfängliche Kostenschätzung.

Die Stadt schaltete daraufhin das Albstädter Büro Feuring ein, das auf solche Dinge spezialisiert ist. Das hat sich rentiert. Die Brandschutzkonzeption wurde so geändert, dass weniger Umbauten nötig sind. Dass dabei dennoch die aktuellen Brandschutzanforderungen erfüllt sind, versteht sich von selbst.

Im Evakuierungsfall müssen Gäste durch den Ziertümpel waten

Was nun genau geändert werden soll, ist komplex, wie sich am Mittwoch bei der Präsentation im Bauausschuss zeigte. Grundlage ist, dass im Gesamtgebäude klarere Abschnitte gebildet werden. Auch Rettungswege müssen teilweise neu konzipiert werden. Einer von den Toiletten aus führt nun in Richtung Tiefgarage, im großen Saal wird die Fensterfront zum Fluchtweg. Dass Gäste im Evakuierungsfall dann durch den flachen Ziertümpel waten müssten, stellt kein Problem dar.

Wesentliche Änderung gibt es bei der Lüftung, über die im Brandfall gefährliche Rauchgase transportiert werden können. Hier sind nun Abschottungen notwendig. Aufmerksamen Beobachtern dürfte aufgefallen sein, dass im Gastronomietrakt des Restaurant Museum bereits kräftig gewerkelt wurde. Hier wurde der Umstand genutzt, dass das Restaurant aktuell nicht verpachtet ist. Brandschutzprojekte, die ohnehin notwendig sind, wurden hier in dieser Phase erledigt. Die restlichen Arbeiten beginnen wohl erst zum Jahresende hin.

Dass sie nicht ganz so umfangreich ausfallen, ist der Findigkeit des Albstädter Fachbüros zu verdanken. So wird das Dach der großen Halle bekanntlich durch teilweise sichtbare Stahlträger gehalten. Unter Hitze verliert Metall aber schnell seine Festigkeit. Spezialanstriche können das verzögern. In der Stadthalle aber wurden die Träger nur teilweise damit bestrichen. Dach abheben und nachpinseln? Das wäre teuer und langwierig geworden. Stattdessen konnte so umgeplant werden, dass die nun durch eine weitere Umplanung nicht mehr notwendige "Sprühflutanlage" an der Bühne als Kompensation angerechnet werden kann.

Viele weitere Einzelmaßnahmen wurden in der Sitzung aufgezählt. Allen ist gemeinsam: Sie sind definitiv notwendig, damit die Halle weiterhin aktuellen Gesetzen entspricht.

Im übrigen weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass die Brandschutzarbeiten nicht als Sanierung der Halle betrachtet werden dürfen. Diese Sanierung wird durchaus als nötig betrachtet – etwa bei Wärmedämmung, Heizung, Bühnentechnik, Medienausstattung, sanitären Anlagen, Erneuerungen von Türen und Zargen und einigem mehr. Das allerdings dürfte teuer werden. Und muss deshalb noch warten.

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