Nadine Ottenbreit gab bei der Ausstellungseröffnung gerne Erläuterungen. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder-Bote

Ausstellung: Nadine Ottenbreit zeigt im Rathaus Fotoarbeiten

Von Klaus Stopper

Hechingen. Was ist schön? Eine Frage, die sich beim Betrachten der neuen Ausstellung im Hechinger Rathaus aufdrängt. Nadine Ottenbreit zeigt dort Fotoarbeiten, die an Magazin-Aufnahmen erinnern.

Gezeigt werden Fotoserien, jede mit einem Model in mehreren Posen vor ausgewählter Kulisse. Ein junger Schönling, der sich vor moderner Architektur im Sessel lümmelt, eine junge Frau im Feenkleid mit efeuumranktem Schwert im Wald. All das gekonnt fotografiert. Wer hier "schön" abgebildet wird, will sich nicht in seiner alltäglichen Erscheinung zeigen. Keine Reportage, stattdessen Traumszenen, die eine Bühne zur Selbstdarstellung bieten. Man kennt dieses Bildergenre von Mode- und Boulevard-Magazinen.

Gerade das aber macht sie erstaunlich. Es war kein Profifotografenteam, das mit aufwändiger Technik im Auftrag bekannter Modelabes arbeitete, es ist eine junge Frau aus Hechingen, die ihre Fantasiewelt im Zusammenspiel mit Models in Fotos gebannt hat.

Nadine Ottenbreit, Jahrgang 1979, in der Pfalz aufgewachsen, seit sieben Jahren Hechingerin. Sie betreibt hier ein Werbebüro, macht aber auch als Kulturveranstalterin immer wieder auf sich aufmerksam. Ihre radikal-positive Begeisterungsfähigkeit beeindruckt und verblüfft.

Sie ist jemand, die schon als Grundschülerin lieber malte als lernte, die von klein auf von kreativen Berufen träumte, die diesen Traum nie aus den Augen verlor. Sie malt, sie fotografiert, sie schreibt, ihr Werbeatelier nennt sie "KunstWerk", und bei all dem hat sie sichtlich Spaß. Für Ausgrenzungsstrategien der "seriösen" Kunstwelt hat sei kein Verständnis. Wer ihre Arbeiten auf sich wirken lässt, erkennt diesen Spaß am Eigenen, die Kraft und Freude, die darin liegen kann, eigene Vorstellungen in Bilder zu bannen. Es sind Menschen abgebildet, die bei den Fotosessions fantasievolle Rollen einnehmen, deren Schönheit bewusst aus dem Künstlichen kommt.

Zur Vernissage spielte und sang Jochen Lanius Balladen zur Gitarre. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Dorothea Bachmann gab Sylvia Sanktjohanser eine Einführung.

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