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Hechingen Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden

Von
Foto: Petersen

Hechingen - Erst jüngst ist die neue Solaranlage auf dem Dach des Bürgerhauses von Bechtoldsweiler in Betrieb gegangen. Finanziert wurde sie mit 44 Privatkrediten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten dazu zusammengestellt.

"Es freut mich, dass ihr dabei seid, um zu sehen, was wir mit euerm Geld gemacht haben", sagt Almut Petersen, Geschäftsführerin der Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR, zu den Teilnehmern eines Rundgangs, die mehr über die Solaranlagen wissen wollten, in die sie investiert haben. Die Besichtigung führte von der Mensa zur Realschule und von dort nach Stein und Bechtoldsweiler. Die wichtigsten Infos über die Bürger-Solaranlagen:

Wie werden die Solaranlagen finanziert?

Mit einem Darlehen von Bürgern. Wer investiert, erhält über die Dauer von 20 Jahren eine feste jährliche Tilgung mit Zinsen. Erträge werden mit auf den Dächern produziertem Strom erwirtschaftet. Zunächst wird der Bedarf der öffentlichen Gebäude gedeckt. Die Stadt zahlt durchschnittlich rund 14,82 Cent pro Kilowattstunde. Was nicht im Gebäude verbraucht wird, wird ausgespeist und an Stromanbieter verkauft.

Ist der Betreiber der Anlagen gewinnorientiert?

Die Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR ist nach eigenen Angaben nicht gewinnorientiert, möchte vielmehr einen Beitrag zur Energiewende vor Ort leisten. Das Unternehmen pachtet die Dachflächen öffentlicher Gebäude von der Stadt. Die Stadt selbst ist über die Stadtwerke Hechingen beteiligt.

Für wen eignet sich das Angebot?

Für Bürger, die aus Hechingen kommen. Wie Geschäftsführerin Almut Petersen sagt, haben alle, die bisher Geld investiert haben, einen Bezug zu Hechingen. Wenn neue Solaranlagen gebaut werden, würden jeweils neue Interessenten bevorzugt, um so vielen Hechingern wie möglich die Chance zum Mitmachen zu bieten.

Wie umweltschädlich sind die Materialien, die in den Solaranlagen verbaut sind?

Die Anlagen bestehen laut Petersen aus Aluminium, Glas, Silizium (Sand) und Elektrotechnik "wie man sie auch aus Computern kennt" (Petersen). Die Hersteller hätten sich verpflichtet, ausrangierte Anlagen zurückzunehmen und wiederzuverwerten. Letztlich bestehe jedoch das gleiche Problem wie bei Smartphones: Auch dort würden Materialien verbaut, bei denen man nicht wissen wolle unter welchen Umständen sie abgebaut werden.

Auf welchen Dächern in Hechingen gibt es solche Solaranlagen bereits?

Nach einer längeren Bauzeit ab Sommer 2018 konnten unter anderem in den vergangenen Wochen drei große neue Gemeinschafts-Solaranlagen auf kommunalen Dächern in Betrieb genommen werden: 32,45 Kilowatt-Peak auf dem Neubau bei der Realschule, 80,025 Kilowatt-Peak auf der Auchterthalle in Stein und 50,05 Kilowatt-Peak auf dem Bürgerhaus Bechtoldsweiler. Diese Anlagen werden jährlich rund 140 000 Kilowatt Strom produzieren.

Mit welche Rendite können Teilnehmer rechnen?

Finanziert wurden die Anlagen komplett über "Solarbausteine", also den Darlehen der Bürger. Das Darlehen in Höhe von 10 000 Euro wird jedes Jahr zurückbezahlt. Der Zinssatz liegt bei 2,3 Prozent. Nach zwei Jahrzehnten macht das laut einer Beispielrechnung eine Rendite von insgesamt rund 2600 Euro für die Geldgeber.

Was passiert, wenn während grauer Herbst- und Wintertage die Sonne nicht herauskommt?

Wie Petersen auf Nachfrage erklärt, trage das Risiko für etwaige Ertragsausfälle die Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR, die dafür entsprechende Versicherungen abgeschlossen hat.

Sind in Hechingen weitere Solaranlagen geplant?

"Wir sind auf der Suche nach Dächern", sagt Petersen auf Nachfrage. Konkrete Aussichten auf die kurzfristige Nutzung weiterer Dachflächen gibt es derzeit nicht.

Können auch Privatpersonen ihr Dach zur Verfügung stellen?

Dies wäre potenziell möglich. Allerdings müsse das Dach ziemlich groß sein, sagt Roland Huber, einer der Gründer des Projekts. Er geht von Dachfläche von 70 Quadratmetern mit zusammenhängender Solaranlage aus, damit die Anlage rentabel wird. Zudem müsse das Dach von außen gut erreichbar sein, um es installieren zu können.

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