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Hechingen Sind Integrationshäuser eine Lösung?

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Treffen in der Flüchtlingsunterkunft: Almut Petersen, Max Daiker, Günther-Martin Pauli, Annette Widmann-Mauz und Dorothea Bachmann(von links) diskutierten über das Aviona-Heim. Foto: Zahner

Hechingen - Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz, hat das Hechinger Aviona-Heim besucht. Mit dabei waren auch Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Landrat Günther-Martin Pauli.

Auch wenn es das Asylbewerberheim wohl nicht mehr lange geben wird, machte sich die CDU-Wahlkreisabgeordnete ein Bild der Lage und brachte gleich Lernmaterialien vorbei. "Damit können Kinder spielerisch deutsch lernen", erklärte Widmann-Mauz. Die Geschenke überreichte sie an Almut Petersen vom Arbeitskreis Asyl, die unter anderem im Aviona-Heim Deutschunterricht gibt. "Das können wir sehr gut gebrauchen", sagte Petersen.

Dennoch seien Leute, die helfen, das Wichtigste, so Petersen. Man könne eben nicht alles mit Geld kaufen. "Materiell ist fast alles da, was wir brauchen", erklärte Petersen.

Momentan beherbergt das Heim 92 Flüchtlinge, darunter ist auch Mosa Mustafa aus Gambia, der seiner Deutschlehrerin Almut Petersen spontan ein kleines Weihnachtsgeschenk überreichte. Der Gambier ist seit sechs Monaten im Heim in Hechingen und sucht derzeit nach Arbeit. Auf Bachmanns Frage, was er denn für eine Arbeit suche, antwortete er "Ich mache alles" und lächelte dabei freundlich. Er sei von Italien mit dem Boot nach Europa gekommen.

"Mosa Mustafa wartet gerade noch auf seinen Asylantrag", sagte Heimleiter Max Daiker. Und betonte in diesem Zusammenhang, dass es immer noch 25 Bewohner gebe, die noch keinen Antrag gestellt hätten. Sie seien zwar registriert, hätten aber beispielsweise in Italien keinen Antrag gestellt.

Widmann-Mauz regt an, auf Sachleistungen umzustellen

"Deshalb wäre das 48-Stunden-Verfahren ein gigantischer Fortschritt", sagte Almut Petersen den anwesenden Politikern. Dieses Verfahren wendet unter anderem die Schweiz an, und das Land hat so weniger Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern. Widmann-Mauz betonte außerdem, dass man den Flüchtlingen, die hier seien, Zeit geben müsse, sich zu integrieren. "Wenn wir Deutsche in anderen Ländern im Urlaub sind, machen wir auch viel falsch", sagte die Christdemokratin.

Was bei allen Beteiligten anklang, war, dass sie mit der Unterbringung im Aviona-Heim nicht mehr glücklich sind. "Wir wollen Dezentralität, das haben wir aus dem Aviona-Heim gelernt", so Landrat Pauli. Deshalb sei das Ziel, das Gebäude zurückzubauen. Widmann-Mauz regte dazu an, die Flüchtlinge in Integrationshäusern nach dem Vorbild von Mehrgenerationenhäusern unterzubringen. Dabei sollen dann die Jungen und Älteren gegenseitig voneinander lernen. Außerdem sei die Bildung der Frauen ein wichtiger Punkt. Bildung fördere die Selbstständigkeit und mache die Frauen unabhängiger, so Widmann-Mauz.

Ein anderes Thema war der Essenshop, der seit Ende 2013 geschlossen ist. Seither wurden keine Sachleistungen, sondern Bargeld ausbezahlt. "Die Bewohner holen das ganze Geld auf einmal und geben gleich alles aus", sagte Daiker. Widmann-Mauz regte an, wieder auf Sachleistungen umzustellen und verwies auf das Asylpaket I, in dem dies festgeschrieben sei.

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