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Hechingen Sexueller Missbrauch an Enkelin: Großvater verurteilt

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16 Jahre liegt der Vorfall zurück, der vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Foto: Stopper

Hechingen - Das Vergehen liegt lange zurück, aber es hat den Täter eingeholt. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Amtsgericht am Mittwoch einen 87-Jährigen aus dem Mittelbereich Hechingen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Besonders schwer wog in den Augen des Gerichts die Tatsache, dass es sich bei dem Opfer um die damals elf oder zwölf Jahre alte Enkelin handelte. An ihr soll sich der Angeklagte bei einem gemeinsamen Urlaub vor 15 oder 16 Jahren, als die Enkelin mit den Großeltern im Wohnwagen in einem Bett schlief, vergangen haben. Das Opfer musste vor Gericht nicht aussagen, hatte aber in der richterlichen Vernehmung nach der Anzeige im Mai diesen Jahres umfangreiche Angaben gemacht, die Richter Ernst Wührl der Verhandlung zu Grunde legte.

Demnach habe der Großvater das neben ihm schlafende Mädchen an den Schenkeln und im Intimbereich gestreichelt und sei mit dem Finger in sie eingedrungen. Das Kind war davon aufgewacht und hatte versucht, sich dem Zudringlichkeiten zu entziehen, aber erst als die Großmutter aufwachte, hatte er von ihr abgelassen. Das Mädchen setzte für den Rest des Urlaubs durch, in einem eigenen Bett schlafen zu dürfen. In der Folge habe die Enkelin, die bis dahin ein gutes Verhältnis zu den Großeltern gehabt habe, diese gemieden, aber mit niemanden über den Vorfall gesprochen.

Ans Licht kam die Sache erst etwa fünf Jahre später, als die Enkelin sich weigerte, zu den Großeltern zu gehen. Sie vertraute sich ihrer Schwester an, die darauf erklärte, ihr sei das Gleiche auch schon passiert. Der Vater habe den Großvater zur Rede gestellt, dieser sei dann ausfallend geworden, worauf die Familie den Kontakt zu ihm abgebrochen hatte. Warum aber die Anzeige erst jetzt? Die ältere Schwester brachte den Stein ins Rollen, da ihre Kinder jetzt ungefähr in dem Alter sind, als sie und ihre Schwester zu Missbrauchsopfern wurden, verlas Richter Wührl. Der Missbrauch an der Schwester wurde nicht verhandelt, er ist verjährt.

Der Angeklagte gab die Tat, zu. Der gesundheitlich schwer angeschlagene 87-Jährige ließ von seinem Anwalt eine Erklärung verlesen, die sich vor allem mit seinem schweren Leben befasste. Eine Erklärung für die Tat oder eine Entschuldigung kam darin nicht vor. Dies bemängelte Staatsanwalt Engel, der sich große Mühe mit der strafrechtlichen Würdigung des Falles gab. Es handle sich nach den Schilderungen des Opfers um schweren sexuellen Missbrauch. Für den Angeklagten spreche das Geständnis und dass er nicht versucht habe, das Opfer zu verunglimpfen. Auch habe die Enkelin den Missbrauch nach eigenen Angaben gut verkraftet. Aufgrund des Alters des Angeklagten plädierte der Staatsanwalt auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und ein Schmerzensgeld von 3600 Euro für die Enkelin.

Verteidiger Westphal bekannte, er tue sich schwer, Verständnis für den Angeklagten zu wecken. Den Strafantrag des Staatsanwalts nannte er "maßvoll und fair", bat aber, die Geldstrafe zu verringern. Dem folgte Richter Erst Wührl. Zur zweijährigen Freiheitsstrafe auf drei Jahre Bewährung muss der Angeklagte 1200 Euro in Raten an den Verein Feuervogel zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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