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Hechingen Schnappt sich Stadt den Schloßplatz-Deal?

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Wer wird am Ende Eigentümer dieses historischen Ensembles am Schloßplatz? Am Dienstag berät der Gemeinderat, ob er hier ein Vorkaufsrecht ausübt. Foto: Stopper

Hechingen - Ein kleiner Immobilienkrimi bahnt sich in Hechingen an. Es geht um Zehntscheuer, Marstall, ehemalige Gebäude Riedel und das Gebäude des türkischen Lebensmittelmarkts am Schloßplatz. Beteiligte sind die Stadt Hechingen und die EJL.

Wenn sich der Gemeinderat mitten in der Fasnet trifft, muss schon was Besonderes los sein. Aber genau das passiert am Dienstag, 18. Februar, von 18.30 Uhr an im Hechinger Ratssaal. Völlig überraschend wurde nun eine Sondersitzung des Hechinger Gemeinderats an diesem Termin anberaumt. Einziger substanzieller Tagesordnungspunkt: "Grundstücksangelegenheiten Schloßplatz 6, 7 und 8 und Schloßstraße 21 – Entscheidung über das Ausüben des besonderen Vorkaufsrechts".

Wem die genannten Adressen nichts sagen: Es handelt sich an der Schloßstraße um das Gebäude, in dem aktuell die Caritas ihren Tafelladen und den Second-Hand-Shop "Glücksgriff" betreibt, um das große Fachwerksgebäude direkt daneben, das zu gräflichen Zeiten Zehntscheuer war, um den ehemaligen Marstall, über dessen Eingangsportal die Jahreszahl 1755 prangt, und um das Gebäude daneben, in dem aktuell der Bizim-Lebensmittelmarkt Mieter ist.

Und wenn die Stadt ein Vorkaufsrecht hat, bedeutet dies, dass zwei Private für diese Gebäude bereits einen Kaufvertrag abgeschlossen haben. Laut neuer Satzung darf die Stadt in solchen Fällen ein Vorkaufsrecht ausüben.

EJL Kaufvertrag soll die Interessentin in diesem Grundstücksgeschäft sein

Horst Wolf, der Eigentümer der Gebäude, gab sich am Mittwoch etwas überrascht, als unsere Zeitung ihn telefonisch nach dem Vorgang fragte. Von der anberaumten Sondersitzung wusste er noch gar nichts, dass die Stadt hier aber auch Interessen hat, war ihm bekannt. Und was einige Anlieger des Schloßplatzes bereits wussten, bestätigte auch er. Die EJL soll auch bei diesem Verkauf die Interessentin sein.

Und vielleicht erklärt sich auch daraus, weshalb bei Bürgermeister und Gemeinderat bei diesem geplanten Handel die Alarmglocken schrillen. Der EJL gehören mit Marktplatz 3 und dem Gebäuderiegel am Obertorplatz von Ex-HZ bis kurz vor dem Klaiber (oder vielleicht auch bis zum Klaiber, so genau weiß das derzeit niemand) bereits zentrale Gebäude in der Stadt.

Dazu kommen der Citypark. Und es gibt Informationen, dass die EJL auch weiter in Richtung Münzparkdeck an Häusern Interesse zeigt. Kurz gesagt: Durch einen so umfassenden Immobilienbesitz würde die EJL eine dermaßen beherrschende Stellung in Hechingen einnehmen, dass sie in Sachen Stadtentwicklung Gemeinderat und Bürgermeister kräftig unter Druck setzen könnten. Stadtoberhaupt Philipp Hahn hat zudem in seiner Neujahrsansprache durchaus eine gewisse kritische Haltung gegenüber der EJL durchschimmern lassen.

Man kann also annehmen, dass der Gemeinderat sehr motiviert sein wird, ein Vorkaufsrecht auszuüben und damit die Kontrolle über dieses zentrale Gelände der Innenstadt zu erlangen.

Allerdings stellt sich auch die Frage, welcher Preis dafür fällig würde. Ein Kauf über Schulden wäre wohl durchaus denkbar, denn die Stadt würde hier wohl kaum selbst Projekte realisieren wollen, sondern nach geeigneten Investoren suchen. Es wäre also eher eine Zwischenfinanzierung durch die Stadt.

Wie auch immer: Am Dienstag nach der Sitzung wird man schlauer sein.

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Klaus Stopper

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