Das Heilgenbachtal bei Schlatt kommt als ein Standort für ein Pumpspeicher-Becken in Frage. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder-Bote

Thema soll nach Informationsveranstaltung in Beuren noch einmal beraten werden

Hechingen-Schlatt. Sehr skeptisch sieht der Schlatter Ortschaftsrat die Pläne für ein Pumpspeicherbecken im Heiligenbachtal. Das wurde in der Sitzung am Montag deutlich. Trotz dieses Themas auf der Tagesordnung hielt sich das öffentliche Interesse an der Sitzung in Grenzen. Neben den Gemeinderätinnen Ingrid Gruler und Julia Alber verfolgten nur noch zwei weitere Gäste die Sitzung.

Ortsvorsteher Jürgen Schuler erklärte das weitere Verfahren. Die Ortschaftsräte müssten bis zum 22. Mai zu einer Entscheidung über das Thema kommen. Der Hechinger Gemeinderat solle bis spätestens 14. Juni eine Stellungnahme abgeben. Ein wichtiger Termin sei aber der 16. Mai, denn nur bis zu diesem Tag seien Einsprüche von Privatpersonen zulässig.

Schuler schilderte den Räten anschließend die Pläne für die Pumpspeicherkraftwerk-Variante, bei der das Unterbecken weitgehend auf Schlatter Gemarkung liegen würde. Man erkenne, was für einen enormen Landschaftsverbrauch dieses Vorhaben bedeuten würde, so der Ortsvorsteher. 26 Hektar würden benötigt, 60 Prozent dieser Fläche seien Wald, 30 Prozent Grünland. Es fänden sich einige Schutzgebiete in diesem Bereich.

Bei einer Dammhöhe von 30 Metern und einer Breite des Bauwerks von etwa 580 Metern könnten drei Millionen Kubikmeter Wasser dort gespeichert werden.

Für die große Informationsveranstaltung der Stadt Hechingen, die am 8. Mai in der Boller Halle stattfinden wird, hat der Schlatter Ortschaftsrat einen Katalog von Fragen ausgearbeitet. Sie betreffen die Stromwirtschaft in der Region, Fragen des Naturschutzes und die Generationengerechtigkeit.

In der anschließenden Diskussion wies Hans Votteler auf das Risiko hin, was ein Dammbruch für die talabwärts liegenden Ansiedlungen bedeuten würde. In Schlatt wären die Zerstörungen verheerend, warnte er. Severin Neher wollte wissen, wo der Strom herkommt, der in der Anlage gespeichert werden soll. Werner Schuler äußerte zudem Zweifel, ob ein Energiespeicher dieser Art überhaupt noch gebraucht würde, wenn die über zehnjährige Planungs- und Bauzeit vorüber sei, und sein Ratskollege Josef Fischer wies auf die wertvolle Naturlandschaft im Heiligenbachtal hin, die durch solch ein Bauwerk unwiederbringlich zerstört würde.

Auf einen weiteren Gesichtspunkt verwies Jürgen Schuler zum Abschluss. Nur zehn Prozent der benötigten Fläche seien in öffentlicher Hand, alle private Parzellenbesitzer könnten Widerspruch einlegen.

Nach der Informationsveranstaltung am 8. Mai wollen die Schlatter Räte noch einmal über die Speicherbecken-Pläne beraten.