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Hechingen Potenziale nutzen statt zu resignieren

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann (links) hat der Hechinger EUTB-Beratungsstelle, die Menschen mit Behinderung bei der Verwirklichung ihrer Ansprüche hilft, einen Besuch abgestattet. Hubert Seiter von der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, Ines Vorberg als Betroffene und Melanie Riegger (rechts) als Fachberaterin erklärten ihm, wo es aktuell noch klemmt. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Sie hat eine Verwaltungsausbildung, sitzt im Elektrorollstuhl, könnte eigentlich Rente beziehen, will aber arbeiten. Vergangenen Mittwoch sprach Ines Vorberg in der Hechinger EUTB-Beratungsstelle mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Rosemann.

Hechingen. Der Ort war nicht zufällig gewählt. EUTB steht für Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, soll sich darum kümmern, dass Menschen mit Behinderung die Unterstützung kriegen, auf die sie Anspruch haben. Die EUTB hat ihre zentrale Beratungsstelle für den Zollernalbkreis in der Oberen Mühlstraße im Erdgeschoss des Gebäudes, das oben das Oldtimermuseum beherbergt.

Ines Vorberg mag starke Einschränkungen hinsichtlich ihrer Bewegungsfähigkeit haben, aber geistig ist sie voll da. Zu 67 Prozent arbeitsfähig, wurde amtlich festgestellt. Als sie aber ankündigte, dass sie jetzt arbeiten und nicht den Rest ihres Leben nur Rente beziehen will, riet ihr die Sachbearbeiterin im Amt ab.

Für Hubert Seiter, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, der auch am Gespräch teilnahm, ist das keine Überraschung. Die Kernbedeutung des Teilhabegesetzes, das genau dazu ermuntern soll, an Behinderungen nicht zu resignieren sondern die Potenziale zu verwirklichen, sei noch längst nicht in allen Behörden verinnerlicht, erklärte er.

Die Problematik hat viele Aspekte. Auch Autos gehören dazu. Ines Vorberg braucht ein sehr spezielles und damit auch sehr teures, damit sie nach dem Einparken mit ihrer Behinderung in ihren schweren Elektrorollstuhl kommt. Hat das Auto eine Panne, ist das schnell sehr teuer. Bevor sie die Rechnung zahlen darf, muss sie aber zuerst das Geld bei der Rentenversicherung beantragen. Kompliziert, langwierig. Hubert Seiter will nun ein persönliches Budget einrichten, aus dem solche Rechnungen vorfinanziert werden können.

Nur eines von vielen Beispielen. Wer unter Behinderungen leidet und trotzdem arbeiten oder sich ausbilden lassen will, stößt auf ein für Laien frustrierendes Wirrwarr von unterschiedlichen Sozialleistungsträgern, die sich oft nicht so ganz einig sind, wer von ihnen zuständig ist.

Dieses Wirrwarr müssen die Betroffenen seit zwei Jahren nicht mehr alleine durchdringen. Seit ziemlich genau zwei Jahren gibt es die Hechinger EUTB-Beratungsstelle, und Melanie Riegger als Beraterin gibt Betroffenen kundig Auskunft und unterstützt sie auch dabei, ihre Rechte verwirklichen zu können. Nicht immer einfach, wie sie Martin Rosemann erzählte. Und das Angebot sei gefragt, ergänzte sie. In der Beratungsstelle gehe ihr die Arbeit so schnell nicht aus.

Martin Rosemann hat sich als SPD-Bundestags-Abgeordneter unter anderem auch auf den Bereich Teilhabe von Behinderten spezialisiert. Solche Einblicke in die Praxis seien für ihn sehr wichtig, merkte er in dem Gespräch an.

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