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Gemeinderat sucht Bodenbelag, Bänke und weitere Gegenstände für Platzneugestaltung aus.

Hechingen - Das Pflaster für die Obertorplatz-Neugestaltung wird aus China kommen. Unter anderem das hat der Hechinger Gemeinderat am Dienstag in einer Open-Air-Sitzung auf dem Platz entschieden. Die chinesische Firma gilt aber wohl als vertrauenswürdig

 

Die Pflasterauswahl hatte nicht zuletzt auch als Folge einer Exklusiv-Information in unserer Zeitung Wellen geschlagen. Arbeitsbedingungen, Ökologie, Preis – das stand als Fragen im Raum. Aber Planer Johann Senner versicherte in der Sitzung am Dienstag, dass er persönlich die chinesische Firma besucht hat und kennt. Die Arbeitsverhältnisse seien in Ordnung, "keine Kinderarbeit, hohe Mechanisierung", erklärte er.

Und der Preis? Betonpflaster wäre 200 000 Euro günstiger, geht aber schneller kaputt und sieht schlechter aus. Pflastersteine aus Spanien wären 200 000 Euro teurer als die aus China. Sie gefielen den Räten aber nicht so gut. Gebrauchtpflaster – ein Vorschlag aus dem Rat – wäre zu glatt geschliffen und damit rutschgefährlich, warnte der Planer. 19 Räte stimmten am Ende für den chinesischen Stein, der im Reihenverband verlegt werden soll. Nur Regina Heneka hatte die spanische Variante bevorzugt.

Für das Mäuerchen, das in Richtung Neustraße hin den Platz zur Straße abstützen wird, wurde Muschelkalk in erdfarbiger Tönung ausgewählt. Als Asphalt für die Straße über den Obertorplatz wurde eine hellbeige Variante ausgesucht. Das sieht elegant aus. Das Kies, das die Randbereiche abdecken wird, wird ockerfarbig.

Bänke sollen 25 Jahre halten

Ökologische Aspekte spielten dann nochmal bei der Auswahl der Platzmöblierung eine Rolle. Etwa 30 Bänke werden gebraucht, gekauft werden sie von der Schweizer Firma Buri, die unter anderem Eschenholz durch ein Spezialverfahren so haltbar macht, dass für die Naturholzbänke 25 Jahre Garantie gegeben wird. Die Alternative waren Bänke einer Firma, die ein extrem widerstandsfähiges Tropenholz aus dem Kongo verwendet. Allerdings aus einer zertifizierten Anlage, wurde versichert, die nachhaltig den Urwald nutzt.

Ob die Holzfrage entscheidend war oder das eher klassische Design der Buri-Bänke, die sich vom moderneren Stil der Tropenholzbänke unterschieden? Schwer zu sagen. Die Entscheidung fiel am Ende aber fast einstimmig für die Buri-Esche-Natur-Variante.

Auch Mülleimer wurden ausgesucht. Das in der Stadt bereits verwendete Modell kostet 400 Euro (mit Ascher 600 Euro). Neun Gemeinderäte stimmten für diesen Abfallbehälter, acht wollten das teurere Modell mit Ascher und Hundekotbeutel (860 Euro ohne und 1060 Euro mit Beutel).

Abschließend ging es noch um die richtige Beleuchtung. Bei den Lichterbändern im Belag, die überfahrbar und salzresistent sind, gab es keine Auswahl. 60 bis 70 Stück zum Preis von rund 600 Euro werden angeschafft. Bei den Strahlern für die Bäume (auch farbig möglich) wurde einstimmig entschieden, ein Modell von der Firma Hess aus Villingen-Schwenningen für 850 Euro zu nehmen, die Variante von Bega würde 1050 Euro kosten.

Bei den Mastleuchten stehen Modelle von Bega (2100 Euro), Hess (1600 bis 1700 Euro) und Siteco zur Auswahl. Der Siteco-Vertreter konnte die Straßenlampe nicht vorführen (ab heute aber möglich) und wollte keinen Preis nennen, sondern erklärte lediglich, dass die Marke sich im Bereich der Konkurrenz bewege. Die Abstimmung erfolgt bis 4. Dezember per E-Mail im Umlaufverfahren, weil die Gemeinderäte die Siteco-Leuchte erst noch in Betrieb sehen wollen.

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