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Hechingen Nachhaltig im Gedächtnis bleiben

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Helene Zimmermann, Sabine Gerresheim-Schütt, Anne Maute und Ingrid Reis (von links) von der Katholischen Frauengemeinschaft Hechingen gestalteten künftig jeden ersten Donnerstag im Monat den Gebetsabend im Kloster Stetten. Foto: Maute Foto: Schwarzwälder Bote

Der Titel des Gebets gibt die Richtung vor: "Schritt für Schritt" sollen Veränderungen in die katholische Kirche Einzug halten. Dafür wird seit Juni auch in Stetten gebetet.

Hechingen-Stetten. Es sind dieselben Anliegen, die sie verbinden. Und es ist derselbe Tag, an denen sie diese vor Gott bringen: Jeweils donnerstags beten Menschen in verschiedenen Ländern für Veränderungen in der Kirche. Was unter der Federführung von Priorin Irene Gassmann aus dem Kloster Fahr seinen Anfang nahm, soll zu einem kraftvollen Gebetsnetz werden; einem Netz, das sich immer weiter spannt und immer mehr Menschen in der gemeinsamen Hoffnung und Zuversicht vereint.

Teil des wachsenden Gebetsnetzes ist auch die Hechinger Gruppe der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD). An jedem ersten Donnerstag im Monat lädt sie künftig ins Kloster nach Stetten ein, um dort gemeinsam für die Erneuerung der Kirche zu bitten. Denn das, was unter dem Stichwort "Maria 2.0" jüngst ins Rollen kam, hohe Wellen schlug und im Mai in einem einwöchigen Kirchenstreik gipfelte, soll – und darin sind sich die Frauen einig – keinesfalls einfach wieder "verpuffen", sondern vielmehr nachhaltig "im Gedächtnis bleiben."

Dazu soll auch das "Gebet am Donnerstag" beitragen, zu dem sich im Juni erstmals eine kleine Gruppe von Frauen auf der Empore der Klosterkirche versammelte. "Wir sind selber sehr gespannt, wie es sich entwickelt", erklärte Helene Zimmermann, die den Gebetsabend gemeinsam mit Ingrid Reis, Anne Maute und Sabine Gerresheim-Schütt gestaltete.

Unrecht und unhaltbare Zustände werden angesprochen

Dessen Kernstück ist das Gebet mit dem Titel "Schritt für Schritt", in dem es heißt: "Gott, du unser Vater und unsere Mutter, wir alle wissen, wie es um unsere Kirche steht. Unrecht geschah und geschieht, Macht wurde und wird missbraucht", und das im Anschluss auf eines der Hauptanliegen überleitet: "Frauen und Männer sind durch die eine Taufe gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche. Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht."

Die Worte sind klar gewählt. Immer wieder werden auch unmissverständlich Unrecht und unhaltbare Zustände angesprochen: "Frauen in Ordensgemeinschaften wurde an Leib und Seele Gewalt angetan. Priester haben sich an ihnen vergangen, Oberinnen haben ihnen Schutz versagt. Das alles macht uns sprachlos. Es braucht Mut und Ehrlichkeit zur Offenlegung der Verbrechen und Bestrafung der Schuldigen."

Das Gebet schließt mit der Bitte um den Beistand Gottes, "in der Tradition der Frauen und Männer, die vor uns aus dem Feuer der Geisteskraft gelebt und gehandelt haben", Schritt für Schritt vorwärtszugehen und zu "beten und handeln" wie sie es getan haben.

Das gemeinsame Gespräch, das sich dem Gebetsabend anschloss, bot Raum für Reflexion. Dass die Frauen bei ihren Aktionen viel Zuspruch erfahren haben, bestärkt sie darin, weiter mutig für ihre Anliegen einzutreten. Vereinzelt seien allerdings auch Ängste zu spüren, wenn die Menschen mit dem Wunsch nach Veränderungen in der Kirche konfrontiert werden. Viele hätten einfach Angst, dass ihnen das "Gerüst" aus jahrtausendealten Traditionen entzogen werden könnte, konstatierte eine Teilnehmerin.

Diese seien jedoch immer im Spiegel der Zeit zu sehen. Vieles, so der Tenor, sei heute einfach nicht mehr zeitgemäß – ob etwa die kirchliche Sexualmoral, das Pflichtzölibat oder die Tatsache, dass Frauen nach wie vor der Zugang zu vielen Kirchenämtern verwehrt bleibt. "Wenn es uns gelingt, diese Grundstimmung zu verbreiten, dann haben wir schon viel erreicht", waren sich die Anwesenden einig. "Auf jeden Fall ist es eine sehr mutige Bewegung", brachte es eine der Frauen auf den Punkt.

Weitere Informationen: Die Gebetsabende finden jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Kloster Stetten statt.

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Klaus Stopper

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