Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hechingen Nabu fordert Stopp des Flächenfraßes

Von

Der Hechinger Naturschutzbund erarbeitet derzeit eine Stellungnahme zum Flächennutzungsplan für das Stadtgebiet Hechingen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Ortsgruppe hervor. Die Grenze des Bau-Booms sei erreicht, heißt es darin.

Hechingen. "Eigentlich wollte die Bundesregierung bis 2020 den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag drücken, aber zur Zeit versiegeln wir eine Fläche von 60 Hektar täglich", mahnt der Nabu-Bundesverband. "Die ständig fortschreitende Bebauung und Versiegelung führt zum Verlust fruchtbarer landwirtschaftlicher Böden, beseitigt immer mehr Biotope und naturnahe Flächen und beschleunigt damit den dramatischen Artenrückgang", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch in Baden-Württemberg schreitet der Flächenverbrauch voran, aktuell werden landesweit täglich immer noch 4,5 Hektar unbebauter Fläche für Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete neu versiegelt. "In der Politik muss sich endlich auf allen Ebenen, auch bei den Kommunen, die Erkenntnis durchsetzen, dass wir mit der Ressource Boden und Landschaft besser haushalten müssen, und nicht mehr beliebig neue Siedlungs- und Verkehrsflächen schaffen dürfen", fordert die Hechinger Nabu-Gruppe und setzt sich für eine stärkere "Innenentwicklung" ein.

In den kleineren Ortschaften befänden sich in den Ortskernen häufig größere unbebaute Flächen oder für Abriss und Neubebauung geeignete Anwesen, in den Städten oft un- oder nur teilgenutzte Industriebrachen.

Grenze ist erreicht

Aktuell erarbeitet die Hechinger Nabu-Gruppe eine Stellungnahme zur "Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans" für das Stadtgebiet, die sich bis 28. August im Offenlegungs- und Anhörungsverfahren befindet. Im Flächennutzungsplan wird unter anderem die bauliche Weiterentwicklung für die nächsten 15 Jahre dargestellt.

In dem vorliegenden Planentwurf zeigt sich nach Auffassung der Naturschützer überdeutlich, dass Hechingen samt Ortsteilen "aufgrund der rasanten baulichen Entwicklung der vergangenen Jahre nunmehr die Grenzen einer noch vertretbaren baulichen Entwicklung erreicht hat". Jede Fortschreibung und jede punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans habe die Reserven an unproblematisch bebaubaren Flächen geringer und die Konkurrenz zu schützenswerten Naturflächen immer bedrohlicher werden lassen.

Jetzt seien neue Baugebiete oft nur noch durch Inanspruchnahme von Regionalen Grünzügen oder Biotopverbundflächen, durch Einbeziehung von Vorrangflächen für den Boden- und Naturschutz oder geschützten FFH-Mähwiesen sowie der Beseitigung von Paragraf-30-Biotopen realisierbar, bedauert der Nabu-Vorstand.

Forderung an Politiker

Unterstützt werde diese bundesweit "fatale Entwicklung" durch Paragraph 13b Baugesetzbuch, der eigentlich zum 31. Dezember 2019 auslaufen sollte, jetzt aber weiter gelten soll. Seit 2017 können Kommunen damit Bebauungspläne im beschleunigten Verfahren beschließen – ohne frühzeitige Bürgerbeteiligung, ohne Umweltprüfung und verpflichtenden Ausgleich für die Natur. Die Regelung sollte eigentlich helfen, die drängende Wohnungsnot Geflüchteter zu entschärfen und in Ballungsgebieten beschleunigt neuen Wohnraum zu schaffen.

Doch dieses Ziel habe der Paragraph deutlich verfehlt, stellt der Naturschutzverband fest. "Statt günstiger Mietwohnungen in Ballungszentren und Großstädten wurden zu 80 Prozent Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut, eine kürzlich veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts belegt diese Fehlsteuerung." Damit stehe der Paragraph im krassen Widerspruch zum Vorrang der Innenentwicklung, der Bodenschutzklausel und Flächensparzielen der EU, des Klimaschutzplanes und der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, welche mehr auf Verdichtung und Innenentwicklung setze.

"Wir fordern unsere Bundestagsabgeordneten auf, bei der Bundestags-Abstimmung im kommenden Herbst für eine nachhaltige Baupolitik und gegen die Fortgeltung des Paragraphen 13b zu stimmen", heißt es in der Nabu-Petition. Zudem wird im neuen Grundsatzprogramm gefordert, dass ab 2030 keine neuen Flächen mehr bebaut werden, wenn nicht gleichzeitig an anderer Stelle in mindestens derselben Größenordnung ein Ausgleich stattfindet oder Flächen entsiegelt und an die Natur zurückgegeben werden.

Weitere Informationen: https://mitmachen.nabu.de/flaechenfrass

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.