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Hechingen Mit Datenbrille in die Zukunft sehen

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Baxter setzt voll auf die Digitalisierung 4.0. Mit einer "Roadshow" genannten mobilen Informationsveranstaltung, die jeden Monat an einer anderen Stelle des Unternehmens stattfindet, werden die Mitarbeiter auf die neuen Aufgaben vorbereitet. Geschäftsführer Thomas Ertl (Mitte) ist stolz, dass die Hechinger Baxter-Niederlassung auf diesem Gebiet eine Spitzenposition in der Branche einnimmt. Fotos: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Die digitale Zukunft ist bei Baxter in Hechingen Alltag. Datenbrille, Smartwatch, schlaue Roboter –mit Hochdruck wird die Fabrik auf 4.0-Standard gebracht. Hechingen zählt zu den innovativsten unter den 60 Baxter-Standorten.

Hechingen. "Wir sind hier ein relativ teurer Standort für Baxter, da müssen wir auch besonders gut sein", erklärt der Hechinger Baxter-Chef Thomas Ertl, weshalb er mit hohem Aufwand das Ziel verfolgt, absoluter Vorreiter in Sachen Digitalisierung zu werden. "Die Autoindustrie ist hier weiter", räumt er ein, im Medizintechnikbereich aber habe man die Nase vorn.

Wie das konkret aussieht? Bei Störungen der hochkomplexen Produktionsanlage müssen Experten schnell vor Ort sein, um hohe Schäden abzuwenden. Sie arbeiten aber an ganz unterschiedlichen Stellen in der großen Fabrik. Sie sind nun mit Smartwatches ausgerüstet, die den Alarm weitergeben. Signalisiert ein Experte, dass er zur Problemstelle eilt, können die anderen weiter ihrer Arbeit nachgehen. Und – das ist aber noch Vision – der Experte könnte eine Datenbrille tragen, die ihm vor Ort alle Informationen zur speziellen Maschine einblendet. Und ein Kollege irgendwo am Computer könnte live "mitsehen", was er macht und ihn im Zweifelsfall beraten. Auch in der Ausbildung erwartet man sich hohe Effekte vom Einsatz der Datenbrille.

Datenbrillen und Smartwatches sind aber nur zwei Werkzeuge von mehreren, die hier zum Einsatz kommen. Denn bei 4.0 geht es auch um die Organisation von Daten, ihre Zugänglichkeit, um Selbstorganisation." Das kann eine Flotte von Transportwägelchen sein, die bei einer Anfrage autonom untereinander ausmachen, wer den jetzt einen bestimmten Transportauftrag übernimmt. Roboter, die auf engem Raum Hand in Hand mit Menschen arbeiten.

Baxter unter 100 besten 4.0-Firmen im Land

Vor zwei Jahren wurde dieser Digitalisierungs-Prozess gestartet, erzählte Ertl am Mittwoch bei einem Pressetermin. Und es gibt beachtliche Erfolge zu vermelden. So zählt Baxter Hechingen zu insgesamt 100 Unternehmen in Baden-Württemberg, die vom Land in ein exklusives 4.0-Projekt ausgewählt wurden. Das ermöglicht einen intensiven Informationsaustausch mit anderen.

Aber wie erforscht man technisches Neuland? Wie vermeidet man unnötige Fehlentwicklungen, unterscheidet als Neuling teure Spielereien von nützlichen Innovationen? "Wir arbeiten sehr eng mit Partnern zusammen" erklärt Ertl. Zunächst war dies das Frauenhofer-Institut in Stuttgart – eines der führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. Hier wurde ein Grundplan für das weitere Vorgehen entwickelt, und innerhalb von Baxter wurde ein Team gebildet aus Leuten, die sonst nicht viel miteinander zu tun haben. Produktion, Lager, IT-Abteilung – quer durch alle Abteilungen wurden sechs Mitarbeiter ausgewählt, die fortan 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für Digitalisierung verwenden durften. Diese Mischung bringt eine hohe Offenheit und ermöglicht es, verschiedene Kompetenzen zu nutzen. Derzeit bilden dieses Team Alexander Hulko, Gregor Maier, Markus Schillo, Michael Eberhard, Thomas Bendix und Till Goldammer.

Sie dürfen experimentieren, sich in verwandten Produktionsbereichen nach verwertbaren Ideen umschauen, Vorschläge machen – alles ohne Hierarchie und im engen Austausch mit Ertl, der am Ende entscheiden muss, was umgesetzt wird.

Digitalisierung den Mitarbeitern erklären

Bei Baxter hat man außerdem begriffen, dass Digitalisierung auch eine menschliche Herausforderung darstellt. "Natürlich macht diese Entwicklung Mitarbeitern auch Angst", erklärt Till Goldammer, der als studierter Ingenieur stark in digitale Neuerungen eingebunden ist und der mit dem Digital-Team nun auf "Roadshow" ist. Das ist eine Art mobile Ausstellung, mit der man durch alle Abteilungen und Produktionsstandorte zieht, um vor Ort den Mitarbeitern einen Eindruck von den Neuerungen zu geben, die da auf sie zukommen.

Da werden dann ernste Fragen gestellt. Ersetzt die Technik meinen Arbeitsplatz? Werde ich das alles überhaupt verstehen? Viele Ängste können im Gespräch abgebaut werden, aber dass Veränderungen auf die Mitarbeiter zukommen, wird auch nicht verschwiegen.

"Ganz einfache Tätigkeiten werden durch moderne Technik zunehmend ersetzt", räumt Thomas Ertl ein, ergänzt aber nachdrücklich, "das bedeutet nicht, dass Arbeitsplätze wegfallen." Aber sie werden natürlich anspruchsvoller.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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