Zachäus Knoll Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: 150 Jahre Weiße Väter / Zachäus Knoll erhielt das Bundesverdienstkreuz

Hechingen. Die Weißen Väter feiern bald das 150-jährige Bestehen der Niederlassung in Hechingen. Wir stellen daher sechs Männer vor, die schon lange zu den Weißen Vätern gehören. Heute geht es um Zachäus Knoll.

 

Knoll wurde am 9. Oktober 1916 in Hechingen geboren. Im Jahr 1929 trat er in die Missionsschule in Haigerloch ein und beendete das Gymnasial-Studium mit dem Abitur in Großkrotzenburg. Nach dem Arbeitsdienst begann er in Trier 1937 das Studium der Philosophie. Zwei Jahre später begann er das Theologiestudium in Rietberg, wurde aber im Dezember 1939 zum Militärdienst eingezogen.

Nach dem Dienst und einem Theologiestudium wurde Zachäus am 16. Januar 1949 in Rottenburg zum Priester geweiht. Schon während seiner Ausbildung zeigte sich, dass Zachäus ein Original war, voller Unternehmungslust und Initiativen.

Gründung eines Zentrums für Behinderte in Gitega

Von 1949 bis 1952 war er Ökonom in der Missionsschule Haigerloch. Danach war er in Frankfurt für die "Missionarische Bewusstseinsbildung".

1953 wurde er nach Burundi ernannt. Sein erster Posten war Busiga im "Apostolischen Vikariat" Ngozi. 1964 kehrte er nach Deutschland zurück, um eine Hilfsaktion zu starten für die Diözese Gitega, die sich in finanzieller Not befand.

Nach seiner Rückkehr nach Burundi widmete er sich ganz der Hilfe für die Armen. In Gitega gründete er ein großes Zentrum für Behinderte. Dank seiner guten Kontakte erhielt er viel Hilfe von seinen Wohltätern. Pater Konori, wie ihn die Leute nannten, weil sie Knoll nicht aussprechen konnten, war wirklich der Pater der Armen. Vom deutschen Konsul in Burundi erhielt er für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz.

Sein Bischof und der Obere der Weißen Väter rieten ihm – aufgrund seiner Herzschwäche – in Europa zu bleiben aber er kehrte trotzdem zurück nach Burundi. Er verausgabte sich sehr und starb an einem Herzversagen am 9. Februar 1987. Aber sein Werk, das Zentrum für Behinderte lebt weiter, weil es unterstützt wird vom Diakon Schäfer und vielen Wohltätern aus Hechingen und Umgebung.

Weitere Informationen: Die Weißen Väter stellen sich am Mittwoch, 5. Dezember, bei einem Informationsabend im Bildungshaus St. Luzen vor. Los geht es um 19 Uhr. Das Jubiläum wird dann mit einer Messe am Sonntag, 9. Dezember, um 10.30 Uhr in der Stiftskirche gefeiert.