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Hechingen Lebensmittelmarkt beim Barfußpfad?

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Hinter dem Fußgängerweg soll am Feilbach ein Lebensmittelpark entstehen. Diese Pläne wurden gestern im Gemeinderat diskutiert. Für eine Umsetzung müsste der Gemeinderat allerdings das Nahversorgungskonzept ändern. Die Stimmung in der Sitzung gestern war eher skeptisch. Foto: Stopper

Hechingen - Ein neuer Lebensmittelmarkt auf der Grünfläche unterhalb der ehemaligen Kreisklinik im Dreieck zwischen Feilbachtal (Barfußpfad) und Weilheimer Straße? Diese Vision wurde am Donnerstag im Gemeinderat präsentiert.

Und wie die Sitzung zeigte, steht dieses Vorhaben wohl in direkter Konkurrenz zu einem Lebensmittelmarkt-Projekt, das ein Hechinger Unternehmer schon seit längerer Zeit auf dem Gelände an der Haigerlocherstraße plant. Dort ist bekanntlich das Grotz-Fabrikgebäude abgerissen worden. Das Gelände ist planiert, und derzeit wird eine Zufahrt von der Haigerlocher Straße her angelegt.

Nahversorgungskonzept muss geändert werden

Nun aber hat sich bei der Stadt ein zweiter Unternehmer gemeldet, der ebenfalls in einen neuen Lebensmittelmarkt investieren möchte. Und zwar auf der buchstäblich grünen Wiese an der Weilheimerstraße. Dort, wo der Fußgängerweg an der Schillerstraße sich befindet den Hang hoch zu den ehemaligen Schwesternwohnheimen. Voraussetzung ist aber, dass der Gemeinderat das seit dem Jahr 2015 geltende Nahversorgungskonzept ändert.

Ein Expertenbüro für solche Fragen hat nun im Auftrag der Stadt überprüft, ob das planungsrechtlich geht. Ergebnis: Eigentlich forderte das Konzept ein Lebensmittelgeschäft in der Oberstadt. Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass es dafür an Flächen und Investoren fehlt. Wenn dort nichts geht, könnte man dieses Nahversorgungs-Ziel doch in Richtung südliche Kernstadt verlagern, so der Experte.

Was dafür spricht: Fasanengarten, Schloßberg und Stockoch haben viele Einwohner, die einen weiten Weg zu den bestehenden Geschäften in Hechingen haben. Ein Geschäft an der Weilheimerstraße wäre für sie gut.

Regionalverband würde beide Standorte zugleich nicht zulassen

Knackpunkt an der Sache: Das Hechinger Nahversorgungskonzept könnte beide Standorte zulassen, aber der Regionalverband würde eine solche Ausweitung der Verkaufsfläche kaum akzeptieren.

Die Sitzung am Donnerstag diente lediglich der Vorstellung des Projekts, die Räte konnten Fragen stellen und ein erstes Stimmungsbild abgeben. Wenn der Eindruck nicht trügt, ist derzeit eine Mehrheit gegen das Projekt Weilheimerstraße. Allerdings wird auch die Notwendigkeit einer besseren Verbindung in der südlichen Kernstadt gesehen.

  Almut Petersen (Bunte Liste) machte den Auftakt der Stellungnahmen. Die Fläche an der Haigerlocher Straße sei ohnehin eine "innerörtliche Brache", gut an die Stadt angeschlossen und gut geeignet für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts.

Können Metzger und Bäcker im Stockoch die Konkurrenz überleben?

Der Plan für die Weilheimer Straße sei dagegen "überraschend". Dagegen spreche, dass hier auf "die grüne Wiese" gebaut würde, in einem innerstädtischen Erholungsbereich. Und ob Metzger und Bäcker im Stockoch die neue Konkurrenz überleben würden, sei nicht sicher. Was schlecht für die Nahversorgung wäre. Wichtig aber fand sie die Idee, für dieses südliche Stadtquartier nach anderen Möglichkeiten der Verbesserung der Versorgungslage Ausschau zu halten.

  Lorenz Welte (CDU) ließt leise Kritik an der Stadtführung mit einfließen. Dass sofort ein Expertengutachten erstellt wurde, als sich ein zweiter Investor gemeldet habe, gefiel ihm nicht. Das sei "nicht auf unsere Initiative" passiert, stellt er klar. Die Innenstadtbelebung sah er durch das Projekt Weilheimerstraße nicht unterstützt, Schaukelpfad, Barfußpfad und Naherholung in Hechingen aber gefährdet. Fast schon rhetorisch stellte er nach dieser Einleitung die Frage: "Wollen wir das aufgeben?"

Zudem sei das Gelände an der Haigerlocher Straße gut geeignet für so ein Vorhaben, und man sei mit dem dortigen Investor "schon länger im Gespräch". Da müsse man Verlässlichkeit zeigen.

 Werner Beck von den Freien Wählern erklärte, seine Fraktion wolle noch keine Stellungnahme abgeben, dazu sei im Entscheidungsprozess noch Zeit.

  Jürgen Fischer (SPD) regte an die Grenzen des "zentralörtlichen Versorgungsbereichs", also alte Kernstadt, auszuweiten. In diesem Bereich darf die Stadt eigentlich an Handel ansiedeln, was sie will. Allerdings dürfte hier der Regionalverband nicht mitspielen, so der Experte.

Es gab zudem weitere Wortmeldungen. Überwiegend kritisch zum Vorhaben an der Weilheimer Straße.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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