Laufen in der Gemeinschaft – ohne Druck und mit dem Blick auf den Nebenmann. Das bringt die harmonische Atmosphäre bei der Aktion „Hechingen läuft“ auf den Punkt. Die Anreize der Teilnehmer sind dabei so vielfältig wie diese selbst.
„Mein Ziel ist es, die Zollerburg laufend zu erklimmen“, schildert ein Teilnehmer von „Hechingen läuft“ vor Anbruch der Trainingseinheit seine Motivation, etwas für die Fitness zu tun. Seine Nebenfrau betont: „Ich möchte zu meiner Hochzeit im Herbst gut in Form sein.“ Und ihre Kollegin erklärt: „Ich bin umgezogen und habe meine alte Laufgruppe aufgegeben. In Hechingen bin ich nun auf der Suche nach einer neuen fündig geworden.“
Mit Gehpausen an den Dauerlauf gewöhnen
Es zeigt sich: Mit der Aktion „Hechingen läuft“ hat die LG Steinlach-Zollern einen Volltreffer gelandet. Knapp 30 Läufer – wohlgemerkt Anfänger jeden Alters – treffen sich seit den Osterferien immer dienstags und donnerstags im Weiherstadion, um gemeinsam Sport zu treiben. Mit der Expertise der Lauftrainer Karin Boll, Michael Zinnebner, Ole Arens, Stefan Fecker, Sabine Marquart, Andrea Sauter und Andrea Matheis werden die Neulinge langsam an die körperliche Belastung herangeführt.
Aktion erstmal auf zwölf Wochen angelegt
Jüngst, als unsere Redaktion mitgelaufen ist, hieß das Motto: vier Minuten laufen, Gehpause, fünf Minuten laufen, Gehpause und sechs Minuten laufen, erneut gefolgt von einer Gehpause. „Das ganze steigert sich in der Minutenanzahl mit den Wochen“, erklärt Karin Boll auf der Runde durch das Feilbachtal, über den Märchenpfad und zurück am Golfplatz wieder in Richtung Weiherstadion.
Die Strecke hat es durchaus in sich, sind doch einige Höhenmeter zu bewältigen, die den Schweiß nur so über die Stirn fließen lassen.
Die Aktion ist erstmal auf zwölf Wochen angelegt. Mit inbegriffen ist die Möglichkeit einer Teilnahme an einem Kochkurs in Kooperation mit der AOK. Denn: „Ernährung und Sport sind wichtige Partner. Die richtige Ernährung unterstützt die sportlichen Ziele“, weiß Fecker.
Auf der gemeinsamen Laufrunde – an diesem Abend stehen am Ende 6,7 Kilometer auf dem Tacho – merkt man schnell: Die Chemie unter den Laufneulingen stimmt. Gespräche über das anstehende Wochenende oder die sportliche Entwicklungen führen zu einem Stimmwirrwarr in der Natur – begleitet vom angestrengten Atmen. Und da wird schon mal gefragt: „Wann ist wieder eine Gehpause?“
Doch Michael Zinnebner hat die Stoppuhr fest im Blick und antwortet: „Noch 30 Sekunden. Auf geht’s.“ Das Schöne: Auch wenn jemand außer Atem ist und den Anschluss an die schnelleren Laufkollegen verliert, ist dieser nicht für die restliche Strecke abgehängt und auf sich alleine gestellt. Stattdessen laufen die schnellen Sportler eine Ehrenrunde und „holen das Ende des Feldes wieder ab“.
Vor Laufbeginn gibt es ein Aufwärmtraining, nach dem Lauf verschiedene Dehnübungen zum Entspannen. Und ein motivierendes Lob der Lauftrainer dazu: „Ihr habt euch schon wahnsinnig verbessert. Ihr könnt stolz sein“, so die Ansage von Zinnebner.
Von fünf auf sieben Kilometer gesteigert
Heißt in Zahlen: Anfangs war nach knapp fünf Kilometern Schluss, fünf Wochen später erst nach knapp sieben Kilometern. Die Ausdauer soll in den kommenden Wochen nochmals verbessert werden. Die Organisatoren sind aber schon jetzt hochzufrieden: „Wir haben niemals gedacht, dass so viele mitmachen“, resümiert Boll. Mit ihrer Vermutung, dass in Hechingen ein Bewegungsdrang herrscht, lag sie richtig. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass bei „Hechingen läuft“ auch Freundschaften fürs Leben entstehen.