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Hechingen Kurzzeitpflegeplätze fehlen bitter

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Die demente Mutter in Kurzzeitpflege geben, um sich selbst einmal in einer Kur erholen zu können – im Mittelbereich Hechingen kaum möglich. Wie am Donnerstag im Gemeinderat berichtet wurde, ist die Zollernstadt damit keine Ausnahme.

Hechingen. Auf der Tagesordnung stand die Vorstellung des Kreispflegeplans für die nächsten fünf Jahre und eine Präsentation der Pflegeberatungsstelle Hechingen.

Der Kreispflegeplan listet viele interessante Zahlen zur Pflegesituation auf. Zu entnehmen ist, dass im Landkreis verhältnismäßig viel Hochbetagte leben, und dass die Zahl der Pflegebedürftigen sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird. Sechs Prozent der Bevölkerung sind als pflegebedürftig eingestuft, drei Viertel von ihnen werden zu Hause gepflegt, überwiegend von Angehörigen.

Die Debatte im Gemeinderat zeigte dabei, dass es vor allem einen Mangel an Pflegeeinrichtungen für stark demente Menschen gibt. Solche Häuser müssen so gesichert sein, dass niemand in diesem Zustand einfach so das Haus verlassen kann, was leicht zu einer lebensbedrohlichen Situation führen könnte.

Und wie die bedrückenden Berichte mehrere Gemeinderäte zeigten, die ihre eigenen Erfahrungen mit Angehörigen schilderten, ist es vor allem schwierig, für Pflegebedürftige Kurzzeitplätze zu erhalten, weil es schlichtweg viel zu wenig solche Plätze gibt. Allerdings nicht nur in Hechingen.

Teilweise haben Räte bis zu 50 verschiedene Pflegeheime angerufen, ob ein Kurzzeitplatz frei ist. Oft ohne positives Ergebnis. Eine Gemeinderäte konnte aus diesem Grund eine bereits genehmigte Kur nicht antreten. Für die vielen pflegenden Angehörigen zu Hause bedeutet dies, dass ihnen kaum Gelegenheit gegeben wird, ihre eigenen Kräfte zu regenerieren.

Experten des Landkreises bestätigen diese Beobachtung. Das Problem sei die Finanzierung von Pflegebetten. Kurzzeitplätze seien naturgemäß nicht immer gleich ausgelastet – im Gegensatz zu normalen Pflegebetten, die Bezahlung dieser Betten sei aber nicht so, dass dieser Nachteil ausgeglichen werde – so dass für die Heimbetreiber kein Anreiz bestehe, Kurzzeitplätze einzurichten.

Dazu kommt, dass Kurzzeitplätze aus praktischen Gesichtspunkten immer an normale Pflegeeinrichtungen angeschlossen sein müssen. Häufig werden dann die an sich vorhandenen Kurzzeitplätze mit normalen Bewohnern belegt. Im Bedarfsfall können sie dann nicht einfach freigeräumt werden.

Immerhin gibt es in Hechingen eine unabhängige Pflegeberatungsstelle, die derzeit von Armin Rötzel besetzt ist. Auch er berichtete dem Gemeinderat von seinen Erfahrungen. Er schilderte, wie kompliziert in einigen Fällen die Beantragung von Leistungen ist, wie er versucht, Familien in Notlagen einen Ausweg zu weisen.

Manchmal sei das auch frustrierend. Für eine Familie habe er es mit Müh und Not geschafft, für vier Wochen eine Pflegestelle für einen Angehörigen zu finden. Aber nach den vier Wochen sei die Familie nicht mehr auffindbar gewesen. Am Ende wurde hier sogar der Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein selten krasser Fall, aber vielleicht auch ein bedrückendes Zeichen dafür, wie überfordert manche Menschen mit Pflegesituationen sein können.

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