Marita Linder-Schick vermittelt an der Volkshochschule Balingen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Kunst. Foto: Witte Foto: Schwarzwälder Bote

Jahresausstellung: Marita Linder-Schick ist neues aktives Mitglied im Kunstverein Hechingen

Im Rathaus ist noch bis Sonntag, 1. Dezember, die Jahresausstellung des Hechinger Kunstvereins zu sehen. Vier Mitglieder sind neu hinzugekommen und eines davon ist Marita Linder-Schick. Wir haben die Balingerin in ihrem Atelier besucht und stellen sie mal etwas genauer vor.

Hechingen. Wenn Marita Linder-Schick über ihre Kunst redet, macht sie keine großen Ausschweifungen. Doch zu entdecken gibt es in ihrem Keller, den die Balingerin zu einem kleinen Atelier ausgebaut hat, viele spannende Arbeiten.

Linder-Schick beschäftigt sich in ihren Werken häufig mit Figuren – gezeichnet, mit Kohl aufgetragen, gewachst oder auch mal in Ton geformt. Auf ihrem Arbeitstisch liegen nachdenklich stimmende Portraits in kräftigen Farben und Bewegungsstudien aus Kohl. Mal sind die Menschen deutlich zu erkennen, mal entdeckt der Betrachter erst auf den zweiten Blick die schemenhaften Gestalten, die wie geheimnisvolle Schatten über die Bilder huschen. "Daran muss ich noch etwas arbeiten", kommentiert die Künstlerin ein an der Wand hängendes, impressionistisch anmutendes Gemälde, auf der ein kniender Mensch zu erkennen ist, dem eine weitere Person die Hände entgegenstreckt.

Dass sich Linder-Schick viel mit Figuren beschäftigt, kommt nicht von ungefähr: Sie hat an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim Kunst und Design studiert – unter anderem bei Jürgen Brodwolf. Die Tätigkeit als Modedesignerin wich irgendwann ganz der Beschäftigung mit der Kunst, doch das Stoffliche, Figürliche, die unterschiedlichen Formen des Menschseins, blieben das prägende Thema in den Werken der Volkshochschullehrerin, die in Balingen gemeinsam mit einem Kollegen eine Jugendkunstschule gründete.

Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Kunst zu ermöglichen, macht ihr besonderen Spaß. Schon mit Sohn Moritz, der inzwischen erwachsen ist, sammelte Linder-Schick im Garten Materialien, um sie danach gemeinsam in kleine Kunstwerke zu verwandeln: "Kinder sind so unverkrampft, offen und neugierig".

"Indem ich Sachen anfasse, spüre ich auch mich selbst"

Erwachsene hingegen seien oft ängstlich und zu sehr auf das Ergebnis fixiert. "Das tut uns nicht so gut", sagt Linder-Schick und rät, sich auf den Prozess einzulassen – man komme so woanders raus als erwartet und gerade das sei es, was am Kunstschaffen so schön ist.

Auch Erwachsenen empfiehlt sie, offen für neue, künstlerische Erfahrungen jenseits der zweidimensionalen, digitalen Arbeitswelt zu bleiben: "Indem ich andere Sachen anfasse und spüre, spüre ich auch mich selber".

Als neues Mitglied des Kunstvereins kann sie sich gut vorstellen, in Kooperation mit der Volkshochschule Fahrten zu Ausstellungen zu organisieren.

Die Ausstellung im Rathaus ist bis Sonntag, 1. Dezember, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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