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Hechingen "Kein Stück aus dem Museum"

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Gut 30 Besucher sind zur Eröffnung der Ausstellung über den Theologen Karl Barth ins evangelische Gemeindehaus in Hechingen gekommen. Fotos: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Karl Barth: Für den evangelischen Pfarrer Horst Jungbauer der "größte Theologe" im 20. Jahrhundert. Das sagt er bei der Eröffnung einer Wanderausstellung im Gemeindehaus in der Schlossackerstraße. Warum sind die Lehren des Theologen noch heute aktuell?

Hechingen. Karl Barth? Wer ist Karl Barth? Wer es wissen will, besucht die Wanderausstellung des "Reformierten Bundes", die am Sonntag im evangelischen Gemeindehaus eröffnet worden ist. Ausgerollte Tafeln beschreiben in Kürze die Biografie des evangelischen Theologen. Paul Peterson, akademischer Mitarbeiter an der Universität Stuttgart und Experte für Karl Barth, hat bei der Vernissage nach dem Gottesdienst die wesentlichen Lebensstationen und Barths Theologie umrissen.

Barth stamme aus einer evangelisch-konservativen Familie, später habe Barth auch aufklärerische Impulse aufgenommen. Aus diesem Spannungsfeld heraus hat er seine eigene, wirkmächtig gewordene Theologie entwickelt, sich "einen großen Namen gemacht" (Peterson). Der Erste Weltkrieg habe seine liberalen, optimistischen Ansichten infrage gestellt: In seinem theologischen Kommentar zu den Römerbriefen stellte er 1919 vor allem die "Verfehltheit und die Begrenztheit" des Menschen in den Mittelpunkt.

Wem die Tafeln im Gemeindehaus noch nicht genug sind: "Seine Theologie ist hier zu lesen, und ich lade Sie ein, schlagen Sie diese Bücher auf", fordert Peterson auf und deutet auf die zwölfbändige Ausgabe von Karl Barths Werk "Kirchliche Dogmatik". Ein Lachen geht in diesem Moment durch die Reihen. Man würde "Stunden damit verbringen", meint Peterson.

Karl Barths Werk wird wegen seines Umfangs scherzhaft auch "Moby Dick" genannt

Die Lektüre lohne sich, denn Barth zähle zur "kurzen Liste der in der Theologie sehr einflussreichen Personen". Auch außerhalb seiner Muttersprache ist er rund um den Globus bekannt. Wer Theologie studiert, kommt um Barth eben nicht herum.

Warum das so ist? Vor allem, weil sich Barth für die "Einheit der Kirche" eingesetzt habe, erklärt Peterson. Was er geleistet habe, sei daher "kein Stück aus dem Museum oder dem Geschichtsbuch", sondern auch heute noch aktuell. Für Pfarrer Jungbauer steht insbesondere das Bekenntnis zur Menschenwürde im Vordergrund, das gerade heute besonders wichtig sei.

Das Thema, dem sich die Ausstellung widmet, ist nicht gerade simpel: Man unternimmt im 50. Todesjahr Barths den Versuch, ein komplexes theologisches Werk zu erklären. Doch das scheint durchaus gelungen. Die Roll-Ups vermitteln einen Eindruck über Barth und sein Wirken. Wer mehr wissen möchte, muss sich dann schon die Zeit nehmen, Barths Werk zu lesen: die "Kirchliche Dogmatik". Diese nennen manche wegen ihres Umfangs scherzhaft auch "Moby Dick".

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 2. April, außerdem werden drei Vorträge über Karl Barth angeboten.

  Öffnungszeiten

Die Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus (Schlossackerstraße 88) ist zu sehen bis zum 2. April während Veranstaltungen der Gemeinde sowie vor dem Beginn von Vorträgen. Außerdem können bei Pfarrer Horst Jungbauer unter Telefon 07471/1 31 50 Termine vereinbart werden.

  Vorträge

Ergänzt wird die Ausstellung von drei Vorträgen. Der erste findet am kommenden Donnerstag, 5. März, ab 19.30 Uhr statt. Das Thema: "Karl Barths bleibende theologische Impulse". Georg Plasger, Professor für Systematische Theologie an der Universität Siegen und Vorsitzender der Karl-Barth-Gesellschaft wird dabei als Referent auftreten.

Weitere Vorträge zum Thema "Karl Barths erste theologische Positionierung" und "Karl Barths Wirken und dessen Bedeutung in der nationalsozialistischen Zeit" findetn an den Donnerstagen, 19. März und 2. April, jeweils ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus statt.

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