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Tausende Besucher kommen zum Spektakel nach Stein. Alamannen, Kelten und Römer zeigen ihre Kampfkraft.  

Hechingen-Stein - Gladiatorenkämpfe und Medusentänze, römischer Eintopf und Cervisia, friedliche Kelten und abtrünnige Alamannen: Das Römerfest am Wochenende in Stein war ein Spektakel erster Güte.

 

Zu sehen war alles, was einst römisches Leben ausmachte. Das alle zwei Jahre stattfindende Römerfest, eins der größten in Süddeutschland, hat enorm hohen Stellenwert für den Förderverein des Freilichtmuseums. Entsprechend groß sind die Erwartungen – und die Enttäuschung, wenn das Wetter nicht passt.

Am Samstagmorgen drohte alles im Schlamm zu versinken. Ausgerechnet während der Eröffnungszeremonie bei der Befragung der Auspizien schüttete es wie aus Kübeln, die Zuschauer flüchteten in das große Festzelt. Dann aber rissen die Wolken langsam auf, und immer mehr Besucher strömten durch das Eingangstor. Auch Gerd Schollians Miene hellte sich auf. Der Vorsitzende des Fördervereins: "Wir sind auf den Erfolg des Römerfests angewiesen." Ungut in Erinnerung hat er immer noch die Wetterpleite vor zwei Jahren.

Glück gehabt, die Götter waren diesmal gnädig. Ein fulminantes Fest, am Sonntag ganz in strahlendem Sonnenschein, nahm seinen Lauf.

Alamannen, Kelten und Römer zeigten ihre Kampfkraft, die Handwerker demonstrierten ihr Können, ob Schuhmacher oder Schmied, Peitschenmacher oder Schmuckverkäufer, Töpfer oder Weber. Für die jüngeren Besucher gab es Muli-Reiten und Kindertheater. Wer wollte, konnte durch die Lager der Sippen und Soldatengruppen flanieren oder sich einen Römerteller des Kochs "Apicius" Albus genehmigen.

"Es ist wichtig, Attraktionen zu präsentieren", erläutert Schollian, warum er sich über den Besuch der bekannten Legio I Italica aus Brescia besonders freute. Die kampf- und filmerprobte Gruppe zeigte mehrere hochinteressante Shows. Centurio Germanicus erläuterte das römische Heerwesen. Erstmals waren in Stein auch Gladiatorenkämpfe aus dem alten Rom zu sehen. Die Gruppe "Ludus Picenus" rückte so manche Legende ins rechte Licht.

Getreu dem Festmotto "Alamannen im Dienste Roms" waren die so genannten Auxiliar-Truppen wichtige Darsteller. Eine Gruppe Alamannen mochte sich nicht von den römischen Legionärsschleifern disziplinieren lassen, stürmte die Villa und hauste dort wie weiland die Vandalen. Es bedurfte einiger Anstrengungen der römischen Elitetruppe, um die treulosen Verbündeten wieder zu vertreiben. Gezeigt wurden diese sehr intensiven Spielszenen auf der Wiese unterhalb des Gutsgebäudes von der Italica-Legion, den ASK-Alamannen, der Horde der Osterluiti und der Gens Lentiensis. Ganz friedlich hingegen gaben sich die Carnyx-Kelten in ihrem Lager.

Abschluss des Programms an beiden Tagen bildete eine Vorführung der ägyptischen Isis-Verehrung, die auch im Römischen Kaiserreich als Mysterienkult beliebt war.