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Hechingen Jupiters sonnengebräuntes Gesicht

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Bald kommt auch beim Mars-Tempel Farbe ins Spiel: Thomas Schlipf, Bernd Brunner und Gerd Schollian (von links) freuen sich über die Fortschritte im Tempelbezirk. Foto: Maute Foto: Schwarzwälder Bote

Er nimmt nicht nur Form, sondern auch Farbe an: Der Tempelbezirk im Römermuseum macht Fortschritte. Nachdem die Jupitersäule an ihren Ursprungsplatz zurückgekehrt ist, hat mit Minerva nun auch die erste Göttin Einzug gehalten.

Hechingen-Stein. Noch wird fleißig gebaut, aber wer den Bereich im Römischen Freilichtmuseum betritt, in dem der Heilige Bezirk entsteht, spürt schon jetzt die besondere Atmosphäre des Ortes. Umgeben von hohen Mauern, strahlt er einerseits Ruhe und Erhabenheit aus, entbehrt andererseits aber nicht der Lebendigkeit.

Woraus diese resultiert, wird schnell klar: Es ist die Farbe, die das Auge unwillkürlich anzieht. Genauer gesagt ist es eine ganze Palette ausdrucksstarker Farbtöne. Und diese entspringen nicht etwa der Fantasie der Gestalter, sondern sind, wie der Grabungstechniker und Fachberater Thomas Schlipf erklärt, ein Spiegel des Stils, der in jener Zeitepoche "en vogue" war und der dem Besucher anschaulich vor Augen führt: Die Römer trieben es buchstäblich bunt.

Doch nicht nur in Puncto Farbgestaltung wird penibel darauf geachtet, sich an römischen Originalen zu orientieren. Unter diesem Motto steht vielmehr das gesamte Projekt, das das Landesamt für Denkmalpflege zusammen mit dem Förderverein verwirklicht.

Alles soll, so das erklärte und zugleich ehrgeizige Ziel, so dargestellt werden, wie es einst war.

Und genau das ist, selbst für versierte Wissenschaftler, eine echte Herausforderung. Denn was in Stein entsteht und nach heutigem Wissensstand aufgebaut wird, ist, so kann man mit Fug und Recht sagen, einzigartig. Ein Alleinstellungsmerkmal für das Museum. "Wir betreten hier Neuland", betont Schlipf.

Und da Neues auch immer Unbekanntes birgt, sind umfangreiche Forschungsarbeiten vonnöten, die, so wünschen es sich die Experten, in Fachkreisen sicherlich die eine oder andere Diskussion entfachen werden.

Göttinnen werden hellhäutig dargestellt

Zurückgegriffen werden kann bei den Recherchen auf Relikte von Grabungen, so etwa kleinere Reliefs, die aus dieser Zeit noch erhalten sind. Wertvolle Erkenntnisse lieferte auch das auf dem Museumsgelände in der Erde schlummernde, erstaunlich gut erhaltene "Haus mit den umgefallenen Wänden." "Von diesem Gebäude haben wir den Fugenstrich übernommen, der hier zu sehen ist", weist Schlipf auf den Tempel, in den kürzlich die Göttin Minerva Einzug gehalten hat. Die beeindruckende und – wie könnte es anders sein – ebenfalls farbig gefasste Figur ist die erste von mehreren Göttern, die die Kostüm- und Bühnenbildnerin Katharina Schlipf auf Grundlage eines Abgusses fertigt.

Ebenfalls gestalten wird sie den Götterhimmel mit den zwölf Hauptgöttern, der die Kassettendecke in der Portikushalle schmücken wird. Auch hierbei gilt: Jedes Detail wird recherchiert und belegt.

Auf Originalität achten auch die Ehrenamtlichen, die die Arbeiten unermüdlich vorantreiben und ohne die das Projekt finanziell gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Zum kleinen, aber feinen Team gehören Römerchef Gerd Schollian und Bernd Brunner, die sich als Multitalente um die handwerklichen Arbeiten kümmern, sowie Karl-Josef Gönner und Dieter Mohl, die sich für die künstlerische Gestaltung verantwortlich zeichnen. Im Haus des Priesters ist die filigrane Wandbemalung bereits fertiggestellt. Interessantes Detail am Rande: Schon die Römer kannten Schablonenmalerei. Dafür waren ihre Fenster noch nicht durchsichtig, sondern lediglich durchscheinend.

Ebenfalls wissenswert: Göttinnen werden in der Regel hellhäutig dargestellt, während Götter wie der auf der gleichnamigen Säule thronende Jupiter einen sonnengebräunten Teint haben. Jene Säule, die jetzt wieder an ihrem Ursprungsplatz steht, wird in Kürze ebenfalls noch farbig gefasst.

Bereits im Bau befinden sich der Mars- und der Diana-Tempel. Da letztere bekanntlich die Göttin der Jagd ist, würde sich Gerd Schollian freuen, aus den Reihen der Jägerschaft den einen oder anderen Sponsor gewinnen zu können. Läuft weiter alles nach Plan, könnte der Tempelbezirk, der schon jetzt sehr sehenswert ist, im August 2021 eingeweiht werden.

Geöffnet sind das Museum und die Panoramaterrasse von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Neben Kaffee und Kuchen werden die Gäste mit Heißen Roten und Getränken bewirtet. Ab sofort werden auch wieder Führungen und kleinere Veranstaltungen wie Kindergeburtstage angeboten. Führungen finden außerdem jeweils an den Sonntagnachmittagen ab 14 Uhr statt. Dabei müssen Besucher die Einhaltung der Corona-Regeln achten.

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