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Hechingen "Jugendliche sind sehr stolz auf ihre Stadt"

Von
Neue Mitarbeiterin im JUZ: Giovanna Ciriello aus Hechingen Foto: Renner Foto: Schwarzwälder Bote

Von Jürgen Renner

Seit 1. April ist Giovanna Ciriello beim JUZ neben Marvin Lange für die Betreuung der Jugendlichen am Start. Der Zeitpunkt ihres Einstiegs ist natürlich etwas unglücklich, aber sie macht das Beste aus der Situation und kommuniziert digital mit den Teens und Heranwachsenden.

Hechingen. Denn bis voraussichtlich 14. Juni ist das Jugendzentrum (JUZ), seit 2016 eine Einrichtung der Mariaberger Ausbildungs- & Service gGmbH, noch auf jeden Fall geschlossen, nachdem es wegen einer fehlenden Fluchttreppe eh einige Zeit zu war. Die Wiedereröffnung wäre kürzlich gewesen, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Ciriello ersetzt aktuell Bircan Özkan (vielen noch unter ihrem Mädchennamen Akkaya bekannt), die sich in Mutterschutz verabschiedet und mit der sie im Rahmen eines Projekts in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet hat. Die 35-Jährige ist in Hechingen geboren, wohnt auch in der Zollernstadt und hat in Tübingen Sozialpädagogik und Psychologie studiert. Sie beschreibt sich als Gerechtigkeits liebender Mensch und setzt sich für Chancengleichheit ein, schließlich hat sie als Italienerin einen Migrationshintergrund. "Ich habe schon immer gerne mit Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Milieus zusammengearbeitet", betont sie.

Schade findet Ciriello, dass sie jetzt die Jugendlichen nicht persönlich kennenlernen kann und bei dieser Gelegenheit dann ihnen auch die Corona-Regelung nahe bringen kann. "Das größte Problem ist derzeit natürlich, dass Marvin und ich nicht im Freien arbeiten dürfen. Ich mache jetzt einfach viel digital", so Ciriello, die sich während der Schließung mit Lange auch um ein paar kleine Renovierungsarbeiten im JUZ kümmert. Sprich Facebook und Instagram mit dem Motto "Back to the JUZ" natürlich, es werden Videos (zum Beispiel Beauty-Tipps) gedreht und die beiden Betreuer gehen live. Anstatt der JUZ-Disco gibt es Musik über das Internet, genauer gesagt übers Youtube-Studio. Und News gibt es auch im Schaukasten an der Eingangstür. Ganz aktuell haben sich die beiden Betreuer für die muslimischen Jugendlichen eine Ramadan-Challenge überlegt.

Ciriello will die Stadt jugendgerechter gestalten, denn für die Tenns und Heranwachsenden sei es schwierig, Orte zu finden, an denen sie sich aufhalten können, gerne geduldet sind und sich entfalten können. "Ich will die Jugendlichen von der Straße wegholen, gerade jetzt während der Corona-Krise merkt man, dass sie dort abhängen. Ich will auch die verschiedenen Nationalitäten miteinander vermischen", umreißt sie ihre Ziele.

Der Skatepark beim Hallenfreibad sei eine tolle Sache, aber sie weiß von anderen Städten, dass noch viel mehr möglich ist, vor allem auch in der Natur. Vorstellen kann sich Ciriello auch, dass die Jugendlichen am neu gestalteten Obertorplatz einen Ort vorfinden, wo sie gerne gesehene Gäste sind. "Ich habe das Gefühl, sie suchen sich ihre eigenen Nischen", vermutet die 35-Jährige.

Ein zweischneidiges Thema sind Graffitis, das weiß auch Ciriello. Sie kann sich aber eine Grafitti-Aktion vorstellen, damit die Jugendliche legal eine Wand verzieren können. "Die Jugendlichen sind sehr stolz auf ihre Stadt und sprühen deshalb 379 als die letzten drei Ziffern der Postleitzahl an die Wand. Wenn sie dafür geeignete Flächen haben, hat das eine ganz andere Wertschätzung."

Manchmal hängen die Jugendlichen auch am Bahnhof bei den Parkplätzen ab. Ciriello sieht Potenzial an diesem Ort. "Vielleicht können die Jugendlichen diesen Bereich mitgestalten", regt sie an.

Ansonsten wird sie bestehende Kooperationen intensivieren, sei es mit dem Diasporahaus, der Caritas oder dem Haus Nazareth, um drei davon zu nennen. Dass die Sportnacht ausgefallen ist und es dieses Jahr kein "Use your summer" geben wird, bedauert Ciriello.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die beiden Bereiche Erziehung und (Aus-)Bildung. Sie wolle auf keinen Fall den Heranwachsenden ihre Defizite aufzeigen, sondern erwartet, dass diese auf sie bei Problemen zukommen. Ciriello kann ihnen Hilfestellung beim Anschreiben oder Lebenslauf bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz geben, schließlich befindet im JUZ auch ein Drucker, um das Ergebnis dann mit nach Hause nehmen zu können. Auch Hausaufgabenbetreuung ist für sie denkbar. "Wir sind für alles offen", wirbt sie um die Gunst der Jugendlichen.

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