Auch der Schmetterling Tagpfauenauge nutzt Unkräuter als Nahrungsquelle. Foto: Hans-Peter Ulrich Foto: Schwarzwälder Bote

Gartentipp: Nabu rät: Blühende Wildpflanzen nicht abmähen

Hechingen. Wenn jetzt die Tage wärmer werden, beginnt die Zeit intensiver Gartenpflege. Blumen- und Gemüsebeete werden auf Vordermann gebracht, schon hört man Rasenmäherlärm, der "Unkrautstecher" ist im Einsatz. Viele Gartenliebhaber bedenken dabei nicht, wie wichtig ihr Garten für Insekten und andere Kleinlebewesen ist und wie nützlich diese sind, meint der Nabu: ein ständig kurz geschorener Rasen und ein rundum aufgeräumter Garten bietet keine Nahrungsgrundlage oder Unterschlupf.

Die Hechinger Nabu-Gruppe möchte deshalb nicht versäumen, den Blick auf die nützlichen Seiten sogenannter Unkräuter zu richten: Blühende Wildpflanzen sind bei zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle beliebt und leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. "Beim Rundgang im Garten lassen sich viele Wildpflanzen entdecken, die Insekten Pollen und Nektar liefern. Sie sind nicht nur bei Honigbienen, sondern auch bei Wildbienen aller Größen, Schmetterlingen oder Schwebfliegen beliebt", informiert der Nabu Hechingen.

Die Holzbiene, Baden-Württembergs größte Wildbienenart, fliegt vor allem Schmetterlings- und Lippenblütler wie Natternkopf oder Taubnessel an. Die winzigen Scherenbienen sind auf die Blüten von Glockenblumen und Hahnenfuß spezialisiert. Einige Schmetterlingsarten wie zum Beispiel Kleiner Fuchs oder Tagpfauenauge legen ihre Eier fast ausschließlich auf Brennnesselblättern ab. "Wenigstens einen Teil der Rasenfläche sollte man sich zur Blumenwiese entwickeln lassen", rät Brigitte Brenner von der Hechinger Nabu-Gruppe, "kleine wilde Ecken mit Brennnesseln, Taubnesseln, Gänseblümchen, Ehrenpreis, Löwenzahn, Spitzwegerich, Hahnenfuß, Klee und anderen Wildkräutern sollten in keinem naturnahen Garten fehlen." Mehr bunte Vielfalt lasse sich zudem gezielt mit Wildblumenmischungen erschaffen.

Dafür wird die Rasenschicht samt Wurzeln entfernt und eine Saatgutmischung ausgebracht. "Blühen anfangs noch viele einjährige Pflanzen wie Mohn, Leimkraut oder Lein, holen später mehrjährige Arten wie Wiesenglocken- oder Wiesenflockenblumen auf und die Fläche wird zum Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere", berichtet die Biologin weiter. Bei der Wahl des Saatgutes sollte auf qualitätsvolle regionale Mischungen geachtet werden.