Bildung: Aleyna Bendrin erhält beim Europäischen Wettbewerb den Bundespreis / Bürgermeister Philipp Hahn gratuliert

Aleyna Bendrin hat den Bundespreis beim "Europäischen Wettbewerb" gewonnen, einem der renommiertesten Wettbewerbe für Schüler in Deutschland. Ausgezeichnet wurde ihr Aufsatz mit dem Titel: "Künstliche Intelligenz – Auslaufmodell Mensch?"

Hechingen. Der Preis sei aller Ehren wert, sagt Bürgermeister Philipp Hahn bei der Preisverleihung im Ratssaal, schließlich komme es nicht allzu oft vor, dass Teilnehmer einen Bundespreis erhalten. Dass Bendrin diese Auszeichnung erhält, beeindrucke und freue ihn sehr. Und das ist nicht alles: Bendrin ist auch in ihrer Altersklasse die Beste. Hahn übergab ihr Urkunden und Präsente der Stadt, darunter ein Einkaufsgutschein für die Hechinger Geschäfte.

Befasst hat sich die Zehntklässlerin des Hechinger Gymnasiums vor dem Hintergrund der künstlichen Intelligenz mit der Frage: "Welche Rolle werden Menschen in der Zukunft spielen?" Ihren zehnseitigen Aufsatz trägt den zugespitzten Titel: "Künstliche Intelligenz – Auslaufmodell Mensch?" Es ist ein Thema, mit dem sie sich intensiv befasst hat: Zwei Wochen hat sie den Aufsatz geschrieben, etliche Quellen gelesen, ausgewertet und ausgewählt. Ihr betreuender Lehrer, Fabian Welsch, spricht wohl nicht umsonst vom Niveau einer Seminararbeit, wie auch Studenten sie verfassen würden.

Rund 43 000 Schüler haben mitgemacht

Bendrin wirft Fragen auf, erklärt und schreibt mit Verweis auf Informatik-Experten von der 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass starke Künstliche Intelligenz ab 2075 aufkommen wird. Wie wirkt sie sich auf die Menschen und ihre Lebensrealität aus? Dem geht Bendrin in ihrem Aufsatz nach. Da nennt sie etwa den Taxifahrer in Polen, der wegen autonom fahrender Autos Job und Einkommen verliert; von der Reinigungskraft in Deutschland, die wegen Putzrobotern fürchtet, ihr Einkommen zu verlieren, und daher versucht, in der Pflegebranche Fuß zu fassen; vom Neurologen in Italien, der mit den Computer-Diagnosen hadert; von der Richterin in Estland, die froh ist, dass ihr der künstliche Computer-Richter Arbeit abnimmt und sie sich auf die wesentlichen Fälle konzentrieren kann.

Ihr Fazit: "Ich persönlich erhoffe mir, dass die Menschen Europas sich durch die Entwicklung der KI, trotz Meinungsverschiedenheiten nicht spalten werden und jede Stimme gehört wird. Wir Menschen müssen unseren eigenen Wert anerkennen, und uns alle dafür einsetzen, dass KI unseren Wert als Mensch niemals ersetzen kann."

Die Freude, dass Bendrin den Preis nach Hechingen geholt hat, war groß. Der Wettbewerb ist sehr angesehen und ein Bundespreis zu erhalten, ist eine große Leistung, zumal alleine dieses Jahr rund 43 000 Schüler aus ganz Deutschland am Wettbewerb teilgenommen haben.

Kreativ lernend Europa entdecken und mitgestalten: Das ist das Ziel des Europäischen Wettbewerbs, der dieses Jahr zum 68. Mal stattfindet. Mit jährlich rund 70 000 Teilnehmern an bundesweit rund 1300 Schulen ist er seit dem Gründungsjahr 1953 nicht nur der älteste, sondern auch einer der renommiertesten Schülerwettbewerbe in Deutschland. Wegen Corona und dem veränderten Schulalltag haben dieses Jahr nur rund 43 000 Schüler mitgemacht.

Der Europäische Wettbewerb fordert zu vertiefter Auseinandersetzung mit europäischen Themen und Fragestellungen im Schulunterricht auf und verfolgt das Ziel, den Europagedanken zu stärken. Als einer der gesamtstaatlich anerkannten und geförderten Wettbewerbe steht der Europäische Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

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