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Hechingen "Hells Angels" rollen an

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Korso der "Hells Angels". Rund 1000 Rocker werden am Wochenende in Hechingen erwartet. Der Präsident des Reutlinger Motorradclubs feiert Hochzeit unterm Zoller. Die Polizei geht von einer friedlichen Veranstaltung aus. Foto: Archiv

Hechingen - Da rollt was auf Hechingen zu: Ingo Dura, Präsident der Reutlinger "Hells Angels", feiert am Samstag Hochzeit in der Stadt. Hunderte von Rockern werden erwartet. Die Polizei rechnet aber mit einer friedlichen Veranstaltung.

Im Zollernalbkreis sehen die Behörden dem Großereignis offenbar mit Spannung entgegen. Stadtverwaltung und Polizei geben sich auffällig wortkarg. Man wisse um die Ankunft des Motorradclubs, so Thomas Jauch, Pressesprecher der Stadt. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen, die Stadt habe damit nichts zu tun. Die Polizeidirektion Balingen ist ebenfalls zugeknöpft: »Wir sind vorbereitet und können flexibel reagieren«, sagt Peter Mehler, Pressesprecher. Ansonsten keine Details. Schließlich handele es sich eine »private Feier«, heißt es.

Eine klassische Familien-Hochzeit wird die Sause wohl kaum. Die Behörden in Reutlingen, wo die kirchliche Trauung des Clubpräsidenten stattfindet, rechnen mit 1000 Gästen, die teils in gecharterten Reisebussen, teils mit ihren Motorrädern anrollen. In die evangelische Hauptkirche mitten in der Stadt passen 800 Leute.

Laut Reutlinger Generalanzeiger will der Dekan zehn Platzanweiser postieren, weil es noch nie einen so großen Hochzeitsgottesdienst in der Stadt geben habe. Polizisten wolle der Dekan nicht im Gotteshaus haben. Die Rocker dürfen wohl sogar ihre Kutten mit dem Emblem auf dem Rücken anbehalten, die sie als Vollmitglieder der »Hells Angels« ausweisen. Anschließend rollt der Tross der Höllenengel nach Hechingen.

Korso ordnungsgemäß angemeldet

Wo die Sause in Hechingen steigt, will die Polizei nicht sagen. Dabei kennt die örtliche Motorradszene die Location längst. Da sich die Örtlichkeit an Stadtrandlage befindet, werden vermutlich nur die wenigsten Hechinger etwas vom Auftrieb mitbekommen. Die Beamten aus Reutlingen begleiten den Tross ins Hohenzollerische. Ihren Korso haben die »Hells Angels« dort übrigens ordnungsgemäß angemeldet, »was ja durchaus Sinn macht«, wie Pressesprecherin Andrea Kopp anmerkt. Immerhin muss der Pulk durch die halbe Innenstadt, zahlreiche Kreuzungen werden kurzzeitig gesperrt – freie Fahrt für die Hochzeitsgesellschaft der anderen Art.

Ansonsten gehen die Beamten von einer ruhigen Veranstaltung aus. Die Strukturen der weltweit organisierten Rockervereinigung, die mit organisierter Kriminalität um Waffen, Drogen und Prostitution in Verbindung gebracht wird, könnten »nicht eins zu eins auf die Reutlinger Angels übertragen werden«, so Polizeisprecherin Kopp. Trotzdem waren und bleiben die Rocker »im Fokus« der Ermittler. Der Club sei streng hierarchisch organisiert, es habe schon mehrere Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitglieder gegeben, vor allem wegen des Verdachts auf Körperverletzungsdelikte, die allerdings nicht zu Verurteilungen geführt hätten.

»Es ist schon ein Phänomen, dass Zeugen sich vor Gericht plötzlich an nichts mehr erinnern können, obwohl sie zuvor glasklare Aussagen gemacht hatten«, so Kopp. Im Zollernalbkreis gab es laut Polizeisprecher Mehler bislang keine Vorkommnisse mit »Angels«. Öffentlich in Erscheinung traten die Rocker in Hechingen mehrfach mit ihren »Roadshows«, bei denen sie am Ende der Veranstaltungen jeweils einen vierstelligen Betrag für die Behindertenförderung spendeten.

Die Reutlinger Polizeisprecherin rechnet mit einer ruhigen Veranstaltung – zumindest, was draußen davon mitzubekommen ist. Dass rivalisierender Gangs aufkreuzen, glaubt sie nicht. Die gebe es in der Region nicht, außerdem existiere in der Szene ein Ehrenkodex, Familienfeiern nicht zu stören. An den will sich die Polizei auch halten: »Das ist hauptsächlich ein Verkehrseinsatz«, so Kopp.

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