Große Teile des Films "Global Player" wurden in der Maschinenfabrik Merz in Hechingen gedreht (Bild). Regisseur Hannes Stöhr will seine Geschichte nun auf die Theaterbühne des Lindenhofs bringen. Foto: Schmidt

Hannes Stöhr will Erfolgsfilm als Kammerspiel im Lindenhof inszenieren. Details über Besetzung der Rollen gibt's noch keine.

Die schwäbische Kino-Tragikomödie "Global Player – Wo wir sind, isch vorne" wird jetzt auf Bühnenbretter gestellt. Regisseur Hannes Stöhr will sie in der Spielzeit 2017/2018 für das Theater Lindenhof als Kammerspiel umschreiben und inszenieren.

Hechingen/Burladingen. In Hechingen ist Stöhrs jüngster Kinofilm der bisher bestbesuchte deutschsprachige Streifen aller Zeiten, lief mehr als ein Jahr und hatte in der Zollernstadt mehr als 10 000 Besucher. Das Drehbuch hatte der aus Sickingen stammende, preisgekrönte Regisseur geschrieben und bei dem Film, der größtenteils in Hechingen gedreht wurde, auch Regie geführt. Nachdem es die "Global-Player-Story" mittlerweile auch als Hörspiel gibt, will Stöhr jetzt eine Theaterversion der Tragikomödie in Angriff nehmen.

Und wo, wenn nicht am Melchinger Theater Lindenhof, könnte diese erste Theaterinszenierung des Filmemachers Stöhr uraufgeführt werden? Schließlich haben einige Lindenhof-Schauspieler bereits im Film eine Rolle gespielt. Da gab Lindenhof-Intendant und Schauspieler Stefan Hallmayer den Sohn Matthias Bogenschütz, Berthold Biesinger den Facharbeiter Kleinmann und Uwe Zellmer den Textilfabrikant Beck. In den vergangenen Wochen, das räumte Lindenhof-Intendant Stefan Hallmayer gegenüber unserer Zeitung ein, habe es intensive Vorgespräche zwischen Stöhr und den Melchinger Theatermachern gegeben, und auf beiden Seiten gebe es "große Lust und großes Interesse".

Details über die Besetzung der Rollen gibt es noch keine

In der Spielzeit 2017/18 wäre "Global Player" dann eines der ersten Stücke, die nach dem geplanten großen Umbau im Lindenhof 2017 ihre Premiere haben. Details über die Besetzung der Rollen im "Global Player"-Theaterstück will Lindenhof-Intendant Stefan Hallmayer noch keine nennen "Dazu ist es noch viel zu früh." Nur so viel: "Wir denken, dass sich mit den Darstellern des Vaters, zwei Söhnen, zwei Töchtern und zwei weiteren Personen ein ganz gutes, komprimiertes Kammerstück daraus machen lässt."

Der Film thematisiert den Generationenkonflikt und die Globalisierung sowie das Aufeinanderprallen zweier Kulturen in einer sich drastisch verändernden Welt. Die Strickmaschinenfabrik Bogenschütz & Söhne ist zwar ein fiktives Unternehmen, die Geschichte des Films orientiert sich aber an realen Vorbildern. Für die nahezu insolvente Fabrik sucht gegen den Widerstand des Seniorchefs der Sohn Michael nach chinesischen Investoren in Shanghai. Sein Bruder Matthias und auch die Schwestern Marlies und Marianne haben den Wandel der Zeiten längst akzeptiert, sich ein anderes Leben aufgebaut, müssen aber wegen der Beteiligung an der Fabrik auch die Konflikte zu ihrem Vater neu bearbeiten.

Für den aus Sickingen stammenden, 45-jährigen Drehbuchautor und Regisseur Hannes Stöhr wäre es die erste Regiearbeit an einem Theater. Seine Filme, vor allem die Berlin-Trilogie "Berlin is in Germany", "One Day in Europe" und "Berlin Calling", wurde vielfach preisgekrönt und nominiert. Aber auch Drehbuch und Regie der Kölner Tatort-Folge "Odins Rache" brachte ihm viel positive Kritiken ein.

Die Handlung des Films "Global Player" hat er in Hechingen angesiedelt. Die Dreharbeiten fanden 2012 und 2013 größtenteils in der Zollern-Metropole statt, die Merz Maschinenfabrik GmbH in der Haigerlocher Straße 44 diente da als Kulisse, die "Villa Billing" in der Zollernstraße wurde zum Wohnhaus des Patriarchen und der Trauergottesdienst wurde in der evangelischen Johanneskirche gedreht. Am 2. Oktober 2013 wurde die Weltpremiere mit weit über 600 Gästen in der Stadthalle gefeiert. Prominente Besucher waren unter anderem die Schauspieler Walter Schultheiß, Christoph Bach und Ulrike Folkerts.

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