Johanna Beisteiner gefiel dem Publikum auch als Sängerin. Foto: Beyer Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Beisteiner-Konzert in der Villa kommt gut an

Sie hat bereits durch ihre früheren Auftritte von sich Reden gemacht: Zum neuesten Gastspiel am Donnerstag hatten die Besucher auch weitere Wege in Kauf genommen, um sich von der ausgereiften Kunst von Johanna Beisteiner ein Bild zu machen.

Hechingen. Ausverkauft hieß es kurz vor Konzertbeginn in der Villa Eugenia. Joachim Wien vom veranstaltenden Förderverein freute sich über das große Interesse an der Ausnahmegitarristin, wie ihm bei der Gästebegrüßung anzumerken war.

Gleich zu Anfang gab es mit der Aufführung zweier Werke ein Novum. In Beisteiners eigener Bearbeitung des Klavierparts von Liedern aus Schuberts Zyklus der "Winterreise" für Gitarre sowie den drei Liedern aus Garcia Lorcas "Canciónes españolas antiguas" (alte spanische Gesänge) hatte die Gitarristin ihr Debüt als Sängerin. Und das kam richtig gut an.

Mit glockenklar heller Sopranstimme intonierte sie "Frühlingstraum" und "Der Leiermann". Und bei den spanischen Gesängen wurde ob der Aussprache auch sogleich klar, dass sie diese Sprache beherrscht. Debüt gelungen, kann man da nur sagen, was die Intensität des Applauses nur noch bestätigte.

Die glockenklare Stimme und spezielle Barrétechniken gefallen dem Publikum

Ihr Können zeigte sich zudem bei den aufgeführten Gitarresolowerken, die es vom Anspruch her in sich hatten. Viele Griffe mit speziellen Barré-Techniken in teils schnellsten Tempi gespielt, bei denen allein die Fähigkeit, die Finger weit zu spreizen in Staunen versetzte, sind nur ein Beispiel dafür.

Das erwähnte Interpretationsvermögen zeigte sich etwa dergestalt, dass die Gitarristin zwischendurch mal wie bei Manuel de Fallas "Danza del molinero" (Tanz des Müllers) die gespielten Tonfolgen in Obertönen mittels so genannter Flageolett-Technik wiederholte.

Gelungen waren auch Beisteiners Arrangements. Wie etwa das von Bachs D-Moll-Adagio, das selbst eine Bearbeitung von Alessandro Marcellos Oboenkonzert ist und bei dem außer dem Solo immer wieder auch der Continuo-Part durch Gitarrenklänge eine formschöne, bewegte Gestalt annimmt. Ein solches Konzert darf jedenfalls gerne wiederholt werden.

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