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Hechingen Gewehre und Pistolen straffrei abgeben

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Die Waffenkontrollen sind in Hechingen im Jahr 2015 deutlich gestiegen. Foto: sanmartial/Fotolia.com

Hechingen - Was viele vermutlich nicht wissen: Die Waffen-Amnestie von 2009 ist nie konkret aufgehoben worden. Veraltete Gewehre und Pistolen können nach wie vor straffrei abgegeben werden. Den letzten Übergriff mit einer Schusswaffe gab es in Hechingen am 8. August.

Ein Mann zielte mit seiner Pistole auf einen Autofahrer und flüchtete anschließend. So in etwa lautet der letzte Eintrag der Polizei zum Einsatz von Schusswaffen bei Straftaten in Hechingen. "Die Schusswaffenlage in Hechingen ist überschaubar", sagt Thomas Kalmbach, Pressesprecher der Polizei. Im vergangenen und in diesem Jahr habe es je ein Raubdelikt gegeben, bei dem eine Schusswaffe eine Rolle spielte. Der besagte Vorfall ereignete sich am 8. August.

Mehr Kontrollen

Die Waffenkontrollen sind in Hechingen im Jahr 2015 dennoch deutlich gestiegen: von 53 auf 174. Aber woran liegt das? Die Stadt gibt als Grund dafür an, dass für dieses Gebiet ein zusätzlicher Mitarbeiter, ein "werkvertraglich Beschäftigter" eingestellt wurde. Die Zahl der neu registrierten Waffenbesitzer sei aber nicht gestiegen.

"Das ist im normalen Rahmen, wie in den Jahren davor auch", sagt Gabriele Dehner, zuständige Mitarbeiterin der Stadt Hechingen. Insgesamt seien "mehrere hundert" Waffen registriert. "Wenn es eine Jägerprüfung gibt, sind es auch automatisch ein paar mehr Waffenbesitzer", erklärt Dehner. Es sei im Moment aber nicht zu verzeichnen, dass es einen großen Zuwachs gebe.

Bei den Kontrollen gab es 2014 nur eine Beanstandung und in 2015 deren 14. Was wiederum auf die erhöhte Anzahl an Kontrollen zurückzuführen ist. Bei den Beanstandungen handelte es sich laut Gabriele Dehner zum Großteil um kleinere Mängel, welche vom Waffenbesitzer zeitnah behoben und der Stadt nachgewiesen wurden.

"Dachbodenfunde"

Immer noch werden bei der Stadt vereinzelt Alt-Waffen abgegeben. "Es gibt noch viele Dachbodenfunde", so Dehner. Denn: Die Amnestie von 2009, die auch aufgrund des Amoklaufs von Winnenden ausgerufen wurde, wurde nie aufgehoben. Das heißt, dass alte Gewehre und Pistolen – die womöglich vom Großvater geerbt wurden – straffrei abgegeben werden können.

Gabriele Dehner erinnert sich noch an den damaligen Ansturm. "Im Zehnminutentakt sind hier Waffen abgegeben worden", sagt sie. An manchen Tagen habe sie an die 100 Waffen im Schrank aufbewahrt. Da gab es zum Beispiel Nazi-Waffen mit Hakenkreuzen darauf und allerlei alte Schießeisen. "Das war eine sinnvolle Bereinigung", so das Fazit von Dehner. Es seien auch viele Schrottwaffen dabei gewesen.

Waffenverkauf rückläufig

Der Amoklauf von Winnenden in 2009 und die besagte Amnestie hatten in Hechingen noch andere Konsequenzen: "Die Schützenvereine und Jäger hatten schwer zu kämpfen", erzählt Gabriele Dehner. Das ist auch auf verschärfte Auflagen zurückzuführen.

Auch Anton Wild vom gleichnamigen Geschäft, selbst langjähriger aktiver Schütze und Waffenhändler, bestätigt, dass der Waffenverkauf rückläufig ist. "Das hat mit Winnenden angefangen", sagt er. Der Schützenverband hätte sich seiner Meinung nach damals wehren müssen. "Es ist traurig, dass das so verrufen worden ist", sagt er. Schließlich sei das Schießen ein Sport. Zudem nimmt er die Jäger in Schutz. "Seit Menschengedenken jagt man. Warum soll das heute anders sein?", fragt Wild.

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