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Hechingen Fürstengarten: Arztpraxen unerwünscht

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Ein historisches Bild: das Hechinger Krankenhaus, als es noch ein Krankenhaus war. Jetzt soll der Westflügel (vorne im Bild) abgebrochen werden. Foto: Archiv

Balingen/Hechingen - Allein die Hechinger kennen die Gründe. Immerhin ist der Kreistag der Empfehlung des Hechinger Gemeinderats mehrheitlich gefolgt: Anstelle des Westflügels des ehemaligen Krankenhauses darf ein Apotheker einen Neubau hinstellen. Aber nur eine Apotheke. Arztpraxen sind unerwünscht.

Mit dem vierten Bauamschnitt am Zentrum am Fürstengarten kommt der Abbruch des Westflügels und der nicht mehr benötigten Nebengebäude. Kostenpunkt: 4,16 Millionen Euro. Insgesamt hat der Landkreis für die Nachnutzung des ehemaligen Hechinger Krankenhauses 15 Millionen Euro investiert – mit klarem Auftrag, wie Landrat Günther-Martin Pauli eingangs bemerkte: eine medizinische Nachnutzung anzustreben.

Im vergangenen Jahr habe der Hechinger Gemeinderat dann "klare Stoppzeichen" gesetzt: Der Wegzug weiterer Arztpraxen ins Zentrum am Fürstengarten würde – so die Befürchtung – zu einer Schwächung der Kaufkraft und weiteren Leerständen in der Innenstadt führen. "Wir legen die Bremse ein, aber der Bremsweg wird noch abgearbeitet", sagte Pauli.

Lothar Mennig (FWV) stellte infrage, ob zwei Arztpraxen die Hechinger Innenstadt retten könnten, betonte aber, dass das einstimmige Votum des Hechinger Gemeinderats respektiert werden müsse. Auch Lambert Maute (CDU) räumte ein, dass man das Hechinger Votum "nicht vom Tisch wischen" könne. Aber es gehe nicht nur um die medizinische Versorgung der Stadt, sondern des Mittelzentrums. Damit müsse aber das Engagement des Landkreises was die Krankenhaus-Nachnutzung angehe abgeschlossen sein. Genau so sah das auch der Landrat.

Werner Beck (FWV-Kreisrat und Hechinger Stadtrat) lobte das Engagement des Landkreises bei der Nachnutzung des Krankenhauses, kritisierte aber, dass in Bauabschnitt vier zwei weitere Arztpraxen vorgesehen seien. Ärzte als Mieter eines Apothekers? Bedenklich, was Apothekerrecht und ärztliches Berufsrecht angehe. Martin Frohme (SPD) befürchtete, dass der Apotheker möglicherweise abspringen werde, wenn er keine Praxen vermieten dürfe. Vorwürfe? Korruptionsverdacht? Gar nicht nett, meinte Frohme.

Es sei ein gutes Projekt, sagte der Landrat, und er bedauere, dass es in Schieflage geraten sei. Von einer "überraschenden Kehrtwende" sprach Dietmar Foth (FDP). Eine Apotheke und zwei Arztpraxen wären "sehr gelungen", ein zweigeschossiger Anbau an die hohe Abbruchkante zudem viel schöner. "Ich bezweifle, dass es richtig ist, was der Hechinger Gemeinderat macht." Dass keine Ärzte mehr ins Haus dürfen, sei eine Marktregelung, die er für "sehr bedenklich" halte: "Bei zwei Ärzten, die von auswärts gekommen wären, hätte der Gemeinderat ganz anders entschieden." Andrea Metzger (Grüne) ging noch weiter: "Wenn zwei Ärzte sich für einen anderen Standort entscheiden, haben sie einen Grund dafür. Sie verlassen ihren Standort bei nächster Gelegenheit."

Werner Beck konterte, dass die beiden Mediziner alternative Angebote von der Stadt Hechingen erhalten, jedoch abgelehnt hätten. "Der Mietpreis hat sie nicht zufriedengestellt, weil das Angebot im Fürstengarten offenbar so lukrativ ist. Das kann man nicht unterstützen." Den weiterführenden Antrag des CDU-Kreisrats und Hechinger Stadtrats Lorenz Welte, einen zweigeschossigen Anbau zu erlauben, aber eine "medizinnahe Nutzung" auszuschließen, kommentierte der Landrat mit den Worten: "Es handelt sich um das Gesundheitszentrum am Fürstengarten..."

Schließlich einigte man sich darauf, die "Arztpraxen" aus dem Beschlussvorschlag zu streichen. Ergo: Apotheke, sonst nichts. Der Kreistag folgte mehrheitlich.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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