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Hechingen Endlich Schwitzen im Fitnesstempel

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Silvia Bakos (vorne links) sorgt mit Gesichtsschutz für lachende Gesichter. Um den Anstand einzuhalten, sind Aufkleber auf dem Boden angebracht. Foto: Renner

Hechingen - Das lange Warten hat ein Ende. Endlich darf in Fitnessstudios wieder trainiert werden. Während bei manchen die Erleichterung groß ist, ist die Angst bei anderen noch zu groß, um jetzt gleich wieder sporteln zu gehen.

"Genial, das ist Leben", sprudelt es aus Silvia Bakos, Inhaberin von Mrs. Sporty, nur so heraus. An ihren Kursen dürfen zwar aktuell nur fünf Frauen – ansonsten sind es bis 16 – gleichzeitig teilnehmen, trotzdem sind alle froh, endlich wieder ihrem Hobby frönen zu dürfen. So wie Barbara Hönes und ihre Tochter Linda. "Ich find es toll, dass wieder offen ist. Ich bin kein disziplinierter Mensch. Zuhause vor dem Laptop zu trainieren, das habe ich keine zwei Wochen ausgehalten", sagt Barbara Hönes. Sie brauche die Ansprache und Motivationen von Bakos und ihren Trainerinnen. "Man strengt sich auch mehr an als zuhause und macht die Übungen intensiver", ergänzt ihre Tochter. "Zuhause schwitze ich nicht so viel", ergänzt die Mutter, der es auch um das Miteinander geht. "Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen."

Und diese sozialen Wesen freuen sich über die Rückkehr zum geregelten Tagesablauf. "Ich war ohne Sport unzufrieden, das Fitnessstudio hat mir gefehlt. Jetzt bin jetzt begeistert", gesteht Käthe Egli, während ihre Beine in zwei Recovery Boots eingepackt sind. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ohne Sportstudio habe ich mich alleine gefühlt. Morgens ins Fitnessstudio zu laufen ist für mich ein Ritual." Hier fühle sie sich wohl, so Egli, die seit 2012 Mitglied und erst in einem anderen Fitnessstudio war, sich dort aber nicht wohl fühlte.

Nach jedem Kurs werden alle Geräte und Türgriffe desinfiziert

Bakos achtet tunlichst darauf, alle Vorschriften einzuhalten. Sie holt ihre Kundinnen unten an der Treppe ab, im Studio angekommen, müssen alle ihre Hände desinfizieren. Nach jedem Kurs desinfiziert Beck alle Kleingeräte und Türgriffe. Sie habe extra noch Hantel- und Ballständer angeschafft. Ihre Erfahrung ist, dass Training zuhause nicht vergleichbar ist, denn da korrigiert niemand die Sportlerin, wenn sie eine Übung nicht richtig macht.

Bei Fitline by Markus ist der Andrang am ersten Tag nach der Wiederöffnung noch recht verhalten. "Die Jungen sind geil aufs Training, die Älteren dagegen vorsichtiger", hat Markus Beuter festgestellt. Manche hätten auch extra abgesagt, was den familiären Charakter des Fitnessstudios unterstreiche. Nicht an jeder Ecke hat Beuter Desinfektionsmittel aufgestellt und es sind keine Geräte abgesperrt. "Ich kann doch nicht alles verkleben", sagt er. Er habe seine Mitglieder im Blick und setze auch auf deren Vernunft, nicht eng an eng zu trainieren.

Manuela geht drei-, viermal Woche ins Studio. "Es war eine schwere Zeit ohne Fitnessstudio und soziale Kontakte." Zuhause habe sie auf der Isomatte etwas Ausdauertraining gemacht. Sie trägt Handschuhe, die unten am Eingang ausgelegt sind. "Als Selbstschutz", wie sie sagt.

Als Manuela ihr Training beendet hat und sich verabschiedet, fühlt sie sich "ganz schön geschlaucht." Kein Wunder, nach zweieinhalb Monaten Entwöhnung. Ein junges Paar hat aufgrund der Kurzarbeit ausnahmsweise morgens trainiert. "Sport muss sein", meint der junge Mann. "Damit ist man besser gewappnet gegen Corona", glaubt er. Beuter habe ihm Workouts geschickt und er sei mit seiner Freundin im Wald joggen gegangen, um möglichst wenig Leuten über den Weg zu laufen.

Live-Auslastung per App nachverfolgen und Kurse darüber buchen

Beuter ist froh, dass er wieder öffnen kann. "Es war ein besseres Gefühl, als ich erst dachte." Die Zeit der Schließung hat er für ein paar kleine Renovierungsarbeiten genutzt, unter anderem hat ein Maler die Decke gestrichen. Außerdem war er viel mit seinem Hund an der frischen Luft.

Der Shutdown sei für ihn existenzbedrohend gewesen", sagt Beuter. Es gab einige Kündigung. "Es war eine Grenze erreicht, das war nicht mehr witzig". Auch jetzt mache er sich immer noch Sorgen um seinen Lebensunterhalt.

Im MC Shape dürfen gleichzeitig 60 Mitglieder trainieren, die angehalten sind, ihr Training möglichst zügig zu absolvieren. Im Cardio-Bereich sind ein paar Geräte gesperrt, um den Mindestabstand einhalten zu können. "Am ersten Tag war es überschaubar. Um 9 Uhr waren es etwas mehr als sonst mit 30 Leuten. In dieser Jahreszeit haben wir eh keine 60 Leute gleichzeitig im Studio", erklärt Inhaber Guerkan Guengor. "Es gibt sicherlich noch welche, die vorsichtig sind und erstmal zwei Wochen warten, vor allem die Risikogruppe."

Sollte die Zahl je doch erreicht werden, bleibt das Drehkreuz gesperrt. Damit niemand umsonst den Weg ins Studio auf sich nimmt, gibt es eine App, die die Live-Auslastung anzeigt. Gleichzeitig kann man sich auch für einen Kurs anmelden. Übrigens: Die Umkleiden bleiben geschlossen, weil der Mindestabstand hier nicht eingehalten werden kann.

Inhaberin Verena Kittel von Fitness Zollernalb kann derzeit nur die Hälfte ihrer Kurse, sprich Low-Intensity-Kurse, anbieten, und sie hat an drei Abenden in der Woche offnen. Allerdings dürfen pro Kurs nur acht statt bisher 15 Mitglieder teilnehmen. Sollte nicht zeitnah der Normalbetrieb möglich sein, weiß Kittel nicht, ob sie so auf Dauer über die Runden kommt. Denn jetzt, während des Sommerlochs, sei es sehr schwer, neue Kundinnen zu gewinnen.

Beim Impuls verlief der erste Tag laut einer Mitarbeiterin "relativ ruhig". Am Morgen seien die älteren Mitglieder gekommen, während des Tages war es eher gemischt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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