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Hechingen Einzug ins Parlament "nicht abwegig"

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"Heute pflanzen, was morgen blüht": FDP-Bundestagskandidat Christopher Gohl. Foto: Klingler

Hechingen - 1990 trat er – "motiviert von der deutschen Einheit" – als 16-Jähriger bei den Jungen Liberalen ein. Jetzt bewirbt sich Christopher Gohl zum zweiten Mal als FDP-Kandidat für ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Tübingen-Hechingen, der "weltoffenen Fortschrittsregion".

Im Vergleich zu vielen seiner Mitbewerber im Wahlkreis sei er kein Berufspolitiker, macht Christopher Gohl beim Besuch in unserer Redaktion deutlich. Er bezeichnet sich als "engagierten Bürger"; alle müssten zum Gemeinwohl beitragen. Vor diesem Hintergrund sieht er seine erneute Kandidatur für den Bundestag. 2013 war der Tübinger schon einmal angetreten.

"Dampf machen" für den Ausbau der Infrastruktur im Land

Er sieht viele Defizite in Deutschland, die er als Politiker beheben will. Er redet von "Stillstand, der aus Berlin kommt". Er moniert Bürokratie und Auflagen. Es fehlten ausreichend Investitionen in die Infrastruktur, hier wolle die FDP "Dampf machen". Breitbandausbau und gute Verkehrsanbindungen, das erfolge "alles zu langsam". Das Land müsse "wieder in Schwung gebracht" werden.

Auch ein Zuwanderungsgesetz mahnt Gohl an. "Wir müssen denjenigen eine Chance geben, die wir als Fachkräfte brauchen", steht für den Wissenschaftler fest. Sein Slogan für die anstehende Wahl am 24. September: "Heute pflanzen, was morgen blüht". Deshalb verteilt er Krokuszwiebeln im Wahlkampf.

Drei Eckpunkte hat Gohls Wahlprogramm. Als erstes nennt er Bildung, mittelfristig will er beitragsfreie Kitas erreichen. Zudem will er, dass der Bund "mehr in die Finanzierung der Schulen einsteigt". Weiter geht es ihm um "Freiheit für Ideen, Initiativen und Innovationen in der Wirtschaft – durch Bürokratieabbau, steuerliche Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie". Schließlich will er "in unserer Region gute Straßen, besseren Nahverkehr, schnelles Internet, saubere Energie und kommunale Biotope".

Auch die Weltpolitik beeinflusst die Wahlentscheidung

Wie sieht er seine Chancen auf ein Ticket nach Berlin? Auf der Landesliste ist der Tübinger Kandidat auf Rang 13 platziert. Für ihn bestehe "eine Chance", in den Bundestag einzuziehen, weiß Gohl. Allerdings müssten die Liberalen dann 12,5 Prozent der Stimmen holen. Derzeit liegen sie in Umfragen bei neun bis zehn Prozent. Dass die FDP noch um mehr als zwei Prozent zulege, sei "nicht abwegig". Der Wahlkampf in diesen Tagen sei "unberechenbar", zumal auch die Weltpolitik die Wahlentscheidung beeinflussen könne.

Zum Ziel gesetzt hat sich Gohl, bei den Erst- und den Zweitstimmen jeweils mindestens zehn Prozent in seinem Wahlkreis zu holen. Der Liberale hat nachgerechnet: Das bedeutet jeweils mehr als 18 000 Stimmen.

Wenn in Berlin eine Regierungskoalition gebildet werden muss, sieht Gohl die CDU als "erste Option" für seine Partei. Auch eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen ist für ihn "prinzipiell" denkbar.

Diese Fragen stellen sich für Gohl allerdings derzeit nur am Rande. Er steckt noch mitten im Wahlkampf. Seine Radtour im Wahlkreis wird ihn und seine Familie auch nach Hechingen führen. Dabei will er im Gespräch mit der Bevölkerung sich und seine politische Ziele vorstellen. Außerdem will er an Informationsständen bei den Mittwochsmärkten um Stimmen werben. Als Gohl darüber spricht, nimmt er auch Stellung zu der seiner Ansicht nach überflüssigen Clown-Aktion kürzlich am Wahlstand der AfD in Hechingen. Seine Devise: "Argumente statt alberne Aktionen".

Christopher Gohl ist 43 Jahre alt, er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Tübingen. Er studierte Politikwissenschaften, Amerikanistik und Jüdische Studien – in Tübingen, Potsdam, Washington und Jerusalem. In seiner Doktorarbeit ging es um die Frage, wie sich politische Beteiligung organisieren lässt. Vor gut einem Jahr kehrte Gohl zurück an die Universität Tübingen. Er ist jetzt wissenschaftlicher Assistent in Forschung und Lehre am Weltethos-Institut und will sich habilitieren. 2005 gründete Gohl mit Michael Theurer in Horb die "Akademie für strategisch-liberale Programmatik", um systematisch eine Grundsatzdebatte der FDP vorzubereiten. Ihn beeindrucken Parteifreunde wie Christian Lindner, der ihn 2010 als Leiter der Abteilung Politische Planung in die Parteizentrale holte.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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