Die Musiker spielten am Mittwoch in einer vollbesetzten Synagoge. Foto: Huger Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Auftakt der Tübinger Jazz- und Klassiktage in der Hechinger Synagoge / Publikum ist begeistert

H echingen   (roh). Voll besetzt war am Mittwochabend die Hechinger Synagoge. Kein Wunder, war doch ein hochkarätiges Konzert zu hören. Zum Auftakt der Tübinger Jazz- und Klassiktage spielten das Amaryllis Quartett – an diesem Tag allerdings ein Trio – sowie Flötist Paco Varoch und der Hechinger Klarinettist Raphael Schenkel.

Der Auftakt sei aber "gleichzeitig ein Abschluss", erklärte Raphael Schenkel. Denn die zwei Tage vor dem Konzert waren er und seine Musikerfreunde am Hechinger Gymnasium und haben den Schülern im "Klanglabor" die klassische Musik nähergebracht. "Hin und weg" sei Schenkel dabei von der Hingabe der Schüler gewesen.

Bevor es dann an die anspruchsvollen Stücke von Mozart, Penderecki und Beethoven ging, richtete Schenkel noch einmal das Wort an die Gäste. "In der heutigen Zeit, in der es immer mehr Hass im Alltag gibt, möchte ich auf die verbindende Sprache der Musik hinweisen", sagte er. Sein Freund Paco habe einmal gesagt: "Wenn wir so viele Waffen wie Instrumente kaufen würden, sähe diese Welt wunderbar aus." Für diese Worte gab es schon vorab reichlich Applaus.

Spannungsgeladene Momente und feinfühlige Soli

Davon folgte im Verlauf des Abends jedoch noch weit mehr. Denn die Musiker überzeugten das Publikum auf ganzer Linie. Letzteres erlebte spannungsgeladene Momente und feinfühlige Soli. Teilweise hätte man in der Synagoge eine Stecknadel fallen hören können. Die Stücke wurden allesamt präzise vorgetragen, in wechselnder Besetzung. Sie waren unter anderem für Flöte oder Klarinette mit Streichtrio arrangiert.

Zum Abschluss spielten dann Raphael Schenkel und Paco Varoch mit dem Streichtrio Arien aus Mozarts Zauberflöte. Speziell diese Arrangements sorgten bei einigen Besuchern für ein Lächeln, wohl ob der vertrauten Melodien und der gelungenen Interpretation derselben.

Der Applaus hielt am Ende lange an. Und die Musiker ließen es sich nicht nehmen, eine kleine Zugabe zu spielen. Auch mit dieser wussten sie das Publikum zu überzeugen.

Und so machten die Klassikfans an diesem Abend sicherlich hochzufrieden auf den Heimweg.