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Hechingen Ein Höhepunkt für Kunstliebhaber

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Mit Heribert C. Ottersbach präsentiert einer der bedeutendsten zeitgenössischen Maler seine Werke in Hechingen. Foto: Eggeling Foto: Schwarzwälder Bote

Schon der Titel regt zur Reflexion an: "Alles nur Tapete" – mit diesen Worten ist die Ausstellung von Heribert C. Ottersbach überschrieben, bei der ab dem 15. September große Kunst in Hechingen präsentiert wird. Es sind nur drei Worte. Doch sie eröffnen einen ganzen Kosmos an Gedanken.

Hechingen. "Wo echter Hang zum Nachdenken, nicht bloß zum Denken dieses oder jenes Gedankens, herrschend ist, da ist auch Progressivität", sagte einst Novalis. Legt man den von Wolf Vostell geprägten Kunstbegriff zugrunde, dass "Kunst Leben und Leben Kunst ist", kann das auf beide Sphären gleichermaßen bezogen werden.

Für Heribert C. Ottersbach ist Malerei selbst immer auch eine Reflexion über Malerei und ihre gegenwärtige Positionierung im Kunstbetrieb. Sein Wirken würdigt der Hechinger Kunstverein in diesem Jahr mit einer Doppelausstellung in den Räumen der Villa Eugenia und im Weißen Häusle.

Der 1960 in Köln geborene und in Leipzig und Schweden arbeitende Heribert C. Ottersbach gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Malern. Seine Vita verzeichnet berufliche Stationen in Lissabon (Centro de Arte e Communicação visual, 1992/93), Long Beach, Los Angeles (California State University, 2003), Oslo (Kunsthøgskolen, 2011) und Leipzig (Hochschule für Grafik und Buchkunst, 2009 bis 2018), wo er Lehraufträge und Professuren innehatte.

Bilder und Zeichnungen von Heribert C. Ottersbach sind in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit vertreten, unter anderem in der Sammlung Frieder Burda, dem Museum of Modern Art in New York und dem Museum Ludwig in Köln – große Kunst, die ab dem 15. September auch in der Zollernstadt zu sehen ist, die sich damit in eine Reihe prominenter Ausstellungsorte im In- und Ausland einreiht, darunter das Kunstmuseum Düsseldorf (1999), die Kunsthalle Tübingen, (2007), die Hamburger Kunsthalle (2008/09) und die Akira Ikeda Gallery, New York, Tokio (2013).

Ottersbachs Arbeiten bergen ein beinahe unerschöpfliches Potenzial eines In-Szene-Setzens positionsbeziehender Gedanken. "Malerei, meine Bilder sind es, die jenseits von Sprache, Ton und Geste mir die Möglichkeit bieten, mich zu verhalten, mich zu positionieren. Wenn ich mir schon keinen Begriff (mehr) machen kann, so versuche ich mir halt ein Bild zu machen", fasst es der Künstler in Worte.

Seine in den vergangenen Jahren entstandenen Arbeiten – das sind Geländebilder, Gebäudeansichten, Stillleben, Fakes und anderes scheinbar Banales. Neben Recherchen bezüglich verschiedener Bildtypologien und Genres standen auch Aspekte von persönlicher Identität im Vordergrund, was unwillkürlich auf den Begriff der Reflexion und die damit verbundene Frage zurückführt, was sich unter der Tapete verbirgt. Die Antwort gibt Ottersbach selbst: "Einer Schraube gleich drehe ich mich in die Dinge des Interesses. Ich vermute ein Ende des Gewindes. Ich weiß nichts darüber."

Im Gespräch mit Heribert C. Ottersbach wird der Kunsthistoriker Clemens Ottnad am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr in der Villa Eugenia in die Ausstellung einführen. Weiter geht es um 15 Uhr im Weißen Häusle. Nach der Eröffnung besteht die Möglichkeit, sich mit dem Künstler auszutauschen. Wie üblich bewirtet der Förderverein Villa Eugenia die Gäste mit Kaffee und Kuchen.

Die Doppelausstellung in den Räumen der Villa und des Weißen Häusles ist zweifellos ein Höhepunkt im künstlerischen Jahreslauf der Zollernstadt. Geplant war sie bereits für das Jahr 2016, musste dann allerdings aufgrund des Brandes im Weißen Häusle verschoben werden.

Weitere Informationen: In Augenschein genommen werden kann die Werkschau bis zum 13. Oktober, jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. In Kooperation mit der Düsseldorfer Galerie "Beck & Eggeling" erscheint zur Ausstellung eine Publikation mit einem Text von Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich, die den Titel "Heribert C. Ottersbach – Identität und Gelände" trägt.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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