Birgit Rügner vor dem Altar der Johanneskirche. Die Vikarin verlässt Hechingen und wird Pfarrerin in Öhringen. Foto: Schwarzwälder-Bote

Vikarin Birgit Rügner verlässt als Pfarrerin Hechingen und die evangelische Gemeinde

Hechingen. Aufbruch und Abschied: Zweieinhalb Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde Hechingen gehen am Sonntag für Birgit Rügner zu Ende. Die Vikarin wechselt als Pfarrerin nach Öhringen.

Dort hat sie mittlerweile eine Wohnung gefunden, in He-chingen packt sie so langsam die Koffer. Am 1. März ist offizieller Wechsel. Mit dem Gottesdienst am Sonntag, 17. Fe­bruar, endet ihre Dienstzeit unter dem Zoller.

In Hechingen gelebt und gearbeitet hat Birgit Rügner seit dem September 2010. Ihr Ausbildungsvikariat mündet am 3. März in die Ordination in der Stadtkirche Balingen. Co-Dekan Albrecht Knoch setzt drei neue Pfarrer ein, die Hechingerin ist eine von ihnen. Ihren "unständigen Dienst", wie die evangelische Kirche die drei auf das Vikariat folgenden Jahre nennt, tritt Birgit Rügner in Öhringen im Hohenlohekreis an. Sie wird "Pfarrerin zur Dienstaushilfe" und übernimmt Vertretungen und einen Teil des Seelsorgebereichs ihres neuen Dekans. Die gebürtige Heilbronnerin, heute 31 Jahre alt, kehrt zurück in ihre alte Heimat.

Hechingen verlasse sie mit Wehmut, sagt Birgit Rügner. Die evangelische Gemeinde ist ihr ans Herz gewachsen. Sie sei als "Neue" mit viel Aufgeschlossenheit empfangen worden und habe in der Gemeinde großes Entgegenkommen gefunden. In Gottesdiensten, bei Veranstaltungen und in ihrer Arbeit im Johannes-Kindergarten sei eine besonders bewegende Erfahrung gewesen, "dass sich die Menschen mitreißen und motivieren lassen". Im Kirchenchor und bei den Jungbläsern hat sie selbst mitgemacht – eine Gemeinschaft, die eine "große Bereicherung" war, blickt die Noch-Vikarin dankbar zurück.

Geradezu "geprägt" hat sie die Besonderheit, die das Kirchenleben in Hechingen von der Württembergischen Landeskirche unterscheidet: die altpreußische Liturgie. Sie sei ein "Kleinod" und bringe "reichere Formen", sagt Birgit Rügner. Sie hat das hohenzollerische "Sündenbekenntnis" sogar zum Thema der wissenschaftlichen Arbeit ihres zweiten Examens gemacht. Die neuen liturgischen Gegebenheiten in Öhringen würden "sicher eine Umstellung bedeuten", meint die Vikarin.

Eine letzte Besonderheit war ihr "Ausbildungspfarrer". Herbert Würth, geschäftsführender Pfarrer der Gemeinde in Hechingen, habe sich engagiert um sie gekümmert, hält Birgit Rügner fest. Diese Bilanz sei keine Selbstverständlichkeit, betont sie. In Vikarskreisen redet man durchaus darüber, wie die Stellen sind. Hechingen war eine gute.

u Die evangelische Kirchengemeinde Hechingen verabschiedet Vikarin Birgit Rügner am Sonntag, 17. Fe­bruar, mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Johanneskirche. Der Kirchenchor, der Posaunenchor und die Jugendband treten auf. Pfarrer Herbert Würth und Birgit Rügner gestalten den Gottesdienst mit einer "Dialogpredigt". Beim "Kirchenkaffee" nach dem Gottesdienst besteht die Gelegenheit zur persönlichen Verabschiedung.