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Hechingen Die Träne in ihrem Auge ist blutrot

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Der Briefmarathon darf bei der Jahresausstellung nicht fehlen. Foto: Schwarzwälder Bote

Sie haben sich buchstäblich ihr eigenes Bild gemacht. Von etwas, das selbstverständlich sein sollte, es aber bis heute nicht ist: Die Jahresausstellung der Hechinger Amnesty-Gruppe zeigt Schülerarbeiten zum Thema Menschenrechte.

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Hechingen. Ein Mädchen kniet hinter einem vergitterten Tor. Mit gesenkten Lidern blickt es ins Leere, seine Finger umklammern die Eisenstäbe. Die Träne in ihrem Auge ist blutrot. "Freiheit" prangt in markanten Lettern auf schwarzem Tonkarton.

Ein anderes Bild zeigt die ausgestreckten Hände von Menschen ganz unterschiedlicher Hautfarben. Allesamt berühren sie ein Schild, das eine unmissverständliche Botschaft vermittelt: "Say no to racism." Ein paar Meter treppauf sprießt eine Friedenspflanze. Bislang ist sie klein, muss gehegt und gepflegt werden. Es sind zahlreiche Hände, die den Griff der Gießkanne umfassen. Aber noch ist Platz, noch müssen viel mehr mit anpacken und helfen, das Pflänzchen groß werden zu lassen.

Menschenrechte, so wird beim Betrachten der Bilder in der Rathausgalerie deutlich, haben viele Facetten. Künstlerisch mit ihnen auseinandergesetzt haben sich Schüler der Klassen 9 des Haigerlocher Gymnasiums. Kurz vor dem Tag der Menschenrechte, der alljährlich am 10. Dezember begangen wird, wurde die Jahresausstellung der Hechinger Amnesty-Gruppe eröffnet, im Rahmen derer die Arbeiten zu sehen sind.

Anerkennung zollte den jungen Künstlerinnen und Künstlern die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges. Dass die Wahrung der Menschenrechte bei Weitem nicht selbstverständlich ist und diese nicht selten "mit Füßen getreten werden", hob in ihrer Rede von Amnesty-Mtglied Kerstin Gotthardt hervor. Es sei wichtig, die Menschenrechte in den Blick zu nehmen und "nicht müde zu werden", sich für sie einzusetzen, betonte sie.

In künstlerischer Form haben dies die Neuntklässler des Haigerlocher Gymnasiums getan, die sich dem Thema – frei nach den Worten Friedrich Schillers ("Denn Kunst ist eine Tochter der Freiheit") – auf "vielfältige und originelle Weise" angenähert haben. Die oftmals vorherrschende These, dass die heutige Jugend zu nichts zu gebrauchen sei, könne sie aus eigener Erfahrung widerlegen, verwies Gotthardt, die nicht nur Amnesty-Mitglied, sondern auch Lehrerin ist, auf den engagierten Einsatz der Jugendlichen.

Wie die Ideen zu Papier gebracht wurden, erläuterte Kunstlehrerin Judith Lenz, der es nach eigener Aussage "ganz viel Freude" bereitete, das Projekt gemeinsam mit ihren Schülern umzusetzen. Sich "auf kreative Art und Weise mit einem so wichtigen Thema zu beschäftigen", das hat auch Ida Becker beeindruckt, die – ebenso wie Lukas Lieten – zu den jungen Künstlern gehört. Trotz des ernsten Themas habe man im Unterricht viel Spaß gehabt, ließ Lukas die Vernissagebesucher wissen. In die Schau integriert sind auch einige Plakate, die auf Menschenrechtsverletzungen in der Türkei aufmerksam machen.

Gute Tradition bei der Ausstellung ist alljährlich der Briefmarathon. Wie Gert Rominger erläuterte, unterstützen die Amnesty-Mitglieder diesmal eine Gruppe von Jugendlichen der Grassy Narrows First Nation bei ihrem Kampf für eine heile Umwelt. Das Gebiet in Ontario, in dem sie leben, ist seit Jahrzehnten mit Quecksilber verseucht. Viele Menschen in Grassy Narrows leiden deshalb unter Vergiftungen.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Uta Münch, die auf der Konzertharfe mit stimmungsvollen Melodien bezauberte.

Weitere Informationen: Die Jahresausstellung der Hechinger Amnesty-Gruppe ist bis zum 29. Januar während der üblichen Rathausöffnungszeiten zu sehen.

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