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Hechingen "Die Spinne darf bleiben "

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Baut gerade ihre Ausstellung im Weißen Häusle auf: Sabine Wilhelm Stötzer. Foto: Witte Foto: Schwarzwälder Bote

Der Hechinger Kunstverein organisiert diesen Sommer eine Ausstellungsreihe – an sieben Wochenenden stellen sieben Künstler ihre Werke im Weißen Häusle aus. Sabine Wilhelm-Stötzer macht am 1. und 2. August von 14 bis 17 Uhr den Anfang.

Hechingen. Als Sabine Wilhelm-Stötzer das erste ihrer Werke ins Weiße Häusle trägt, muss sie schmunzeln. "Das ist entstanden, als ich in an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte", sagt sie über das Naturstück. Es sei ein bewegter Start gewesen: Damals wurde Joseph Beuys, der eine sehr moderne Vorstellung vom Lehrbereich besaß, von der Akademie entlassen und viele Studenten protestierten dagegen. "Unser Lehrsaal lag direkt am Eingang und immer wieder klopfte jemand ans Fenster und sagte, steck mal dieses oder jenes Kabel in die Steckdose", sagt Stötzer lachend.

An der Akademie sollte jeder Student sein eigenes Thema finden – Stötzer beschäftigte sich bald intensiv mit der Natur. "Eigentlich bin ich ein Stadtkind, in Hamburg geboren", sagt die pensionierte Kunstlehrerin, die den Hechinger Kunstverein leitet. Doch ihre Eltern seien öfters umgezogen – besonders in Erinnerung bleibt ihr die Zeit im Sauerland: "Wir wohnten in einem kleinen Weiher und ich besuchte eine Schule, in der die erste bis vierte Klasse noch in einem Raum unterrichtet wurde." Sie verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit draußen, im Wald, auf den Wiesen – was sich schon zu Beginn des Studiums auf ihr künstlerisches Schaffen auswirkte. Das Naturstück ist mit Tusche in grün, sepia und weiß auf Packpapier entstanden. "An der Akademie haben wir bewusst kein wertvolles Material verwendet", sagt Stötzer dazu.

Auf der gegenüberliegenden Seite hängt ein ganz aktuelles, ganz abstraktes Naturstück: "Das sind Blattstiele vom Geweihbaum aus dem Lindichwald", sagt Stötzer. Die Stiele sind miteinander verklebt und auf der ebenen Fläche aufgebracht. Und im Eingang entsteht ein Werk, auch aus Stielen, jedoch in dreidimensionaler Form: Die Stiele verklebt Stötzer mit Klebepapier zu Gestrüppen, die sie links und rechts im Eingangsbereich des Weißen Häusle anbringt. Das Kunstwerk verschmilzt mit den kleinen Zwischenräumen – "die Spinne da im Eck darf auch bleiben", entscheidet Stötzer spontan. Die bewusst klein gehaltene Ausstellung lädt den Betrachter dazu ein, sich intensiv mit verschiedenen Formen und sich wandelnden Materialien zu beschäftigen. Zusätzlich installiert Stötzer 54 Papierfahnen, verziert mit Pflanzensamen und Blattgoldteilen, an der Decke – es entsteht ein Raum im Raum. Beim Aufbau hilft ihr übrigens Freund Ludwig Claus, der neuerdings für die Finanzen des Kunstvereins zuständig ist.

Wer die Ausstellung besuchen will, kann sich online über die Homepage anmelden oder auch spontan vorbeikommen. "Es können immer nur vier Leute gleichzeitig rein, draußen steht aber ein Stuhl und ich stehe hier mit Kuchen und Cider bereit", sagt Stötzer.

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