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Hechingen Der Ort ist fest in keltischer Hand

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Ob eine keltische Hochzeitszeremonie, Handwerkskunst oder eine Modenschau: Viel zu sehen und zu erleben gab es am Wochenende beim Kelten-Wochenende im Römischen Freilichtmuseum Stein. Fotos: Maute Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kelten kommen! So hieß es am vergangenen Wochenende in Stein. Aber keine Bange – sie planten keine feindliche Übernahme, sondern reisten in friedlicher Absicht an – mit jeder Menge interessanter Programmpunkte im Gepäck.

H echingen-Stein. Die bekanntesten Gallier, Astrix und Obelix, gibt es nur auf dem Papier. Dem Kelten Wolf (alias Wolf-Dietrich Herder) kann man dagegen leibhaftig begegnen – am Wochenende etwa auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums.

Dort hatten nicht nur die Tigurini Keltoi zwei Tage lang ihre Zelte aufgeschlagen. Zur Villa Rustica waren Gruppen aus allen Himmelsrichtungen geströmt. Denn wenn "Divico", wie Wolfs keltischer Name lautet, einlädt, dann lassen sich seine Freunde aus Tirol, Frankreich, Hessen, Franken und Baden-Württemberg nicht lange bitten.

Die Kelten zu Gast bei den Römern? Wer sich dabei verwundert die Augen reibt, dem sei gesagt: In Stein pflegen beide Kulturen ein freundschaftliches Verhältnis. Und auch wenn der Grieche Herodot schon im 5. Jahrhundert v. Chr. von den wilden "Keltoi" berichtete – sofern sie nicht gerade ihre Kampfkunst demonstrieren, sind sie ganz friedlich und freundlich. Im Gegenteil nahmen sie sich sogar sehr viel Zeit, um den Besuchern ihr Handwerk zu erklären.

Unweit der römischen Jupiter-Säule stimmte Oliver Mehler von der Gruppe Teutates seine keltische Harfe. Das Instrument, das er aus Buchenholz gebaut hat, geht auf eine Vorlage aus der Bretagne um 100 v. Chr. zurück, hat wie das antike Vorbild sieben Saiten und einen bezaubernden Klang. Immer wieder blieben Gäste stehen, um dem Harfenspieler zu lauschen. Fasziniert war auch der kleine Konstantin, der auf dem größeren der beiden mitgebrachten Instrumente schon ganz fachmännisch in die Saiten griff.

Ein paar Meter weiter hakte eine fleißige Keltin unermüdlich winzige Metallringe ineinander. Wie lange es wohl dauert, bis ein tapferer Krieger das Kettenhemd anlegen kann? Rasch wurde klar: Hier ist Geduld gefragt. Denn damals war eben alles Handarbeit. Und diese erfordert bisweilen auch Muskelkraft – etwa wenn gedrechselt oder die keltische Drehmühle in Bewegung gesetzt wird.

Was auffällt: Viele der Werkzeuge, die die Kelten in der Eisenzeit geschmiedet haben, haben sich von der Form her bis heute fast gar nicht verändert. Kelten sind jedoch nicht nur begabte Handwerker, sondern auch Händler.

Römischer Bräutigam wird aufgenommen

In Stein boten sie unter anderem Schmuck, Keramik und Schuhe feil. Dass sie außerdem etwas von Kochkunst verstehen, bewies der verführerische Duft, der um die Mittagszeit durch das Lager zog. Liebe, so heißt es, geht ja bekanntlich auch durch den Magen. Ob das jedoch der Grund war, dass sich ein Römer ausgerechnet mit einer Keltin vermählte?

Zimperlich gingen die Kelten mit dem römischen Bräutigam in spe jedenfalls nicht gerade um. Schließlich wurde er aber dann doch in die Familie aufgenommen – natürlich nicht ohne entsprechendes Aufnahmeritual.

Auch die Hochzeitszeremonie folgt einem ganz bestimmten Ritus. Dem Hochzeitspaar werden dabei vom Druiden die Hände zusammengebunden, was die lebenslange Bindung vor der Göttin untermauern soll. Dabei muss der Neu-Ehemann dann auch in Kauf nehmen, "dass keltische Frauen gleichberechtigt sind", wie ihn der Druide gleich vorwarnte.

Ob nun Kelte oder Keltin – eines haben beide gemeinsam: Sie legen viel Wert auf ihr Äußeres. Männer tragen, wie "Divico" erklärte, als Schmuck unter anderem Wildschweinhauer. Und auch in Sachen Kleidung, die bei einer Modenschau auf dem "Keltwalk" vorgestellt wurde, zeigte sich: Keltisch ist auch heute noch en vogue.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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