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Hechingen Der CO2-Abdruck des Wochenmarkts

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Die Stadtbusse fahren regelmäßig den Obertorplatz an. Für viele Einwohner der Stadtteile sind sie aber trotzdem keine Alternative zum Auto, wie eine Umfrage auf dem Mittwochs-Wochenmarkt zeigt. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

"Sind Sie mit dem Bus gekommen?", das haben wir am Mittwoch Besucher des Hechinger Wochenmarkts gefragt. Die meisten verneinten das, sie waren mit dem Auto da. Wir fragten nach den Gründen.

Hechingen. Gerade beim Wochenmarkt wäre es für die Einwohner vieler Stadtteile durchaus naheliegend, mit dem Bus zu kommen. Die Bushaltestelle am Obertorplatz ist gerade mal 200 Meter entfernt. Und jeder Stadtbus steuert den Obertorplatz an, die Fahrt dauert höchstens eine halbe Stunde.

Zudem zeigt die entspannte Atmosphäre auf dem Markt, dass hier viele einkaufen, die zumindest am Mittwochmorgen keine Zeitnot haben. Und sie könnten sich als Busfahrer die Parkplatzsuche sparen, die an Markttagen durchaus schwierig sein kann.

"Die Busse fahren einfach zu unregelmäßig", sind zwei Frauen überzeugt, 60 und 90 Jahre alt. Dabei beziehen sie sich aber nicht auf den Wochenmarkt, denn sie wohnen in der Innenstadt und kommen oft zu Fuß hierher. Heute müssen sie aber anschließend noch zum Arztbesuch im Zentrum am Fürstengarten. Da mit dem Bus zu fahren, sei zu umständlich.

Bushaltestellen sind für manche zu weit weg

So sieht das auch eine ganze Reihe weiterer Marktbesucher. Ihre Wohnung sei zu weit von der nächsten Bushaltestelle weg, so ein älteres Ehepaar aus Boll. Über eine so weite Strecke wolle man den Einkauf nicht tragen. Mit dem Marktbesuch verbinde er wöchentlich eine ganze Reihe weiterer Besorgungen in der Stadt, meint ein Rentner aus Weilheim. Das lasse sich mit dem Auto dann "in einem Rutsch" erledigen.

Auch für eine ältere Frau aus Bechtoldsweiler kommt Busfahren nicht in Frage, da der Bus ihrer Ansicht nach "zu lange braucht und zu unregelmäßig fährt". Das kommt sicher auf den jeweiligen Stadtteil an. Stetten und Boll werden beispielsweise direkt von den Stadtbussen angefahren. Die anderen Teilorte haben eigene Linien, die alle ebenfalls den Obertorplatz anfahren, allerdings in größeren zeitlichen Abständen.

Eine 80-Jährige aus Stetten ist vom Busfahren überzeugt. Sie hat ohnehin kein Auto und ist deshalb auf den Bus angewiesen. "Es ist eine gute Alternative", sagt sie. Mit ihrer vollen Einkaufstasche steht sie an der Bushaltestelle und freut sich auf die Heimfahrt.

Vor der Buchhandlung Welte genießt eine frohe Runde kühlen Limonade und nette Gespräche. Busfahren? "Meine Mutter fährt immer vom Weiher zum Friedhof mit dem Bus", erzählt eine Frau. Manchmal bleibe sie absichtlich im Bus sitzen und fahre die ganze Schlaufe mit, "dann sieht man, was in der Stadt los ist", erzähle ihre Mutter.

Mit den Nachbarinnen gemeinsam einkaufen

Eine Passantin erzählt von einer betagten Bekannten, die sich jede Woche mit ihren Nachbarinnen zum Einkaufen in einem Hechinger Supermarkt trifft. "Die fahren zusammen mit dem Bus hin, setzten sich da auch noch nett zusammen, und fahren dann gemeinsam zurück. Die genießen das", so ihr Eindruck.

Ein Ehepaar aus Bisingen, 75 und 80 Jahre alt, kann das bestätigen. Sie sind mit dem Bus unterwegs und wollen das künftig noch häufiger tun. Auch wegen Klimaschutz, aber nicht nur. Sie fahren einfach gerne Bus.

Das Ehepaar Ebermann aus Rangendingen ist mit dem Auto auf dem Markt, weil es "leichter für Einkäufe" ist. Die Frau ergänzt aber, dass sie auch regelmäßig mit dem Bus nach Hechingen fahre. Vor allem dann, wenn ihr Mann mit dem Auto unterwegs sei. Im Grunde sei das überhaupt nicht umständlich, so ihre Einschätzung.

Für Jakob und Susanne Dieringer aus Rangendingen ist der Bus dagegen keine Alternative. Sie wollen "die Flexibilität des Autos" behalten, berichten sie. Auf die Frage hin, ob man es nicht doch mit dem Bus versuchen könnte, wenn die Parkplätze am Obertorplatz wegfallen, antwortet er, dass "das Parkhaus am City Park meistens doch ziemlich leer steht. Wir werden dann da parken."

Eine Frau aus Bisingen äußert sich allerdings nachdenklich. "Wir müssen eben unsere hohen Standards etwas senken und anpassen", ist sie überzeugt. Sie würde gerne der Umwelt zuliebe öfter auf ihr Auto verzichten und legt sich deshalb ein E-Bike zu. Die Preise von Bus und Bahn seien allerdings noch zu hoch, kritisiert sie. Sie würde sich außerdem noch regelmäßigere Busverbindungen wünschen.

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Klaus Stopper

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